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Die Lechtalbrücke aus ungewöhnlicher Perspektive war für viele Passagiere eine neue Erfahrung.

Schongau

Historische Lechfloß-Fahrten ein voller Erfolg

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Die in diesem Jahr ins Leben gerufenen historischen Schongauer Lechfloßfahrten sind ein großer Erfolg. Mehr als 1000 Fahrgäste begrüßten Initiator Hans Hartung vom Tourismusverein und seine Mitstreiter in der kurzen Saison. Hartung hofft, das Angebot 2018 ausweiten zu können.

Schongau – Bianca Schneider hieß die Glückliche, die Ende September als 1000. Passagier mit dem historischen Lechfloß auf die eineinhalbstündige Tour gehen durfte. „Ich habe die Floßfahrt zu meinem 18. Geburtstag geschenkt bekommen und bin heute mit meiner Mutter und den Freundinnen auf dem Floß, um den Geburtstag nachzufeiern“, freute sie sich. Die 18-Jährige war von der Fahrt ebenso angetan wie die bis dahin übrigen 999 Passagiere. Gestartet wurde immer am Lido, dann ging es am linken Ufer bis zur Rossau und wieder zurück zum Bootshaus am Lechsee. Während der Fahrt erzählten die Moderatoren unter anderem aus dem entbehrungsreichen Leben der ehemaligen Flößerfamilien, die Holz, Kalk, Zinn, Vieh und vieles mehr über die Wasserstraße transportierten.

Hans Hartung, der die Idee zu den Floßfahrten hatte, blickt zufrieden auf die erste Saison zurück. 35 Mal durfte das Floß im August und September ablegen, 35 Mal war der Vorsitzende des Tourismusvereins mit an Bord. Dabei sah er in viele fröhliche Gesichter. Aus der gesamten Region kamen die Gäste, aber auch viele Schongauer waren dabei, die Flora und Fauna genießen und ihre Heimat einmal aus einer völlig neuen Perspektive erleben wollten. Sie wurden nicht enttäuscht: So habe zum Beispiel die Lechtalbrücke vielen imponiert, berichtet Hartung.

Behördliche Auflagen nerven Toursimusvereins-Chef

Der Tourismus-Chef legt bei den Lechfloßfahrten großen Wert auf den historischen und informativen Charakter. Wer Party machen wolle, der solle von Wolfratshausen nach München fahren, verweist der Schongauer auf die oft feucht-fröhlichen Isar-Floßfahrten. In Schongau gibt es erst gar keinen Alkohol auf dem Floß, und auch bei Sonderfahrten werden keine Ausnahmen gemacht, versichert Hartung.

Trotz der erfreulich großen Resonanz gibt es ein paar Wermutstropfen, die der Schongauer beklagt. Das sind vor allem die behördlichen Auflagen. So waren die Fahrten in der ersten Saison streng auf die Monate August und September begrenzt. „Es gibt eventuell ein Uhu-Pärchen, das nicht gestört werden darf“, meint Hartung. „Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr auch im Juli fahren dürfen.“ Einen entsprechenden Antrag will er im Landratsamt stellen. Denn 2018 sollen auch die Schulen mit ins Boot geholt und die Jugendlichen aufs Floß gebracht werden, wünscht sich Hartung. Schließlich erfährt der Nachwuchs dann noch mehr über die lange Geschichte seiner Heimat.

Der zweite Punkt, der Hartung wurmt, ist die Tatsache, dass das Floß noch bis November am Bootshaus im Wasser liegen muss. Erst dann darf es herausgezogen werden. „Vorher würden wir die Badegäste stören“, nennt Hartung den Grund, den er nicht nachvollziehen kann. Der Andrang Badender hält sich im Oktober am Lido bekanntlich in Grenzen. Und das Floß nimmt derweil unnötig viel Wasser auf. Hartung rechnet deshalb auch damit, dass der Unterbau schon nach fünf bis sechs Jahren erneuert werden muss.

Wie viel das kosten wird, verrät er nicht. Überhaupt nennt Hartung keine Summen. Nur so viel: „Wenn die nächste Saison so wird wie diese, ist die Investition wieder drin.“ Dafür ist seinen Angaben nach aber auch ein Zuschus aus Fördermitteln des Leader-Programms mitverantwortlich.

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