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Betriebsbesichtigung bei Hoerbiger: Geschäftsführer Ansgar Damm (l.) begrüßte den Regionalausschuss der IHK, der anschließend in der Firma tagte. 

IHK

Note zwei für den Wirtschaftsstandort Weilheim-Schongau

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Eine glatte Zwei geben die Unternehmen im Landkreis dem Wirtschaftsstandort Weilheim-Schongau. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der IHK für München und Oberbayern. Der Fachkräfte- und Flächenmangel sowie die Bürokratie trüben jedoch die Freude.

Schongau – Hochqualifizierte Mitarbeiter in die Region zu bekommen, das sei in der Tat ein schwieriges Thema, bestätigte Ansgar Damm am Rande des Treffens des IHK-Regionalausschusses am Montag. Der Geschäftsführer und Leiter für Forschung und Entwicklung bei Hoerbiger-Antriebstechnik in Schongau hatte das Gremium zu einer Werks-Besichtigung an der Bernbeurer Straße eingeladen. Rund 600 Beschäftigte arbeiten hier in drei Schichten, die Firma ist froh um jeden von ihnen. Denn München und Ingolstadt seien die großen Magneten, sagte Damm mit Blick auf die beiden großen Bayerischen Autohersteller BMW und Audi, die Fachkräfte anziehen wie das Licht die Motten.

Fachkräftemangel als Wermutstropfen

Bei der anschließenden Vorstellung des IHK-Umfrageergebnisse war der Punkt „Verfügbarkeit von beruflich qualifizierten Fachkräften“ dann auch der große Wermutstropfen: Dem Punkt messen die Unternehmer im Landkreis neben der Breitbandversorgung, den Personalkosten und dem regionalen Straßennetz die größte Bedeutung zu. Und die Zufriedenheit mit der Verfügbarkeit Hochqualifizierter ist mit der Note 3,4 recht mau.

Unzufriedener sind die Firmen in Weilheim, Schongau, Penzberg und in den übrigen Gemeinden nur noch mit dem Gewerbeflächen-Angebot und den Grundstückpreisen (Note 3,6) sowie der Anbindung an den Schienen-Güterverkehr und den Luftverkehr (Note 3,9).

Genehmigungsverfahren und Gewerbeflächenpolitik in der Kritik

Ein weiterer Schuh, der Unternehmer und vor allem Mitarbeiter drückt, ist das Angebot an Wohnraum (Note 3,4). Die Verwaltung der Behörden im Kreis bekam in der Umfrage ebenfalls ihr Fett weg: Ob Dauer von Genehmigungsverfahren (Note 3,1), Gewerbeflächenpolitik der Kommune (3,4), Angebote der Wirtschaftsförderung (3,4), Standortmarketing (3,4), Digitale Verwaltungsverfahren (3,3) oder Bürokratiearme Verwaltung (3,3) – Zufriedenheit sieht anders aus.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman nahmen es zur Kenntnis. Jochner-Weiß versicherte den Unternehmern, dass dies Dinge seien, „die ich mir selber von Herzen wünsche“. Ihr zufolge wurde in der Verwaltung schon einiges angestoßen, um die Unternehmerfreundlichkeit zu erhöhen. Die Landrätin räumte aber ein, dass „uns Österreich da um Welten voraus ist“.

Über das Gesamtergebnis der IHK-Umfrage zeigte sich die Kreischefin aber sehr erfreut: Die Gesamtnote 2,0 bedeutet einen weiteren Schritt nach vorn. Bei der IHK-Umfrage vor zwei Jahren schnitt der Landkreis mit 2,2 noch merklich schlechter ab, 2015 erreichte er nur einen Schnitt von 2,3.

90 Prozent würden sich wieder für ihren Standort entscheiden

In diesem Jahr gaben 63,7 Prozent der 124 befragten Unternehmen dem Wirtschaftsstandort Weilheim-Schongau die Gesamtnote zwei, 17,8 Prozent sogar eine glatte Eins. 90 Prozent der Unternehmer würden sich erneut für den Landkreis Weilheim-Schongau entscheiden. Laut IHK ist das ebenfalls ein positiver Trend. 2017 waren es noch 82 Prozent, 2015 gar nur 77 Prozent, die ihre Ansiedlung nicht bereuten.

Dem Kreis und den Kommunen gab die IHK jetzt vor allem mit auf den Weg, vorausschauend die Ausweisung von Gewerbeflächen zu planen, „um der Wirtschaft Entwicklungsperspektiven zu bieten und das Wachstum der Betriebe nicht zu hemmen“.

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Der Landkreis landet beim bundesweiten Prognos-„Zukunftsatlas“ auf dem 40. Platz. Politik und Wirtschaft stellen der Region ein gutes Zeugnis aus. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Der Landkreis ist mit ein Vorreiter in Deutschland: Er holt sich die „Initiative Digital“ ins Haus. Das Netzwerk unterstützt mittelständische Firmen bei der Digitalisierung. Auftakt war in Peißenberg.

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