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Das eigens für das Henkerstochter-Spiel gegründete Orchester samt Chor unter der Leitung von Hansi Daxer (stehend).

Festspiel in Schongau

Eigens komponiert: In 350 Stunden zur Henkerstochter-Musik

Das Henkerstochter-Stück wird zwar kein Musical, aber musikalisch eine große Sache: Für das Projekt hat sich ein Chor samt Orchester formiert. Und es wurde komponiert.

Schongau – Nach dem Erfolg des Musicals „Sister Act“, das der Theaterverein Treibhaus im vergangenen Jahr in Herzogsägmühle auf die Bühne gebracht und das mit dem Nonnenchor Furore gemacht hat, schwebte Carolin Nuscheler vom Theaterverein Treibhaus und leidenschaftliche Hobby-Sängerin, etwas Ähnliches für die „Henkerstochter“ vor. So etwas in so kurzer Zeit auf die Beine zu stellen, sei verrückt, bekam sie erst einmal zu hören. Mit Recht.

Heute wissen es aber alle besser: In relativ kurzer Zeit ist es ihr gelungen, Musiker und Sänger aus dem Altlandkreis Schongau zusammenzutrommeln, dazu kam sozusagen ein Glücksfall, nämlich, dass sie zufällig den jungen Musikstudenten Linus Mödl aus Burggen getroffen hat, der eine noch verrücktere Idee hatte: Warum nicht eine komplett neue Musik für das Stück komponieren?

Henkerstochter-Aufführung in Schongau: Komponieren der Musik war enormer Arbeitsaufwand

„Wir werden im Studium ermutigt, Dinge selbst zu schreiben“, begründet Linus Mödl, der Musik fürs Lehramt am Gymnasium und auch zwei Semester Operngesang studiert, seinen gewagten Vorstoß.

Den Arbeitsaufwand für die Filmmusik mit verschiedenen Motiven, die das Stück jetzt begleitet und Stimmungen auf der Bühne auffängt, hat er aber, unerfahren, wie er war, doch unterschätzt. Rund 350 Arbeitsstunden stecken in den neun unterschiedlich langen Stücken, die bei der Henkerstochter zu hören sein werden.

Dirigent Hans Daxer mit Chorleiterin und Koordinatorin Carolin Nuscheler.

Einen musikalischen Mitstreiter, der mit ebenso viel Engagement dabei ist, haben Mödl und Chorleiterin Nuscheler im 28-jährigen Hansi Daxer gefunden. Er ist Berufsmusiker mit Hauptfach Klarinette, Musiklehrer und Dirigent der Blaskapelle Altenstadt, der Musikgesellschaft Waal und der Blaskapelle Leeder.

Musik für Henkerstochter-Aufführung in Schongau: Darum hat der Dirigent die Herausforderung angenommen

Für die Henkerstochter hat sich Daxer extra noch Zeit freigeschaufelt: „Es ist eine schöne Herausforderung und eine ganz neue Erfahrung für mich, mit einem Sinfonie-Orchester und einem Chor zu arbeiten“, begründet er seine Entscheidung. Besonders die Besetzung mit Laienmusikern, die so etwas zuvor noch nie gemacht haben, findet er spannend.

Lesen Sie auch: Am Freitag hat das Henkerstochter-Festspiel Premiere. Alle Samstage sind ausverkauft, es gibt nur wenig Restkarten. Ein zusätzlicher Spieltermin ist angedacht.

„Die Komposition, die eigens auf das Stück zugeschnitten wurde, ist qualitativ sehr gut geworden“, lobt Daxer. Linus Mödl revanchiert sich mit einem Dankeschön für die kritischen Rückmeldungen, auch von Musikschulleiter Marcus Graf und den „coolen Austausch“, der viel zum Gelingen beigetragen hat.

Und Carolin Nuscheler ist sowieso begeistert, dass so etwas in der kurzen Zeit möglich geworden ist: „Ein selbst geschriebenes Stück mit eigens komponierter Musik. Das ist die absolute Königsklasse“, findet sie. „Dieses Projekt ist eines der wenigen, wo man so etwas kurzfristig machen kann, weil das junge Regie-Team unkonventionell an die Sache herangeht und auch mal mutige Entscheidungen trifft“, sagt sie erfreut. Man darf also gespannt sein auf die Henkerstochter-Musik.

VON URSULA FRÖHLICH

Außerdem interessant: Freilicht-Theater ist immer eine besondere Herausforderung. Bei hochsommerlicher Hitze hat die erste Gesamtprobe zum Henkerstochter-Historienspiel stattgefunden.

Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung.

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