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Seine Reisen führten ihn in die ganze Welt: Der in Schongau aufgewachsene Harald Mielke zeigte bereits 1250 Mal Diavorträge. 

Jubiläumsvortrag im Ballenhaus

Immer ein Auge für besondere Momente: Harald Mielke zeigt seit 30 Jahren Fotos aus aller Welt

Seit 30 Jahren nimmt Harald Mielke mit seinen Dia-Vorträgen, seine Besucher mit in ferne Welten. Der Jubiläumsvortrag am Freitagabend im Ballenhaus gehörte dem Libanon.

Schongau Im November 1989 hatte er zum ersten Mal im Ballenhaus gestanden. „Mit wackelnden Knien und voller Hose“, wie Mielke gestand. Schuld daran waren Freunde, die ihn ermutigt hatten, seine „doch gar nicht so schlechten Bilder“ auch öffentlich zu zeigen. Aber auch Freunde, die seine Bilder kritisiert hatten und denen der studierte Biologe „es einmal zeigen wollte“.

„Als Biologe hatte ich einen Job, der nicht so viele Möglichkeiten ließ“, so Harald Mielke, der sich zum Ausgleich mit seiner Kamera kreativ betätigte. Das Reisen hatte Harald Mielke, der in Füssen geboren und in Schongau aufgewachsen ist, erst im Studium entdeckt. „Meine Eltern waren nicht sehr Reise-affin“, erzählte er. Mit seinen Reiseberichten sprach er auf Anhieb ein breites Publikum an. Beim ersten Vortrag mit Bildern aus Ägypten saßen rund 30 Besucher vor ihm. Beim Zweiten, mit dem Thema Malediven waren es bereits 180. Eine Zahl die er im Laufe von 30 Jahren nicht oft erreichte, die ihn aber motivierte, seine Bilder weiter zu veröffentlichen.

Harald Mielke arbeitet als Freelancer - und wird Chefredakteur

Als „Freelancer“ bot Mielke seine Bilder und Berichte Tauchmagazinen im deutschsprachigen Raum an und arbeitete an Buchprojekten mit. Schließlich wurde er Chefredakteur beim Schweizer Tauchmagazin Aquanaut, das er inzwischen selbst herausgibt.

Seine Vorträge gestaltet er immer noch „mit vorsintflutlicher Technik“, wie vor 30 Jahren. Nämlich mit zwei Dia-Projektoren. „Dias sind authentisch, da kann man nichts verändern“, ist seine Begründung. Ein Hauch von Nostalgie gehört eben zum besonderen Charme von Harald Mielkes Vorträgen, die nicht nur aus Bildern bestehen, sondern auch fundiertes Wissen über Land und Leute bieten. „0815 können andere machen. Ich beschränke mich auf das Besondere“, ist seine Devise.

Harald Mielke fotografiert und recherchiert vor Ort

Folgerichtig fotografiert der bekennende Canon-Fan auch immer noch mit seiner EOS 5, obwohl er auch eine Digital-Kamera besitzt. Faszinierende Landschaften, ausgefeilte Perspektiven, Bilder von Land und Leuten, egal ob auf dem Markt, bei der Arbeit oder beim nachmittäglichen Brettspiel – Harald Mielke hat ein Auge für besondere Momente und kann nicht nur mit seinen Fotos Geschichten erzählen. „Wikipedia-Wissen alleine begeistert ein Publikum nicht“, weiß er. Durch intensive Recherche vor Ort kann er Informationen aus erster Hand bieten. Und er kann viel über die Reisen, die ihn in die ganze Welt führten erzählen.

Besonders berührend war für ihn die letzte Reise mit seiner Frau Trudy, die vor vier Jahren verstarb, nach Jordanien. Dort wurde seine Frau, die durch eine pflegeintensive Krankheit an den Rollstuhl gefesselt war, rührend umsorgt, konnte Orte besuchen, die sie von früheren Reisen kannte und sogar noch einmal mit ihm auf Tauchgang gehen.

Harald Mielke bietet nun auch Reiseprogramm an

Seit dem vergangenen Jahr bietet Harald Mielke für die Gäste in seinen Vorträgen auch ein Reiseprogramm. Nicht von der Stangem sondern so, wie er es selbst gerne machen würde. Sein Tipp, wie man an tolle Urlaubsfotos kommt: So intensiv wie möglich in fremde Kulturen eintauchen und die Kamera keine Sekunde aus der Hand legen.

VON URSAULA FRÖHLICH

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