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Andreas Wiesmann an der Orgel mit den Solistinnen Anna-Magdalena Perwein (Sopran, Mitte) und Maria Hegele (Mezzosopran, rechts). 

Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt

Glanzpunkte bei der Orgelnacht

Eine glanzvolle Orgelnacht mit zahlreichen Höhepunkten erwartete die Zuhörer in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Andreas Wiesmann präsentierte junge Solisten und ein mit Bedacht ausgewähltes Programm. Das Motto „Lehrer, Schüler, Vorbilder“ zog sich wie ein roter Faden durch den Abend.

Schongau – Gleich zu Beginn wurde einem großen Lehrmeister gehuldigt. Mit dem berühmten Präludium und Fuge D-Dur BWV 532 des jungen Johann Sebastian Bach zeigte Andreas Wiesmann seine Virtuosität an Tasten und Pedalen. Und das nicht nur an der großen Sandtner-Orgel.

Bei den zwei Orgelkompositionen des süddeutschen Barock „Toccata prima in d“ von Johann Caspar Kerll und der Choralpartita „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ von Johann Pachelbel kam erstmalig die neu erworbene Chororgel im Altarraum zum konzertanten Einsatz.

Die „kleine Schwester“, die im Gegensatz zu der großen Orgel nur über 300 Pfeifen verfügt, aber ebenfalls aus dem Hause Sandtner stammt, überzeugte nicht nur durch feinen Klang, sondern ermöglichte auch dem Publikum einen Blick auf den Hauptakteur des Abends.

Abgerundet wurde der erste Konzertteil durch Franz Liszts Hommage an sein Vorbild Bach, „Präludium und Fuge über den Namen B-A-C-H“. Das abwechslungsreiche, romantische Werk mit der immer gegenwärtigen magischen Tonfolge B-A-C-H beeindruckte durch seinen überwältigenden Schluss und gab zudem einen Eindruck der klanglichen Möglichkeiten der Orgel.

Die vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeierten Solistinnen Anna-Magdalena Perwein (Sopran) und Maria Hegele (Mezzosopran) präsentierten sich ebenfalls erst zur Chororgel im Altarraum, bevor sie auf die Empore verschwanden und dort mit einem berührenden zweistimmigen Ave Maria aus der Feder von Camille Saint-Saens ihre Sangeskunst feierten.

Stehende Ovationen gab es vom Publikum im zeitweise voll besetzten Kirchenraum von Mariae Himmelfahrt.

Den krönenden Abschluss dieses Teils, in dem auch der ehemalige Schongauer Chorregent Heinrich Huber mit Auszügen aus seinen fünfzig Offertorien gewürdigt wurde, bildete die einfühlsam interpretierte „Messe pour deux voix ègales op.167“ von Cécile Chaminade. Diese war eine begabte Schülerin von Georges Bizet, dessen Agnus Dei ebenfalls zur Aufführung kam.

Mit glänzenden Orgel-Improvisationen berühmter Pfingstlieder wartete Matthias van Velsen aus Weissenhorn und führte die Zuhörer musikalisch durch verschiedene Epochen und Kulturen.

Der anschließende Teil für Flöte und Orgel, gab Querflötistin Katharina Ehlich, die bereits zum wiederholten Male Gast bei der Orgelnacht war, die Möglichkeit an ihrem Instrument zu brillieren. Mit dem 1. Satz der „Sonate e-Moll“ von Johann Sebastian Bach, „Suite Antique“ von John Rutter, „Andante pastoral“ von Claude Taffanel und dem Flötenkonzert op. 283 von Carl Reinecke, konnten die Besucher in Klängen des Barock und der Neuzeit schwelgen.

Wer durchhielt bis zuletzt, wurde im Anschluss daran noch mit Highlights der französischen Orgelmusik belohnt. Andreas Wiesmann unternahm einen Streifzug durch vier Generationen von „Lehrern Schülern, Vorbildern“ und entließ schließlich die zahlreichen Besucher nach dieser beglückenden Orgelnacht mit Gelegenheit zu nachdenklichen und meditativen Gedanken in eine laue Sommernacht.

Ursula Fröhlich

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