+
Das Grab Heinrich Hubers und seiner Frau Emma wird zum Ehrengrab der Stadt Schongau. 

Erstes Schongauer Ehrengrab

Grab von Schongauer Chorregenten soll aufgelöst werden - Kreisheimatpfleger verhindert es

  • schließen

Die Grabstätte des Schongauer Chorregenten Heinrich Huber sollte aufgelöst werden. Verhindert hat dies nun Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer. 

Schongau – Erst vor drei Jahren hatte man des 100. Todestags von Heinrich Huber gedacht, Kirchenmusiker, Musikpädagoge und Komponist – und für knapp zwölf Jahre Schongauer. Gestorben ist der Kirchenmusiker im Haus am Marienplatz 11 am 11. August 1916. Er wurde nur 36 Jahre alt und erlag der Lungentuberkulose.

Der Schongauer Chorregent und Kirchenkomponist ist im Schongauer Stadtfriedhof begraben. „Da der letzte Nachkomme in München lebt und mit über 80 Jahren nicht mehr in der Lage ist, das Grab zu pflegen, wurde ein Antrag gestellt, die Grabstelle aufzulassen“, berichtet Helmut Schmidbauer. Dies wollte der Kreisheimatpfleger aus Schongau natürlich unbedingt verhindern und stellte seinerseits einen Antrag bei der Stadt, die Grabstätte als städtisches Ehrengrab weiterzuführen.

So argumentiert der Kreisheimatpfleger dafür, die Grabstätte als städtisches Ehrengrab weiterzuführen

Die Begründung fiel Schmidbauer nicht schwer. Heinrich Huber war mit Emma Bader verheiratet, der Schwester des Schongauer Bürgermeisters Franz Bader. Im November 1879 in Rain am Lech geboren, übernahm er 1904 das Amt des Chorleiters in Schongau, das er bis zum Schluss innehatte.

„Huber war ein meisterhafter Komponist zahlreicher hervorragender kirchenmusikalischer Werke, die auch heute noch von Kirchenchören im gesamten deutschsprachigen Raum bis Südtirol aufgeführt werden“, so Schmidbauer. Als Stadtkapellmeister habe er den Klangkörper der Schongauer Stadtkapelle weg von der überlieferten altbayerischen Blasmusik hin zur sogenannten „Türkischen Musik“ mit Trommeln, Piccoloflöten, Glockenspiel und Becken mit dem heute vertrauten Klangbild geformt.

Intensiv mit Biographie des Schongauer Chorregenten auseinandergesetzt

Im Rahmen einer umfangreichen Lehr- und Unterrichtstätigkeit sowie als Leiter der Liedertafel Schongau führte Huber den musikalischen Nachwuchs zu großen Aufführungen von Oratorien und Messen, weiß der Kreisheimatpfleger. Hubers zwei Requiems, Predigten, Gesänge und Oratorien werden noch immer in der Kirchenmusikwelt geschätzt. Schmidbauer: „Nach wie vor kommen teils von weit her Anfragen zu Hubers Person und Grabstätte. Huber muss deshalb als höchst verdienstvolle Persönlichkeit der neueren Stadtgeschichte gelten.“

Schmidbauer hatte sich bereits zum 100. Todestag Heinrich Hubers intensiv mit der Biografie des Schongauer Chorregenten auseinandergesetzt. Damals war von der Kulturstiftung nicht nur am Geburtshaus eine Gedenktafel angebracht worden. Schmidbauer hatte gemeinsam mit Irmgard Freimut, Katy König und Andreas Wiesmann im Schongauer Stadtmuseum eine Gedächtnisausstellung aufgebaut.

Auch der Grabstein auf dem Schongauer Friedhof ist von Bedeutung

Zu eben diesem Jubiläum wurde auch ein Kranz niedergelegt am Grab des Schongauers. Auch der Grabstein selbst ist von Bedeutung, so der Hinweis Schmidbauers. „Der Grabstein ist ein Werk des bekannten Schongauer Steinmetzen Xaver Schropp, der das künstlerisch sehr wertvolle Grabmal im Heimatstil (Art deco auf Bayerisch) in Kreuzesform gearbeitet hat. Es zeigt ein Steinrelief mit einer Lyra als Sinnbild der Musik und einen Eichenstamm, der knapp über dem Boden abgesägt ist, ein Hinweis auf den allzu frühen jähen Tod Hubers“, so der Kreisheimatpfleger. „Das Grab gehört auf jeden Fall zum ,Gesicht’ des historischen Stadtfriedhofs.“

Seitens der Stadt Schongau wurde die Anregung des Kreisheimatpflegers, das Grab als „Städtisches Ehrengrab“ zu führen, aufgegriffen und vom Stadtrat abgesegnet. Laut Schmidbauer handelt es sich um das erste Ehrengrab, das es in Schongau bisher gibt.

Lesen Sie auch: Historischer Markt in Schongau eröffnet: Gaukler, Musikanten und viele Besucher

Außerdem interessant: Bernbeurer Ortsdurchfahrt nimmt Gestalt an - Ende der Arbeiten ist absehbar

Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wird Dach der Mehrzweckhalle zur Kostenfalle?
Das alte Dach der Apfeldorfer Mehrzweckhalle könnte beim geplanten Dorfgemeinschaftshaus zur Kostenfalle werden. Nun wurden ein Statiker und eine …
Wird Dach der Mehrzweckhalle zur Kostenfalle?
Schönegger Käsealm expandiert weiter - vier Standorte in Österreich
Die Schönegger Käsealm expandiert: Das Familienunternehmen mit Sitz in Prem übernahm zum 1. August über seine Tochter „Sulzberger Käserebellen“ die Käserei Reutte. Es …
Schönegger Käsealm expandiert weiter - vier Standorte in Österreich
Alte Handwerkskunst beim Historischen Markt: Korbflechterin zaubert Kunstwerke
Vor allem alte Handwerkskunst ist auf dem Historischen Markt in Schongau gefragt. Ein Blickfang in jeder Hinsicht ist Anna Gast-Wendland aus Hohenfurch, die als …
Alte Handwerkskunst beim Historischen Markt: Korbflechterin zaubert Kunstwerke
Vollsperrung der Marktoberdorfer Straße - Umleitungen eingerichtet
Weil ein Teil der Marktoberdorfer Straße neu asphaltiert wird, müssen sich Verkehrsteilnehmer ab Montag auf Umwege einstellen. Anwohner erreichen ihre Häuser teilweise …
Vollsperrung der Marktoberdorfer Straße - Umleitungen eingerichtet

Kommentare