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Das Entwicklungskonzept wird als Rahmenplan dargestellt, die große Leitidee für die kommenden Jahre in Schongau. Eine Ausstellung ist geplant.

Leitbild für die kommenden Jahre

ISEK: So soll sich Schongau entwickeln

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2014 angeschoben, seit drei Jahren intensiv bearbeitet und jetzt verabschiedet: Einstimmig hat der Stadtrat sein OK für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) gegeben. „Es ist kein Konzept für die Schublade“ betonte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich, im Gegenteil: Das ISEK soll viele Projekte anschieben.

Schongau – 134 Seiten stark ist das Papier, das in vielen Stunden ausgearbeitet wurde, und dies in guter Zusammenarbeit, wie in der jüngsten Stadtratssitzung betont wurde. Unter Federführung des Städtischen Bauamts und des Büros Dragomir Stadtplanung in München arbeitete an dem Konzept ein gut besetzter Steuerkreis mit, in dem unter anderem Vertreter aus dem Stadtrat, aber auch aus dem Gewerbe, dem Einzelhandel oder dem Tourismus mitwirkten. Und nicht zuletzt die Bürger, die zudem in verschiedenen Prozessen wie einem Planungsstand im November 2017 oder der Planungswerkstatt im Februar 2019 immer wieder direkt gefragt waren. „Der Prozess hat gelebt“, so Sigrid Hacker, Geschäftsführerin bei Dragomir Stadtplanung. Die Bürger hätten während der gesamten Planungsphase auch sehr rege davon Gebrauch gemacht, sich via Post oder E-Mail direkt bei den Stadtplanern zu melden.

Der Abschlussbericht wurde vorgestellt

Vorgestellt wurde den Stadträten nun der Abschlussbericht. Dieser ist öffentlich und soll zeitnah auf der Homepage der Stadt Schongau zum Download zur Verfügung stehen. Außerdem sollen die Ergebnisse in komprimierter Form bei einer Ausstellung gezeigt werden, damit sich alle Bürger ein Bild machen können.

Für die Stadträte ist dies erst der Beginn der Arbeit. Um möglichst viele Projekte für die Stadt Schongau über Fördermittel anschieben zu können und städtebauliche Mängel zu beseitigen, soll neben den bestehenden Sanierungsgebieten Lechvorstadt und Altstadt ein weiteres Sanierungsgebiet ausgewiesen werden. Denn, so betonte es Constanze Bock vom Planungsbüro: „Maßnahmen sind nur im Sanierungsgebiet förderfähig.“ Dieses ist derzeit noch in Abstimmung mit der Regierung, dann entscheidet der Stadtrat darüber.

Weitere Feinuntersuchungen sollen folgen

Erste Maßnahmen sollen zügig umgesetzt werden, voraussichtlich ab 2021. Weitere Feinuntersuchungen sollen folgen. Im ISEK enthalten sind z.B. das Bahnhofsumfeld, aber auch das Festplatzgelände soll überplant, der Wohnmobilplatz neu gestaltet werden. Im Mittelpunkt stehen soll auch der Lech. „Es ist super, dass der Fluss so nahe an der Stadt liegt, aber eigentlich bekommt man ihn nicht mit“, so Bock. Und schließlich geht es um Voruntersuchungen, wie z.B. der kommunale Geschosswohnungsbau an der Wilhelm-Köhler-Straße saniert und verdichtet werden könnte. Der Stadtrat hatte in einer Steuerkreissitzung bereits zwölf Maßnahmen ausgewählt, die „relativ zeitnah realisiert werden können“ (Auflistung siehe Kasten).

Im Entwicklungskonzept sind viele Punkte enthalten

Diese Punkte sind im ISEK auch alle im Entwicklungskonzept enthalten und mit verschiedenen Prioritäten belegt. Nachzulesen ab Seite 99, geht es schwerpunktmäßig unter anderem um die Altstadt als repräsentatives Zentrum. Dieses solle erhalten und erlebbar, außerdem durch moderne Architektur behutsam ergänzt werden. Der Bereich City-Management hat eine ganze Reihe Aufgaben auf der Liste, alle mit hoher Priorität. Ein großes Augenmerk wird auch auf Gewerbeflächen und die Wohnentwicklung gelegt. Bei einem mittleren Bevölkerungswachstum von 0,24 Prozent pro Jahr würden zwischen acht und 22 Hektar Fläche benötigt, „sollte dies eintreten, wird es eng“, so Bock. Die Zauberworte heißen Verdichtung und neue Wohnformen, aber auch das Zusammenbringen der Interessenten. Gleichzeitig sollen im Bereich Vorsorge auch Erweiterungsflächen am Krankenhaus bewahrt werden. Ebenfalls im Konzept die Punkte Vernetzung und Mobilität oder Kultur/Naherholung. „Und Schongau-West ist nicht vergessen, muss aber noch mal vertieft betrachtet werden“, so Bock. Hierzu muss der Stadtrat eine eigene Feinuntersuchung auf den Weg bringen.

„Mit dem ISEK sind uns Leitlinien für die nächsten Jahrzehnte vorgegeben“, so Bürgermeister Falk Sluyterman. Das ISEK habe Schubladen geöffnet und werde nicht darin verschwinden, versprach Stadtbaumeister Sebastian Dietrich.

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