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Bei den Zugaben durfte auch der Moderator mitsingen, wenn auch nicht so stimmgewaltig wie (von.rechts) Maria Hegele, Francesca Paratore, Anna-Magdalena Perwein und Daniel Weiler, begleitet von Almira Kreimel am Flügel.

Giovannis Liebesbriefe im Ballenhaus

So macht Oper jedem Spaß

Manchmal braucht es frischen Wind und eine Portion jugendlicher Politur, um angestaubten Sachen wieder zu ihrem verdienten Glanz zu verhelfen. Als Meister des musikalischen Frühjahrsputzes erwiesen sich die Studenten des Salzburger Mozarteums, die mit ihrer erfrischenden Wiederbelebung alter, berühmter Opern-Arien das voll besetzte Ballenhaus begeisterten.

Schongau – „Liebe und Oper gehören zusammen“, erklärte Moderator Jürgen Erhard, alias Professor Dr. Röhrig, zu Beginn. Dessen hintergründiger und teilweise sarkastischer Hörsaal-Humor, gespickt mit interessanten wissenschaftlichen Erläuterungen, dauerte eine Weile, bis er bei den Besuchern ankam, dann dafür aber umso besser. Denn schon nach kurzer Zeit war jeder der knapp 200 Zuhörer gebannt von „Don Giovannis Liebesbriefen“.

Die Studenten des Mozarteums hatten sich einen modernen, und doch altbekannten Plot erdacht, bestehend aus Liebe, Freundschaft, Eifersucht, Neid, Verführung und den dazugehörigen Irrungen und Wirrungen.

Im Mittelpunkt stand dabei natürlich der Frauenheld Don Giovanni, dem Daniel Weiler mit seinem wunderbar weichen und doch gewaltigen Bariton mehr Sympathie einhauchte, als die historische Vorlage verdient hätte. Denn dieser versprach nicht nur Suse, die wieder einzigartig schön von Schongaus Vorzeige-Sopranistin Anna-Magdalena Perwein gesungen wurde, die ewige Liebe, sondern auch Gretel, Suses bester Freundin und WG-Mitbewohnerin.

Francesca Paratore gab die Figur, die an Engelbert Humperdincks wohl berühmteste Oper angelehnt war, in all ihren Facetten und einem stimmgewaltigen sowie gefühlvollen Sopran.

anganhaltender Applaus, lachende Gesichter: „Don Giovannis Liebesbriefe“ begeisterten die knapp 200 Gäste im Ballenhaussaal.

Dass Maria Hegele erst die Rolle des Hänsel und später eine gespielte Frauenrolle einnahm, diente nicht nur der Rache der verschmähten Sopranistinnen, sondern passte auch wunderbar zu ihrem unvergleichlich weichen Mezzosopran.

Kongenial begleitet von Almira Kreimel am Flügel, durchlebten die Besucher zusammen mit den Protagonisten auf der Bühne das ganze Spektrum an Gefühlen, das die Liebe nun einmal bereithält. Von heiter und unbeschwerten Arien aus „Figaros Hochzeit“ und „Hänsel und Gretel“, bis zum verzweifelten und enttäuschten „Ach, ich fühl’s“, mit dem Pamina in der „Zauberflöte“ stets alle Zuhörer zu Tränen rührt, nahmen die Sänger mit harmonischer Stimmgewalt und schauspielerischem Talent ihre Gäste mit in ihre Welt.

Doch die Geschichte war nicht melodramatisch aufgeladen: Durch witzige Ideen in der Inszenierung und den trockenen Kommentaren von Jürgen Erhard geriet der Abend nicht allein zu einem musikalischen Erlebnis der Extraklasse, sondern bereitete vor allem eins: Freude! Und das honorierten die Gäste im Ballenhaus mit lang anhaltenden stehenden Ovationen, Bravo-Rufen und viel Lob nach der Vorstellung. So macht Oper einfach jedem Spaß.

Christine Wölfle

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