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Die Hol- und Bringzone am Schongauer Schulzentrum wird kritisiert.

Hol- und Bringzone in Schongauam Schulzentrum

„Hohles Zönchen“ sorgt für Missstimmung

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„Hohles Zönchen“: Diese Kritik von Schulleiter Armin Eder an der Hol- und Bringzone erregt die Gemüter im Stadtrat. Erwartet wird eine öffentliche Entschuldigung.

Schongau – „Es geht um die Art und Weise – so geht man nicht miteinander um.“ Bürgermeister Falk Sluyterman fand deutliche Worte über die Kritik am „Hohlen Zönchen“ bzw. den Kritiker, der an vorderster Front steht: Armin Eder. Der Leiter der Pfaffenwinkel-Realschule Schongau hatte in der vergangenen Woche im Namen der Schule samt Elternbeirat und Schülersprecher einen Protestbrief an die Schongauer Nachrichten verfasst, in dem er die Stadtverwaltung und die Stadträte sehr direkt für den Bau der Hol- und Bringzone kritisiert. Die Schule halte die Hol- und Bringzone für rückständig und protestiere gegen die Steuerverschwendung.

„Wir sollten lieber miteinander als übereinander reden“, polterte ein sichtlich verärgerter Sluyterman am Ende einer so harmonischen und festlichen Weihnachtssitzung. Und der Zeitungsbericht hat offenbar weite Kreise gezogen. Wie Sluyterman berichtete, sei er sogar von einem Ministerialbeauftragten angerufen worden, der großes Unverständnis gezeigt habe für die Äußerung Eders.

„Wir haben das mehrheitlich im Stadtrat beschlossen“

„Wir haben das mehrheitlich und demokratisch beschlossen, es ist schwer nachzuvollziehen, warum da nachträglich mit solchen Geschützen aufgefahren wird“, so Sluyterman. Seine Meinung war klar: Eder möge sich persönlich und öffentlich entsprechend entschuldigen, und zwar auf eine Weise, dass dies auch jeder nachlesen könne.

Sebastian Dietrich, der als Stadtbaumeister natürlich ebenso in der Kritik stand, erläuterte noch einmal die Beweggründe für die Hol- und Bringzone am Schongauer Schulzentrum. „Wir stehen in der Pflicht, die Verkehrssicherheit herzustellen.“ Es gebe Schüler, die aufgrund von Verletzungen darauf angewiesen seien, zur Schule gebracht zu werden. Auch gebe es eine wachsende Anzahl von Eltern, die ihre Kinder aus Sicherheitsgründen zur Schule fahren würden. „Die Schulen waren über einen Runden Tisch beteiligt“, machte Dietrich deutlich, dass die Hol- und Bringzone keinesfalls ohne Mitsprache gebaut worden sei.

„Den Verkehr zu reduzieren, geht nur gemeinsam“ 

Den Autoverkehr bei den Schulen zu reduzieren, gehe nur mit Unterstützung der Schulfamilie. „Es war unser Ziel, in den nächsten Wochen an die Schulen heranzugehen, ein Elternbrief war schon länger geplant“, so Sebastian Dietrich.

„Jetzt ist die Stadt am Zug, verhindert die Autos direkt vor den Schulen und macht den Weg frei für Fußgänger und Radfahrer!“, heißt es in dem Brief an die SN, den Eder verschickte. Gefordert wird seitens der Schule, „verantwortungsbewusst mit den Steuergeldern unserer Eltern/der Bürger umzugehen“. Die Schule kritisiert: „Die Zone ist nicht mehr zeitgemäß; anstelle dessen hätte man die Radwege ausbauen können. Dann hätten alle Bürger etwas davon gehabt!“ Auch die Stadträte werden direkt angegriffen. Zugestimmt hätten auch Räte, die sich sonst „zumindest verbal für den Klimaschutz einsetzen“, heißt es. Falsch hingegen ist die Formulierung, der Beschluss sei einstimmig gefallen.

„Bilanz zu ziehen, ist zu früh“

Was Sluyterman an dem Zeitungsartikel ebenfalls missfiel, war die Bilanz, dass die Hol- und Bringzone seitens der Eltern bisher nur mäßig genutzt wird. „Schon jetzt das Fazit zu ziehen, die Hol- und Bringzone wird nicht angenommen, ist verfrüht“, so der Bürgermeister. Stephan Hild (UWV) hat dazu seine eigenen Beobachtungen gemacht: „Die Hol- und Bringzone findet am Parkplatz statt – wir brauchen mehr Werbung“, so der Stadtrat.

Er wunderte sich außerdem darüber, dass Eder bisher keine Gelegenheit genutzt habe für ein persönliches Gespräch. „Letzte Woche war Hebauf am Gymnasium, da hatte er nicht den Mut gefunden, einen von uns anzusprechen, aber er findet den Mut, die Kinder zu instrumentalisieren.“

Auch Bettina Buresch, eine erklärte Gegnerin der Hol- und Bringzone, fand das Vorgehen Eders nicht gut, hätte sich vielmehr einen Kontakt schon zu Beginn der Planungen gewünscht.

„Habe immer Mitstreiter gegen die Hol- und Bringzone gesucht“ 

 „Ich habe immer Mitstreiter gesucht, da kam leider auch aus der Schule nichts.“ Nun sei das Kind in den Brunnen gefallen, mehrheitlich für die Zone abgestimmt und diese gebaut. „Als Demokratin muss ich das akzeptieren.“

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