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Schongauer Sommer kostet erstmals Eintritt

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Von: Elke Robert

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Beim Schongauer Sommer ist mit mittelalterlicher Musik und Vorführungen alten Handwerks viel geboten.
Beim Schongauer Sommer ist mit mittelalterlicher Musik und Vorführungen alten Handwerks viel geboten. © Hans-Helmut Herold (Archiv)

Viele Fans des Schongauer Sommers konnten es kaum erwarten, im August (5. bis 15.) soll der Historische Markt endlich wieder stattfinden. Nach der Pandemie ist aber nicht vor der Pandemie, wie Marktleiter Manfred Wodarczyk erläutert. Vor allem wird erstmals seit dem 20-jährigen Bestehen Eintritt kassiert.

Schongau – Zuerst einmal die gute Nachricht: Der Historische Markt kann wieder stattfinden. Über zwei Jahre hinweg hatten die Verantwortlichen des Vereins Schongauer Sommer, im Prinzip in Personalunion eines Manfred Wodarczyk, geplant und gerechnet, aber die Auflagen und das Pandemiegeschehen hatten es einfach nicht erlaubt.

Markt kann diesmal ohne Einschränkungen stattfinden

Jetzt sieht alles bestens aus: „Das Oktoberfest und die Passion Oberammergau können in jeglicher Form stattfinden“, zählt der Hohenfurcher auf. Er wüsste nicht, was dagegen sprechen könnte, zumal ohnehin alles draußen stattfindet. Und selbst die Schirme für die Gastronomie haben keine Seitenwände, für ausreichende Belüftung ist also immer gesorgt.

Das Programm für die elf Tage vom Freitag, 5. August, bis Montag, 15. August, steht längst. Es gibt wieder zwei Bühnen, eine wird gewohnt von Straßenmusikern bespielt, darunter auch „Lonesome Artisans“ Attila. Auf der großen Bühne dürfen natürlich „The Sandsacks“ nicht fehlen. Ebenfalls dabei: Feuervögel, Bernstyn und Weltenkrieger. Auch sonst gibt es viel Spektakel und Wunderbares, darunter der beliebte Fakir Lubo mit seiner Feuershow. An die Kinder ist bei allem ebenfalls gedacht. Diese können beim Seiltanztheater sogar selbst aktiv werden und sich – entsprechend verkleidet – unter Anleitung in der Technik des Seiltänzers üben. Nicht zuletzt ist wieder die Abteilung Turnen des SC Huglfing zu Gast.

Nach der Pandemie ist nicht vor der Pandemie

Was Wodarczyk bedauert: Nach der Pandemie habe es einige Gaukler und Gruppen einfach nicht mehr gegeben, einige Darsteller und Fieranten mussten sich andere Berufe oder Einkommensmöglichkeiten suchen. Dafür kamen andere hinzu. „Es ist eine Mischung aus Bewährtem und Neuem“, so der Chef des Schongauer Sommers in einem Satz über das Programm. 14 Stände im Gastrobereich, 20 Gaukler und Vorführende, 60 Stände vom Korbflechter bis zum Glasbläser sowie ein größeres Lagerleben im hinteren Bereich des Historischen Marktes mit mindestens zehn Zelten – da ist schon was geboten. „Der Oooooh-Effekt beim Besucher ist mir wichtig“, so der Organisator. Das Staunen, die Überraschung.

Eine schlechte Nachricht gibt es aber auch: „Ich kann das nicht mehr finanzieren.“ Wie Wodarczyk erklärt, habe sich die Vorstandschaft die Entscheidung nicht leicht gemacht und lange hin und hergerechnet. Das allererste Mal seit dem 20-jährigen Bestehen des Schongauer Sommers wird der Markt nun Eintritt kosten, „sonst wären auch die Kostensteigerungen nicht mehr abzudecken.“ Rund 125 000 Euro müssen gestemmt werden, überall werde mehr verlangt, Strom, Wasser, Personalkosten für Sicherheitsdienst, Getränke – auch seitens der Stadt werde mehr verlangt.

System für Eintritt wird so einfach wie möglich gehalten

Das System für den Eintritt hat man so einfach wie möglich gehalten: Fünf Euro kostet ein Tageseintritt, 15 Euro die Dauerkarte – man bekommt ein Stoffbändchen, das die gesamte Zeit gültig ist. Zahlen müssen alle erst ab einem Alter von 16 Jahren, Kinder sind immer frei. Und wer an den Wochentagen nur ein Mittagessen oder ein Getränk in schöner Marktatmosphäre genießen möchte, kann dies auch ohne Zuzahlung. Denn der Gastrobereich ist von Freitag, 5. August, bis Freitag, 12. August, jeweils in der Zeit zwischen 11.30 und 14 Uhr ohne Eintritt geöffnet. Gezahlt werden muss nur an den Wochenenden, an Feiertagen und wochentags nach der Mittagszeit.

Er freut sich auf den Schongauer Sommer: Organisator Manfred Wodarczyk.
Er freut sich auf den Schongauer Sommer: Organisator Manfred Wodarczyk. © Hans-Helmut Herold

„Wir haben eine Kostenaufstellung gemacht, das ist keine Abzocke“, betont Wodarczyk. Den Fans des Historischen Markts komme man mit der Dauerkarte entgegen, „das sind nicht einmal 1,50 Euro pro Tag.“ Bei den Getränken wolle man versuchen, die Preise von 2019 zu halten, versprechen kann Wodarczyk das aber noch nicht. Der Bierpreis sei in diesem Jahr seit Januar schon um neun Prozent gestiegen. Rund 45 Prozent der Kosten ist der Bereich für die Künstler, die Schausteller, das vorführende Handwerk. Der Eintritt sei so bemessen, dass die Bevölkerung kommt.

Groß auf Diskussionen einlassen will er sich bei diesem Thema ohnehin nicht. Immerhin seien elf Tage Markt geboten, im Schnitt hatte man bisher 50 000 bis 60 000 Besucher. „Und wir haben im Rückblick auf die 20 Jahre Eindruck hinterlassen.“

Geöffnet ist der Historische Markt am Festplatz vom 5. bis zum 15. August täglich von 12 bis 24 Uhr. Die Dauerkarten für den Schongauer Sommer gibt es im Vorverkauf in der Büchergalerie. Derzeit wird noch an einem Online-Vorverkauf gearbeitet. Das ausführliche Programm gibt es hier.

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