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Das Salome in Schongau West hat in der Region große Konkurrenz.

“Dirty Diana“ in Grafenwöhr

Schongauer Brüder wollen Tabledance-Bar in Grafenwöhr eröffnen

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In eine weitere Tabledance-Bar, das „Dirty Diana“, investieren wollen die zwei Schongauer Brüder Aristoteles und Konstantinos Mavrokefalos, und zwar in Grafenwöhr. Die Stadträte in der Oberpfalz haben bereits zugestimmt. Auch Tänzerinnen aus dem Schongauer Salome könnten dort bald auftreten.

Schongau/Grafenwöhr – Im Grafenwöhrer Gewerbepark soll eine Tabledance-Bar entstehen. Darüber berichtet Onetz, der Internet-Auftritt von Oberpfalzmedien mit „Der neue Tag“, „Sulzbach-Rosenberger“ und „Amberger Zeitung“. Demnach hat der Stadtrat von Grafenwöhr kürzlich das Vorhaben gegen zwei Stimmen abgesegnet, nun fehlt nur noch das Ja der Genehmigungsbehörde. „Wir wollen eigentlich noch gar nicht groß darüber sprechen, wir sind da etwas abergläubisch“, so der Schongauer Konstantinos Mavrokefalos. Seinem Bruder Aristoteles, Geschäftsführer im Salome-Club in Schongau-West, geht es ähnlich, aber er geht davon aus, dass die Genehmigung des Landratsamtes binnen weniger Wochen vorliegt. Läuft alles nach dem Wunsch der Brüder, sollen dann die Räumlichkeiten im Gewerbepark, die seit Jahren leer stehen, renoviert und in eine Tabledance-Bar umgestaltet werden. Auch einen Namen haben sie sich schon ausgedacht, wie Aristoteles Mavrokefalos verrät: Der Club soll „Dirty Diana“ heißen nach dem Hit von Michael Jackson aus dem Jahr 1988.

Der Club in Schongau bleibe aber erst einmal wie gehabt, versichert Aristoteles Mavrokefalos. Weil aber in Schongau nur ein kleines Team von drei bis fünf Tänzerinnen nötig ist, könnte es sein, dass künftig auch Frauen in Grafenwöhr tanzen, die bisher in der Tabledance-Bar in Schongau aufgetreten sind, zumindest in der Anfangszeit. „Wir machen den Job jetzt seit zehn Jahren und haben einen Stamm von 30 bis 40 Mädels, die als Tänzerinnen in ganz Deutschland, Österreich oder der Schweiz unterwegs sind“, erklärt der Geschäftsführer.

In diesem Gebäude im Grafenwöhrer Gewerbepark wollen die Brüder Mavrokefalos eine Tabledance-Bar betreiben.

Der Stadtrat in Grafenwöhr entschied just zum gleichen Zeitpunkt über die neue Tabledance-Bar im städtischen Gewerbegebiet, als der Schongauer Stadtrat über die neue Pension im Obergeschoss von Fressnapf und Pennymarkt in Schongau-West beriet, direkt neben dem Salome, aber mittlerweile nicht mehr in Besitz der Brüder. Der neue Besitzer und Bauherr kommt nicht aus Schongau, sondern führt seit vielen Jahren einen vergleichbaren Betrieb in Obergriesbach im Landkreis Aichach-Friedberg. Der Bauausschuss der Stadt Schongau genehmigte in seiner Sitzung Mitte Januar das Boardinghouse mit 40 Betten unter dem Vorbehalt, damit nicht alten Entscheidungen in früheren Sitzungen zu widersprechen (wir berichteten).

In Grafenwöhr möchten die beiden Brüder zur Sicherheit der Angestellten nach Zimmern oder Wohnungen für ihre Angestellten suchen. „Um fünf Uhr morgens allein auf dem Heimweg, betrunkene Gäste – da kann alles Mögliche passieren“, wird Aristoteles Mavrokefalos bei Onetz zitiert. In Schongau haben sie ihre Pläne, ein Boardinghouse für Handwerker, Monteure und Reisende, aufgegeben. „Die haben alle Witze gerissen und die Pläne mit der Tabledance-Bar in Verbindung gebracht“, ärgert sich Aristoteles Mavrokefalos noch heute. „Es war zwar ironisch gemeint, aber so was Blödes habe ich noch nie zuvor gehört – ich will doch nicht im Knast landen.“ Bevor da jemand auf falsche Gedanken kommt: „In Schongau hat sich das Thema für uns erledigt“, so Aristoteles Mavrokefalos.

Jetzt sind die beiden Brüder also nur noch Pächter der Räumlichkeiten für das Salome, der Pachtvertrag läuft noch vier Jahre. Die Zukunft in der Lechstadt will man sich aber offen halten. „Schongau ist Schongau“, sagt Aristoteles Mavrokefalos mit Blick auf die vergleichsweise recht kleine Stadt. Die Zeiten sind schwieriger geworden, denn im nahen Umkreis gibt es nicht nur die Melody-Bar in Peiting, sondern gleich zwei neue Tabledance-Clubs: Die Erotikbar Angelique in Peißenberg und der Nachtclub Sieben Sterne, ebenfalls mit Table Dance in Marktoberdorf. „Jeder macht sein Geschäft, aber es nimmt ab. Und die Miete ist nicht gerade billig – ich muss schon kämpfen“, so Aristoteles Mavrokefalos mit Blick auf die Finanzen. Das „Dirty Diana“ sei eine gute Chance. Und da ist er sich mit seinem Bruder einig. Konstantinos Mavrokefalos: „Wir wollen ein bisschen vorbauen für die nächsten Jahre – wenn es gut läuft, sind wir weg.“

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Kommentare

GrantlerAntwort
(0)(0)

Das ist meistens so: Was die Eltern schaffen, das macht der Nachwuchs zunichte. Das was man nicht selbst erarbeiten muss ist nichts wert und muss so schnell wie möglich durch gebracht werden.

Hubilein
(0)(0)

Da ham se das Pulver vom Vater endlich komplett durchgebracht.Die hatten schon immer ganz tolle Geschäfts Ideen,die Herren Söhne.