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Vollen Körpereinsatz zeigten Lehrer und Schüler des Welfen-Gymnasiums Schongau sowohl während, als auch nach dem Spendenlauf beim gemeinsamen Fotoshooting.

Spendenlauf 

Gymnasiasten drehen 1167 Runden für den guten Zweck

Laufen, spenden, „abrocken“: Die Schüler des Welfen-Gymnasiums Schongau haben bei ihrem „Run for Manang“-Spendenlauf in der Lechsporthalle ordentlich aufhorchen lassen. Nicht nur musikalisch – sondern auch mit unermüdlichem Einsatz und einer beachtlichen Spendensumme.

Schongau – Spendenläufe sind eine wahrlich tolle Sache. Nicht nur, weil man hier sporteln und gleichzeitig etwas Gutes tun kann. Sondern auch, weil dieses „Laufen für den guten Zweck“ so manchen zu Höchstleistungen treibt, ja sogar „Wunderheilungen“ vollbringt – und musikalische Highlights setzt.

Zumindest, wenn die Schüler des Welfen-Gymnasiums Schongau ihre Finger im Spiel haben. Denn dann wird so ein Spendenlauf mal schnell zu einer ziemlich launigen Angelegenheit – und erfolgreich noch obendrein.

„Ich bin total stolz.“ Veronika Dietzel, Lehrerin am Welfen-Gymnasium Schongau, ist sichtlich zufrieden an jenem Donnerstagmorgen. 31 Achtklässler haben soeben fleißig Runden in der Schongauer Lechsporthalle gedreht, und damit die „Run for Manang“-Spendenkasse ordentlich klingeln lassen. „Das ist sehr schön“, sagt die Sportlehrerin. „Je mehr Geld wie zur Verfügung haben, desto besser ist es.“

Freude im nepalesischen Manang

Und umso größer ist die Freude der Partnerschüler im nepalesischen Manang. Jenen gilt nämlich die Aktion, die Dietzel mitsamt ihrem Projekt-Seminar „Nepal“ an diesem 17. Oktober über die Bühne gebracht hat.

Die Idee: Achtklässler sollen eine Schulsportstunde lang Runden in der Turnhalle laufen. Nicht, um eine gute Sportnote zu bekommen – sondern, um mit jeder gelaufenen Runde ihren Sponsoren und Geldgebern einen zuvor festgelegten Geldbetrag abzuluchsen.

Da freut sich einer: Spendenlauf macht Spaß.

Als „Sponsor“ muss dann schon mal die eigene Oma herhalten, die ihrem „Enkerle“ zwei Euro pro Runde versprochen hat. „Das ist wirklich toll“, meint Dietzel. „Die brauchen da nämlich wirklich jeden Cent.“

Die, damit sind die Schüler der Lophel Ling School im nepalesischen Manang gemeint. Jenen möchte Dietzel, gemeinsam mit einer Gruppe Schongauer Oberstufenschüler, im kommenden Frühjahr einen Besuch abstatten – und eine kleine Freude bereiten: Das Schulhaus soll saniert, Schul- und Spielmaterial angeschafft werden. Ohne finanzielle Mittel ist das aber nicht möglich.

Da kam den Schülern die Idee zum „Run for Manang“. „Eine sehr gute Sache“, wie Dietzel findet. Ihr Herz „brenne“ ohnehin für jegliche Aktionen, die dem Wohl der nepalesischen Partnerschüler zugute kommen.

Eben dieses „brennende Herz“ der Lehrerin schien sich auch beim „Run for Manang“ auf alle anderen Beteiligten übertragen zu haben.

Auch die Oberstufenschüler waren Feuer und Flamme

Auf die „großen“ Oberstufenschüler, die mit „Feuer und Flamme“ die Organisation des Laufes übernommen hatten. Mit Stift und Zettel bewaffnet standen und saßen sie in der Turnhalle, vermerkten Runde für Runde auf ihrer Spendenliste – und liefen schließlich selbst noch mit: „Des zahlt die Lehrerin“.

Auf die „kleinen“ Achtklässler, die zu teilweise ungeahnter Höchstleistung aufliefen, auch wenn das „Kopferl“ schon arg rot vor Anstrengung war.

Jeder gab sein Bestes

Und auch auf die anwesenden Sportlehrer, die ihre Schüler, egal ob groß oder klein, mit guten Ratschlägen („Die Arme locker lassen“) und lautstarken „Da geht noch was“-Parolen nach vorne peitschten. Jeder gab sein Bestes in dieser etwas anderen Sportstunde – was vielleicht auch an der anspornenden Musik lag, die aus den Turnhallen-Boxen schallte.

Musik spornt die Läufer an

„Mit Musik macht´s doch mehr Spaß“, hatte bereits kurz vor Beginn des Spendenlaufs eine Lehrkraft prophezeit und die passenden Kabel herbeigeschafft. Sie sollte Recht behalten. Denn spätestens als zum ersten Mal AC/DC´s „Thunderstruck“ ertönte, war auch das letzte „Ich hab´ kein Bock“-Gemurmel einiger Schüler verstummt – es konnte losgehen. Viele Runden und ebenso viel musikalische „Schmankerl“ sollten nun noch folgen. „Böhse Onkelz“, Deutsch-Rap – da entlockt man selbst dem gequältesten Achtklässler-Gesicht ein breites Grinsen.

Und das steckt an. Unter dem bunten Treiben, wie durch ein Wunder, finden sich nämlich plötzlich die Schüler wieder, die „krankheitsbedingt“ nicht am Lauf hatten teilnehmen können. „Es geht schon wieder“, sagt einer der Wiedergenesen. Da schüttelt selbst der anwesende Sportlehrer verschmitzt den Kopf.

„We are the Champions“ als krönender Abschluss

Für den krönenden Abschluss sorgt dann aber Freddy Mercury: Mit seinem „We are the Champions“ zeigt er den völlig erschöpften, aber sichtlich stolzen Achtklässlern nach 45 Minuten Dauerlauf auf, dass sie heute alle echte „Champions“ sind. Weil sie alle mit ihrer Leistung zum Erfolg des „Run for Manang“ beigetragen haben. Zu 1167 gelaufenen Turnhallen-Runden – und insgesamt 2500 Euro Spendengeld. Davon ist auch Veronika Dietzel überwältigt. „Es ist super gelaufen“, sagt sie. Im wahrsten Sinne des Wortes. „AC/DC“ und „Böhse Onkelz“ sei Dank.

MAX EDINGER

Auch interessant: 

Es wird Zeit, dass auch Schongau aufwacht!“ Unter diesem Motto gehen jetzt erstmals auch die Schüler aus Schongau auf die Straße.

Seit gut einem Jahr trägt das Welfen-Gymnasium Schongau den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Über die Umsetzung des Projekts an ihrer Schule haben Sophia Sinn und Lisa Wimberger berichtet.

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