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Die Zukunftsvision: Die Peitinger Straße unterquert die Bahnlinie und führt auf die neue Brücke links der Bahnbrücke. Auf der anderen Flussseite gehen Peitinger Straße und Bahnhofstraße direkt ineinander über.

Staatliches Bauamt Weilheim

Große Pläne für neue Brücke über den Lech in Schongau: Ist das die Lösung für die Lechvorstadt-Kreuzung?

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Noch ist es Zukunftsmusik, doch das Staatliche Bauamt feilt an dem großen Wurf für die schwierige Verkehrssituation am südlichen Ortseingang von Schongau. Die Peitinger Straße soll direkt an die Bahnhofstraße angebunden werden – mit einer neuen Brücke über den Lech. Auch am südlichen Lechufer entstehen mächtige Bauwerke.

Schongau– Die Verantwortlichen im Staatlichen Bauamt halten den Ball zwar noch betont flach. Doch das, was sie vorhaben, könnte den gordischen Knoten lösen, dem das Straßengeflecht zwischen Lechvorstadt und Lechberg gleicht. Es sei zwar noch recht unausgegoren, hält sich Abteilungsleiter Christoph Prause zurück. Doch er kann schon recht anschaulich erklären, auf was für eine Großbaustelle sich die Schongauer in Zukunft mehrere Jahre lang einstellen dürfen.

Im Fokus des Staatlichen Bauamts steht zunächst die schon nach dem Krieg errichtete Lechbrücke. Sie hat laut Prause immerhin noch eine Bewertungs-Note von 2,7. „Das ist nicht besonders schlecht“, betont Prause. Dennoch steht das Bauwerk auf dem Prüfstand. In diesem Jahr wurde sein Zustand bereits voruntersucht, auf den Bericht wartet die Behörde noch. Fest steht, dass die Brücke in drei bis fünf Jahren soweit saniert wird, damit Standfestigkeit und Verkehrssicherheit für die nächsten 12 bis 15 Jahren gewährleistet sind, erläutert Prause. Nach diesem Zeitraum dürfte ihm zu Folge allein schon aus wirtschaftlichen Gründen ein Neubau kommen. Und der soll dann gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Gleise werden unterführt

Prause spricht von einem „komplexen Projekt“ und einer „großen Herausforderung“. Auf der Südseite des Lechs soll die Peitinger Straße abgesenkt werden. Hinter den Haindl-Häusern wird der Verkehr in einem Trogbauwerk verschwinden und auf die Bahnlinie zulaufen.

Parallel zur Friedrich-Haindl-Straße werden die Gleise bei der Firma UPM unterführt. Das wird laut Prause baulich sehr anspruchsvoll, weil die Durchfahrtshöhe beachtliche 4,50 Meter betragen muss. Hinter der Bahnunterführung geht es dann wieder steil nach oben, damit der Anschluss an das neue Brückenbauwerk über dem Lech hergestellt werden kann. In einem Rechtsbogen verbindet dieses dann die Peitinger Straße auf direktem Weg mit der Bahnhofstraße.

Dass die Idee umgesetzt wird, hält Prause „für realistisch“. Die Gesamtkosten schätzt er auf einen knapp zweistelligen Millionenbetrag. Kopfzerbrechen bereitet den Experten im Staatlichen Bauamt noch die Verkehrsführung während der verschiedenen Bauphasen.

Aktuell fahren die Autos von der Lechuferstraße, vom Lechberg und von der Bahnhofstraße auf die Kreuzung ein. Sie dürfen links und rechts abbiegen. Dabei müssen sie dann noch auf den Verkehr achten, der von rechts auf der Peitinger Straße kommt und auf den aus der gegenüberliegenden Straße Lechvorstadt.

Der Widerstand gegen die Pläne dürfte sich aber in Grenzen halten. Schließlich würde endlich das immer währende Verkehrsproblem an der Lechvorstadt gelöst: Derzeit sind die Bahnhof- und die Peitinger Straße über zwei Bahnübergänge miteinander verbunden. Kommt ein Zug, steht der Verkehr still. Die Situation mit fünf aufeinandertreffenden Straßen samt Gleis ist alles andere als ideal. Ortsfremde, die vom Lechberg oder der Lechuferstraße in die Peitinger Straße einbiegen wollen, sind oft heillos überfordert. Oft kommt es an der Stelle zu chaotischen Szenen.

Stadt begrüßt Pläne des Staatlichen Bauamts

Bei der Stadt werden die Pläne des Staatlichen Bauamts daher auch begrüßt. Die Untersuchungen seien zwar alle noch in den Anfängen, schränkt Stadtbaumeister Sebastian Dietrich ein. Grundsätzlich werde man aber „alles unterstützen, was die Situation verbessert“.

Der Stadtbaumeister erhofft sich unter anderem auch eine Verbesserung am Bahnübergang von UPM an der Friedrich-Haindl-Straße. Dort war es im Herbst 2017 und im Januar 2018 bekanntlich zu schweren Unfällen gekommen, als Züge Lkw rammten.

In Geduld üben müssen sich derweil weiterhin die Radfahrer. Bei der zunächst anstehenden Sanierung der bestehenden Lechbrücke kann für sie kein neuer Raum geschaffen werden. Es stehe aber außer Frage, dass man beim Bau der neuen Brücke ein durchgängiges Radwegekonzept realisieren werde, heißt es vom Staatlichen Bauamt in Weilheim.

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