Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

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Hat das Lächeln nicht verloren: Hope aus Uganda, die seit mehr als einem Jahr im Plantsch arbeitet, mit Johanna Bystry, die sie von Anfang an unterstützt.

Anerkannter Flüchtling sucht Wohnung

Hoffnung auf Happy End für Hope

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„Hope, gib die Hoffnung nicht auf.“ Dies möchte man der vierfachen Mutter zurufen, Hope aus Uganda. Seit Juni 2013 lebt sie in Schongau, seit April 2016 ist sie als Flüchtling anerkannt, und seit einem Jahr kämpft sie darum, endlich ihre Kinder in die Arme schließen zu können. Das Drama um die Wohnungssuche macht die Situation nicht besser. In letzter Sekunde scheint nun eine Lösung in Sicht.

Schongau Johanna Bystry ist mit ihrem Latein am Ende. Die Schongauerin hatte von Beginn an die Schwarzafrikanerin ins Herz geschlossen. Die schwierige Lebenssituation der Uganderin in der Lechstadt rührte sie derart, dass sie ihre Hilfe anbot. In dem Ordner, den sie für Hope anlegte, hat sich mittlerweile ein dicker Stapel amtlicher Schreiben angesammelt.

Die alleinerziehende Mutter ist vor vier Jahren aus Uganda geflohen. Fragen nach dem Grund oder einem Ehemann stellt man besser nicht. Auch wenn es fast drei Jahre gedauert hat: Die deutschen Behörden wussten genug, um Hope rechtlich anzuerkennen. Die 44-Jährige kann längst selbst für sich sorgen. Im November 2015 begann sie probeweise im Plantsch Schongau, 2016 lief ihr Erstarbeitsvertrag, seit diesem Jahr ist sie unbefristet angestellt als Servicekraft. Und erhält viel Lob.

Welche Sorgen und Ängste Hope um ihre zurückgelassenen Kinder ausstehen musste und muss – eine Schwester kümmert sich –, kann niemand erahnen. Die Jüngste war damals, als die Mutter nach Europa floh, nicht einmal ein Jahr alt. Das Mädchen ist heute vier, die ältere Schwester zehn, ein Sohn zwölf, der Älteste 14 Jahre alt.

Bis zum ersten möglichen Visum-Termin der Kinder bei der deutschen Botschaft in Kampala vergingen schon mal Monate. Dann gab es Schwierigkeiten, die Geburtsurkunden zu besorgen. Zuletzt war noch eine DNA-Probe der Mutter angefordert worden, um nachzuweisen, dass es sich wirklich um Hopes leiblichen Kinder handelt. Bystry: „Verständlich, aber das hätte man ihr auch schon im September sagen können.“ Alles Dinge, die die Zusammenführung der Familie verzögern. „Und mit unglaublichen Kosten verbunden. Dass Hope ihren Job im Plantsch hat, ist ein Segen.“

Landratsamt bietet Hilfe an 

Nun sind alle Formalitäten für die Visa erledigt. Johanna Bystry geht davon aus, dass sie sich in Kürze nach Flügen für die Kinder umsehen kann. Aber: Alle Bemühungen, eine adäquate Wohnung für fünf Personen in Schongau zu finden, sind bisher fehlgeschlagen. Dies nicht allein wegen des leergefegten Wohnungsmarkts. Bystry: „Die Situation ist dramatisch: Sie bekommt erst dann Hilfe, wenn die Kinder deutschen Boden betreten.“ Weil die Kinder noch nicht bei ihrer Mutter in Deutschland sind, hat Hope noch keinen Anspruch auf Mietzuschuss. Auch das Städtische Wohnungsamt musste ihr eine Absage erteilen. Und ohne Anspruch auf Mietkostenzuschuss unterschreibt auch sonst niemand einen Mietvertrag.

Bis zu 783 Euro Bruttokaltmiete dürfte im Raum Schongau im Mietvertrag stehen für maximal 105 Quadratmeter. „Natürlich wären wir auch erst einmal mit etwas Kleinerem zufrieden“, so Johanna Bystry. Doch Hope wohnt noch immer in der Birkländer Straße. Zwar ist sie einer der sogenannten Fehlbeleger in der staatlichen Unterkunft. Aber sie lebt keinesfalls auf Staatskosten. Sie zahlt für das Zimmer 311 Euro. Doch dort können die Kinder nicht schlafen. Hope teilt sich das Zimmer mit einer Kenianerin.

Auf keinen Fall möchte Johanna Bystry Kritik an den hiesigen Behörden üben. Es sei bisher alles korrekt gelaufen. Aber: Im Fall Hope beißt sich die Katze selbst in den Schwanz, die Gesetzeslage ist paradox. Bystry schüttelt nur noch den Kopf: „Wenn die Kinder am Flughafen ankommen, soll sie eine Wohnung haben, aber vorher kann und darf sie nichts anmieten.“

Was sagen die Behörden? Bei der Stadt Schongau könne man keine Wohnungen vorhalten, heißt es. Primär sei man nicht zuständig. Also alle Bemühungen hoffnungslos? „Das sollte vor Ankunft der Kinder geregelt sein“, lässt jedoch Hans Rehbehn, Sprecher am Landratsamt Weilheim-Schongau, keine Zweifel an der Situation. Und weiter: „Das Landratsamt kann mit auf Wohnungssuche gehen.“ Keine leeren Worte: Nach vielen engagierten Telefonaten meldet sich Rehbehn mit einer positiven Nachricht. Ein privater Vermieter habe eine geeignete Wohnung angeboten. Es gibt also doch Hoffnung für Hope.

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