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Freuen sich auf eine erfolgreiche Kandidatur von Hans Rehbehn (Mitte, parteilos) um den Posten des Schongauer Bürgermeisters: Der CSU-Ortsvorsitzende Oliver Kellermann und die CSU-Fraktionsvorsitzende Kornelia Funke. 

Kommunalwahl 2020 in Schongau

CSU stellt Kandidaten vor: Hans Rehbehn will Schongauer Bürgermeister werden

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Die Geheimniskrämerei bei der Schongauer CSU hat ein Ende: Hans Rehbehn wird Bürgermeisterkandidat – ohne Parteibuch. Der Schongauer, seit 2009 Pressesprecher im Landratsamt, hat viele Themen auf seiner Agenda. 

Schongau – Die Ratsstube im Ballenhaus hatte sich der CSU-Ortsverband reserviert, um seinen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahlen im März 2020 zu präsentieren. Einstimmig sei er von allen Gremien, der Vorstandschaft und dem Parteirat gewählt worden, so Ortsvorsitzender Oliver Kellermann. 

Mit einem lockeren „Ich bin’s, jetzt ist es raus“ startete Hans Rehbehn beim Pressetermin seine Vorstellung. Als ersten Punkt nannte er die Familienfreundlichkeit, „da ist noch viel Luft nach oben“. Dabei stelle er die Lebensqualität für alle Generationen vorne an: „Die Familien als Herzstück der Stadt, die Kinder als unsere Zukunft und die Senioren, die immer geschaut haben, dass es uns gut geht.“ Wohnraum zu schaffen und diesen zu erhalten, hält Rehbehn dabei für maßgeblich. Dafür solle man auch auf Baugenossenschaften zurückgreifen. Allein sei dies aber für die Stadt schwierig, Rehbehn wolle auf interkommunale Zusammenarbeit setzen. „Wir müssen sehen, dass wir nicht abgehängt werden vom Osten des Landkreises.“

Schongauer Bürgermeisterkandidat Hans Rehbehn will Wirtschaftsförderung zur Chefsache machen

Wirtschaftsförderung und Citymanagement will Rehbehn zur Chefsache machen. „Das geht nicht vom Schreibtisch aus, sondern man muss auf Firmen zugehen“, ist er überzeugt. Die Stadt müsse beim Kauf von Gewerbegrundstücken vorangehen, selbst Leerstände aufkaufen und die Immobilien dann herrichten. Zur Lösung der „unsäglichen Parkplatzsituation“ hat Rehbehn ebenfalls eine Idee – etwa am Buchenweg ein Parkhaus zu bauen, über dessen Obergeschoss die Bürger dann nahezu ebenerdig in die Stadt kommen könnten. Von Schrägaufzug und Rolltreppen hält er dagegen nichts.

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„Bei der Vermarktung im touristischen Bereich halten wir derzeit den größten Schlaf ab“, kritisiert Rehbehn. Er habe bei der jüngsten Messe in München nicht eine Broschüre der Stadt Schongau gefunden. Nicht zuletzt soll ein neuer Skaterpark ähnlich dem in Füssen – für alle Generationen – Treffpunkt für Familien werden.

Schongauer Bürgermeisterkandidat Hans Rehbehn gehört keiner Partei an

Der derzeitige Pressesprecher am Landratsamt Weilheim-Schongau bewirbt sich ohne Parteibuch um die Gunst des Wählers. In den Augen des 59-Jährigen solle ein Rathaus unbedingt parteifrei geführt werden. „Ich will einen Konsens haben für alle Bürger, nach den Wahlen sollten wir fünf Jahre lang die Parteien außer acht lassen“, so sein Wunsch. Einführen wolle er in jedem Fall, auch auf Wunsch der CSU-Stadträte, die Information der Fraktionsvorsitzenden im Vorfeld von Sitzungen – für den besseren Informationsfluss. Diese gebe es derzeit nicht.

Rehbehn scheinen auch andere Fraktionen aus Schongau zu schätzen. Wie er verrät, hatten vor der CSU zwei weiteren Gruppierungen bei ihm angefragt, ob er nicht als Stadtrat für sie kandidieren wolle – das Angebot, als Bürgermeisterkandidat zu fungieren, kam aber wohl nur von der CSU. 

Das sagt die Landrätin zur Kandidatur von Pressesprecher Hans Rehbehn als Schongauer Bürgermeister

Landrätin Andrea Jochner-Weiß hatte Rehbehn natürlich rechtzeitig vorab informiert. Im Landratsamt ist das Ansinnen eines Pressesprechers, selbst in die Kommunalpolitik zu wechseln, gar nicht so unbekannt. Rehbehn übernahm das Amt von Georg Leis jun., der bei der Kommunalwahl 2008 zum Bürgermeister von Eberfing gewählt wurde.

Die Schongauer Stadträte informierte Rehbehn persönlich per Brief, Bürgermeister Falk Sluyterman wollte er noch am Montagabend nach der Präsentation telefonisch kontaktieren.

Fraktionsvorsitzende Kornelia Funke freute sich auf eine „solide, transparente und zielorientierte Arbeit“.

Zur Person Hans Rehbehn, Bürgermeisterkandidat der Schongauer CSU:

„Ich bin kein Bayer.“ Geboren 1960 in Neu-Bülk (Kreis Rendsburg-Eckernförde) bei Kiel, absolvierte Hans Rehbehn den Hauptschulabschluss und eine Lehre als Koch. Als Berufssoldat kam er nach Altenstadt, wo er auch seine Frau kennenlernte und beide die Region zu ihrer neuen Heimat machten. 

1994 entschied sich Rehbehn, nochmal die Schulbank zu drücken und studierte in Hof an der Verwaltungshochschule. Nach Abschluss des Studiums als Diplom- Verwaltungswirt (FH) arbeitete er bei der Landeshauptstadt München als Programmierer. 

2001 war er im Landratsamt Weilheim-Schongau zunächst Sachbearbeiter in der Sozialhilfeverwaltung. 2009 übernahm er das Amt des Pressesprechers. 

Rehbehn ist Vater von vier Kindern aus zwei Ehen. Der Sport spielt bei seiner Freizeitgestaltung eine große Rolle, er bezeichnet sich als leidenschaftlichen Ausdauersportler, früher als Triathlet, heute nur noch als Läufer. Wenn das Wetter zu schlecht ist, nimmt er den Pinsel in die Hand und malt. Derzeit sind seine Bilder in der Sparkasse Oberland in Schongau-West ausgestellt.

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