Eine Prostituierte wartet auf ihrem Zimmer in einem Bordell auf Kundschaft.
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Prostitution ist in Städten von der Größe Schongaus verboten.

„Ich habe schon Mist gebaut“

Während ihre Kinder in der Wohnung sind: Frau bietet unerlaubt ihren Körper an - jetzt steht sie vor Gericht

Ab einer Einwohnerzahl von 30 000 ist das Ausüben von Prostitution zumindest theoretisch erlaubt. Die Stadt Schongau hat aber nur rund 13 000 Einwohner – deshalb stand eine 45-Jährige jetzt vor dem Amtsgericht.

  • Zuerst in einem Massagesalon, dann in ihrem Reihenhaus verkaufte eine Schongauerin ihren Körper.
  • Auf ein Portal stellte sie Fotos von sich und eine konkrete Preisliste.
  • Doch die Sache flog schnell auf - und die Frau landete vor dem Weilheimer Amtsgericht.

Schongau – „Es tut mir so leid“, sagte die Frau und weinte. Eigentlich hätte sie wissen müssen, dass ihre sexuellen Dienste, die sie über ein entsprechendes Internetportal seit 2018 anbot, in Schongau nicht erlaubt sind. Denn schon einmal erhielt sie dahingehend einen Bußgeldbescheid.

Schongau: Frau bietet unerlaubt ihren Körper an - anonymer Anrufer informiert die Stadt

Ein anonymer Anrufer hatte die Stadt Schongau informiert, dass in einem Schongauer Massagesalon nicht nur medizinische Massagen getätigt werden. Durch ein Fenster soll man das beobachtet haben. Die Angeklagte entschied sich dann dazu, ihre Dienste in ihrem Reihenhaus in Schongau anzubieten.

Auf das Portal stellte sie Fotos von sich, eine klar definierte Preisliste für diverse sexuelle Handlungen und auch ihre mobile Telefonnummer. Nur unter der Woche und tagsüber zu begrenzten Zeiten stellte sie ihre Dienste zur Verfügung. Denn da waren ihre beiden minderjährigen Kinder in der Schule.

Frau aus Schongau bietet ihre Dienste in Portal an - immer dann, wenn Kinder in der Schule sind

Nun werden solche Portale überwacht, und da die Frau auf Grund ihrer Telefonnummer schnell identifiziert werden konnte, flog die Sache auf. Die Polizei schickte einen „Scheinfreier“, fatalerweise geschah das im Mai dieses Jahres, als coronabedingt die Schulen geschlossen hatten.

Die beiden Mädchen der Frau waren also zuhause, als der „Scheinfreier“ vormittags eintraf. „Die Ältere saß in der Küche, die Kleine schlief noch“, sagte der Beamte, der den Fall bearbeitet hatte. Bei der Durchsuchung des Schlafzimmers fand man neben einer Großpackung Kondome auch diverses Sexspielzeug.

Polizei schickt „Scheinfreier“ zu Angeklagten - während ihre Kinder daheim sind

„Aber Ihre Kinder haben doch bestimmt etwas mitbekommen, wenn die Männer ein und aus gingen“, fragte die Vorsitzende Richterin Stefanie Rainer. Die Angeklagte erwiderte, dass ihre größere Tochter schon Bescheid wisse, die Kleine nicht. „Natürlich habe ich keine Details erklärt“, sagte sie.

„Ich habe schon Mist gebaut. Aber ich habe keinem Menschen geschadet“

Neben unerlaubter stand auch jugendgefährdende Prostitution zur Anklage. Die bislang unbescholtene Frau wurde zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 16 Euro verurteilt. Sie gilt somit als noch nicht vorbestraft. „Ich habe schon Mist gebaut. Aber ich habe keinem Menschen geschadet“, sagte die Angeklagte bei ihrem letzten Wort.

Schongauerin will ihre Dienste künftig in Augsburg anbieten

In Zukunft will sie ihre Dienste in Augsburg anbieten. Eine entsprechende Stelle hat sie schon. Und sie ist nun offiziell für dieses Gewerbe angemeldet. Nach dem geltenden Prostitutionsschutzgesetz erhielt sie einen entsprechenden Ausweis und eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes. Die Papiere legte sie dem Gericht vor.

(Von Regina Wahl-Geiger)

Einen rabenschwarzen Tag erlebte kürzlich Günter Gewitsch aus Peiting: Während der 64-Jährige beim Hautarzt eine Krebsdiagnose erhielt, wurde draußen sein Auto angefahren. Der Unfallverursacher machte sich einfach aus dem Staub. Außerdem interessant: Vor der Schongauer Realschule demonstrierten vor wenigen Tagen die „Klardenker“ gegen Corona-Maßnahmen.

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