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Einen bunten Strauß gab es am Wahlabend für Daniela Puzzovio von Siegfried Müller (ALS) als Dank.

Kommunalwahl 2020 in Schongau

Grüne: Auf Anhieb drei Sitze im Stadtrat

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die Schongauer haben ihre Stimmen für den Stadtrat salomonisch verteilt. Die SPD verliert eine Stimme, dafür sind Grüne und ALS gleich stark. Bis auf zwei sind alle Räte, die sich der Wiederwahl stellten, dabei. Raus sind Robert Stöhr (CSU) und Ralf Schnabel (UWV). Dafür ist Michael Eberle nach vorn marschiert. Auch zwei Schwestern wurden gewählt. Ein weiterer Kandidat von CSU oder SPD steht erst nach der Stichwahl fest.

Update, 26. März: Nicht mehr lange bis zu den Stichwahlen im Landkreis Weilheim-Schongau: In unserem Live-Ticker erfahren Sie Ergebnisse, News und Reaktionen vom Wahltag.

Schongau Nachts um kurz nach vier Uhr stand in Schongau das vorläufige Ergebnis der Stadtratswahl fest, Wahlleiterin Bettina Schade war erst um halb fünf Uhr daheim. Die CSU bleibt mit 36,3 Prozent die stärkste Fraktion, konnte im Vergleich zu 2014 (33,9 Prozent) sogar leicht zulegen. Alle acht Sitze im Stadtrat sind damit gesichert. Die Grünen (11,0 Prozent) kommen als nun eigene Partei auf drei Sitze, ebenso wie die ALS (11,9). Das Ende der gemeinsamen Liste hat also nicht unbedingt geschadet, beide haben profitiert, zuvor hatte man zusammen nur fünf Sitze inne (2014 ALS+Grüne 18,4 Prozent).

Diesen einen Sitz im Stadtrat musste die zweitstärkste Fraktion abgeben, die SPD kam diesmal nur noch auf 25,3 Prozent. Im Vergleich: 2014 waren es noch 29,4 Prozent. Derzeit stehen sechs SPD-Stadträte auf der Liste.

Bei der UWV bleibt alles beim Alten, auch wenn es etwas weniger Stimmen gab als 2014 (15,5 aktuell, damals 18,3 Prozent), reichte es wieder für vier Sitze im Stadtrat.

Ein Stadtrat kommt mit der Stichwahl noch hinzu

Wie der Stadtrat abschließend aussehen wird, weiß man erst in zwei Wochen, wenn das Ergebnis der Stichwahlen feststeht. Je nachdem, ob der amtierende SPD-Bürgermeister Falk Sluyterman von den Wählern am 29. März bestätigt wird, oder sein Herausforderer Hans Rehbehn (CSU) das Rennen macht, rutscht ein weiterer Stadtrat der jeweiligen Liste nach, denn beide Kandidaten kandidierten auf Platz eins. Gewinnt Hans Rehbehn, kommt als weiterer Stadtrat Florian Jocher, bleibt Sluyterman Bürgermeister, darf sich Alexander Majaru doch noch an den Ratstisch setzen. Bei den SPD-Wählern war der Landratskandidat offensichtlich nicht so gut angekommen: Er war ursprünglich als dritter auf der Liste angetreten, kam aber nur auf Platz sieben. Dafür wollte sich Martin Schwarz etwas zurückziehen, wurde aber von Platz 21 auf Platz sechs gewählt.

