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Gemeinsame Projekte in Schongau-West

In Schongau-West

Gärtnern auf dem Brahmsplatz

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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„Urban Gardening“ heißt das neue Motto am Brahmsplatz in Schongau-West. Klingt ein bisschen umständlicher, als es ist: Es geht um die gärtnerische Nutzung städtischer Flächen.

Schongau – „Schau, wie groß die Pfefferminze schon geworden ist“, sagt Gülten Akcakaya und zeigt freudestrahlend auf die Pflanze, die sie vor einigen Tagen in einem Hochbeet angepflanzt hat – auf dem sogenannten Brahmsplatz in Schongau-West.

Mehrere kleinere Beete wurden angelegt

Mehrere kleine Beete wurden dort angelegt auf der Grünfläche, die sich im Eck Richard-Strauß-Straße/Georg-Friedrich-Händl-Straße/Johannes-Brahms-Straße befindet. „Brahmsplatz“ heißt die Fläche bisher nur inoffiziell, auf Wunsch von Margarete Mayer, die sich für die Aufwertung der Fläche einsetzt, soll sich das aber gerne ändern. An Bürgermeister Falk Sluyterman habe sie die Idee bereits weitergegeben – bis dahin zeigt eben nur ein selbstgemaltes Schild den Namen des Platzes.

In einem Hochbeet, einem Beet und einer Erdanhäufung am Rande des neu gestalteten Platzes (wir berichteten), werden bislang vor allem Pflanzen angebaut, die die engagierten Schongauer im eigenen Garten übrig hatten oder die gespendet wurden. „Es ist noch eine Testphase“, so Sylvia Rexa. Demnächst, wenn mit den Auerbergland-Fördergeldern alles geklärt sei, solle es erst richtig losgehen. „Aber man muss ja wissen, was man vorhat. Ob das auch alles so funktioniert.“

An dem Projekt kann sich jeder beteiligen, der möchte

Jeder kann sich an dem Gartenprojekt beteiligen, eigene Pflanzen säen, pflegen und ernten – ohne große Bürokratie oder Anmeldung.

Noch müssen die nötigen Geräte fürs Gärtnern selbst mitgebracht werden, das Brahmsplatz-Team rund um Margarete Mayer plant aber, ein kleines Hüttchen dafür aufzustellen. Einen Wassertrog gibt es immerhin schon.

Regelmäßig am Donnerstagvormittag trifft sich das „Brahmsplatz-Team“, um zu gärtnern, sich an der frischen Luft zu bewegen, Pläne für ihren Platz zu schmieden oder einfach gemütlich zusammenzusitzen. Und dann machen sie es sich auf dem gepflasterten Sitzbereich, auf dem mehrere Tische, Bänke und Stühle für jeden bereit stehen, gemütlich.

Mit vollen Körben sind Margarete Mayer und Gülten Akcakaya jüngst auf den „Brahmsplatz“ gekommen. Sie breiten ein Deckchen auf dem Tisch aus, stellen Getränke und Becher und auch ein bisschen Schokolade darauf. Nach und nach stoßen weitere Schongauer dazu, setzen sich – natürlich mit Abstand – mit an den Tisch.

So ein Platz ist wichtig für die Erholung

Wie wichtig so ein Platz im Grünen zur Naherholung ist, habe die Corona-Krise mit den Ausgangsbeschränkungen noch einmal gezeigt, sagt Irmgard Schreiber-Buhl, die ebenfalls regelmäßig an den Treffen teilnimmt. Dem schließt sich Mayer an. Viele Menschen „aus über 78 verschiedenen Nationen“ leben in Schongau-West. Oft in Häusern ohne Gärten oder nur kleinen Balkonen. Der Brahmsplatz solle dahingehend eine Alternative bieten zum Aufenthalt im Grünen. Die Menschen sollen dort zusammenkommen, sich kennenlernen, austauschen und immer weiter zusammenwachsen, so der Wunsch der Brahmsplatz-Gruppe. Denn noch fehle der Kontakt unter den Nachbarn teilweise.

Margarete Mayer hat noch viele weitere Ideen 

Vieles schwebt Margarete Mayer für den Platz noch vor. Ein Klanggebilde im Baum, passend zu den Musiker-Namen der umliegenden Straßen, eine schöne Wasserstelle, ein Wagen mit regionalen Produkten zum Beispiel. Außerdem solle jeden Monat ein Event stattfinden. „Ein Flohmarkt, ein Theaterstück, eine Märchenstunde für Kinder, Malen“, zählt Mayer Ideen auf, von denen einige in den vergangenen Wochen eigentlich schon umgesetzt werden sollten.

Zunächst komme es aber vor allem darauf an, dass der Platz von möglichst vielen Schongauern als Treffpunkt wahrgenommen und genutzt wird. „Das muss sich alles nach und nach entwickeln“, sagt Irmgard Schreiber-Buhl.

Im Schaukasten neben der Bushaltestelle „Georg-Friedrich-Händelstraße“, wird immer ausgehängt, welche Aktivitäten die Gruppe plant.

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