Zwei Namen tauchen nicht mehr auf der Stadtratsliste auf: Robert Stöhr von der CSU ist abgewählt worden, hatte sich aber auch nur auf Listenplatz 17 um eine weitere Amtsperiode beworben. Dafür wurde vom letzten Listenplatz aus Michael Eberle wieder reingewählt, er sprang nach vorne auf Platz drei hinter Bürgermeisterkandidat Rehbehn und Stadträtin Kornelia Funke. Überraschend raus ist bei der UWV Stadtrat Ralf Schnabel, der auf Listenplatz drei angetreten war und zuletzt in Sachen Gemeinwohl-Ökonomie groß die Werbetrommel gerührt hatte. Die Schongauer haben stattdessen der Wirtschaft und der Geschäftswelt deutlich mehr Gewicht gegeben: UPM-Konzern-Vorstand Winfried Schaur rutschte hoch auf Platz drei, und die Werbegemeinschaft Altstadt ist mit Susanne Tischner nun noch stärker vertreten.

Alle weiteren amtierenden Stadträte, die nochmals angetreten waren, wurden bestätigt. In Sachen Gleichberechtigung geht es in Schongau in die richtige Richtung, denn künftig werden elf Frauen im Stadtparlament vertreten sein, darunter die beiden Schwestern Teresa und Janaina Subiabre Haseitl. Bisher waren nur sieben der 24 Stadträte weiblich.

Kellermann: Mit Ausgang der Bürgermeisterwahl nicht unzufrieden“

Was sagen die einzelnen Parteien zu ihrer Wahl? „Wir sind mit dem Ausgang der Bürgermeisterwahl nicht unzufrieden, da es immer schwierig ist, einen Amtsinhaber aus dem Amt zu kegeln“, so Oliver Kellermann, Ortsvorsitzender der CSU. Das erste Ziel, die Stichwahl, sei erreicht. Jetzt wolle man Vollgas geben, die Bürger zu überzeugen. Überraschend sei der Erfolg der Grünen gewesen. „Es wird eine spannende neue Mischung im Gremium.“

„Wahltag ist Zahltag, so heißt es“, meint Friedrich Zeller, kommissarischer SPD-Ortsvorsitzender. Dass es knapp werden würde bei der Bürgermeister-Wahl, davon sei er ausgegangen. Jetzt gelte es, die Bürger zu motivieren, die Chance zur Stichwahl zu nutzen. Zeller bedauert, dass so wenig Junge in den Stadtrat gewählt wurden. Er zollt Martin Schwarz Respekt. „Mit Majaru könnte noch ein weiterer Familienvater ins Gremium kommen.“

Auch für die UWV kommt die Stichwahl nicht unerwartet. „Wer nun unsere Stadt durch die kommende schwere Zeit steuert, wird sich in zwei Wochen zeigen, wir als Unabhängige sprechen wie immer keine Empfehlung aus, sichern aber beiden Kandidaten die Zusammenarbeit im Sinne unserer Heimatstadt zu“, so Ortsvorsitzender Stephan Hild. Wieder mit vier Sitzen vertreten zu sein, verbuche man als ordentliches Ergebnis.

Buresch: Im Gremium sind interessante Debatten zu erwarten

„Unser Ortsverband ist noch nicht einmal ein Jahr alt – dafür ist es ein schöner Erfolg“, so Bettina Buresch von den Grünen. Dass die Schongauer neben Buresch selbst vor allem den jungen Frauen ihr Vertrauen geschenkt hätte, freue sie sehr. Sonst seien generell ja eher ältere Kandidaten gewählt worden. „Wir werden ein tolles Team sein: Teresa und Janaina Subiabre Haseitl sind super motiviert und werden dem Stadtrat gut tun!“ Grundsätzlich verspreche die Sitzverteilung im Stadtrat durch die gute Ausgewogenheit interessante Debatten.

Die ALS – erstmals ohne die Grünen angetreten – zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Ausgang. Die Hälfte des Ziels, die Stichwahl, und dass Daniela Puzzovio mit im Gremium ist, sei erreicht, so Renate Müller für die ALS. Die Freude über das Ergebnis werde allerdings sehr von der Tatsache getrübt, dass die Wahlbeteiligung in Schongau so gering war. Müller: „Wenn sich fast die Hälfte der Wahlberechtigten (46,4 Prozent) nicht beteiligt, dann muss eigentlich schon einiges schief gelaufen sein.“

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