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Viele neue Bäume sind im Forchet gepflanzt worden

Plant-for-the-Planet im Forchet

Klimaschutz in Schongau: Kinder pflanzen 600 Bäume

Insgesamt 600 Bäume haben 38 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren, die an der Plant-for-the Planet-Akademie bei der Firma Hochland teilnahmen, im Forchet in Schongau gepflanzt. Zusätzlich erhielten sie noch eine Ausbildung zum Klimaschutz-Botschafter.

Schongau – Eine Billion Bäume will die Stiftung Plant-for-the-Planet weltweit pflanzen. Diese Bäume könnten ein Viertel des jährlichen vom Menschen verursachten CO2-Ausstoßes binden. Rund 13,6 Milliarden davon stehen laut Tim Sedlmaier von Plant-for-the-Planet schon. In Schongau sind weitere 600 Roteichen, Weißbuchen, Bergahorne und Winterlinden dazugekommen.

Gegründet wurde die Schülerinitiative Plant-for-the-Planet 2007 in Tutzing vom damals neun Jahre alten Felix Finkenbeiner. Seine Vision: Kinder könnten in allen Ländern der Erde Bäume pflanzen. Und so auf eigene Faust einen CO2-Ausgleich schaffen, während die Erwachsenen nur darüber reden. Denn jeder gepflanzte Baum entzieht der Atmosphäre Kohlendioxid.

Heute sind über 100 000 Kinder für Plant-for-the-Planet aktiv und setzen sich gegen den Treibhauseffekt ein. Ihr Ziel: „Wenn sich jetzt jedes Unternehmen, jede Institution und jeder Mensch klimaneutral stellt durch Aufforstung, können wir unsere Zukunft retten!“

Auch bei der Firma Hochland wird zur Zeit daran gearbeitet, wie sich das Unternehmen klimaneutral stellen kann. „Wir haben für alle Standorte eine Klimabilanz errechnet. Was wir an CO2-Ausstoß nicht vermeiden können, wird durch ein Aufforstungsprojekt auf der Yukatan-Halbinsel in Mexiko kompensiert“, so Gernot Schleeh, Nachhaltigkeitsmanager bei Hochland.

Dazu kommt die Finanzierung von Projekten, wie der Plant-for-the-Planet-Akademie für Kinder. Einen Tag lang wurden sie in der Kantine der Firma Hochland in Sachen Klimaschutz geschult, bekamen eine Rhetorik-Ausbildung, um die Idee weiter zu verbreiten, erarbeiteten in Gruppen Vorschläge und Ideen, wie man auf das Problem Klimawandel aufmerksam machen und Mitstreiter gewinnen könnte und zogen schließlich zusammen mit einem Team vom Forstamt Schongau ins Forchet, wo gemeinsam 600 Bäume gepflanzt wurden.

„Auf dem Grundstück wären 800 Bäume möglich gewesen“, so Gernot Schleeh, der stolz ist, wieviel letztendlich geschafft wurde. Da auch die Schongauer Förster nicht genau wissen, welche Baumarten dem Klimawandel am besten trotzen, wurde eine bunte Mischung gewählt.

Die neuen Bäume werden zwar nicht so schnell wachsen wie auf Yukatan, wo optimale Bedingungen herrschen, aber sie werden sich trotzdem günstig auf die Schongauer CO2-Werte auswirken. Die 38 Kinder und einige erwachsene Begleitpersonen waren jedenfalls mit Feuereifer dabei und konnten sich anschließend bei Donuts und warmen Getränken stärken, bevor es in die nächste Runde ging, wo in Gruppen Aktionen erarbeitet wurden und ein Teil der Kinder einen Vortrag vorbereitete. Der wurde dann den Eltern vorgeführt, die im Rahmen eines Workshops ebenfalls über die Klimaziele der Kinder, die ihre Zukunft in die eigene Hand nehmen wollen, informiert wurden.

„Es ist ein wichtiges Thema, und Erwachsene sind oft zu träge, sich einzusetzen“, so Laura Fröhlich von Plant-for-the-Planet. Zumindest bei den 38 jungen Teilnehmern war keine Trägheit zu erkennen, und sie werden sich als ausgebildete Klimabotschafter auch in den Familien dafür einsetzen, dass CO2 eingespart wird.

Und auch bei der Firma Hochland, die an allen Standorten Plant-for-the-Planet-Akademien für Kinder veranstaltete, ist man noch lange nicht mit dem Thema fertig. Etwa 90 Prozent der CO2-Bilanz gehen zu Lasten des Produktionsmittels Milch und seiner Gewinnung.

„Nur zehn Prozent können wir durch die Produktion beeinflussen“, so Karsten Roth, Leiter Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeitsmanagement beim Hochland-Unternehmen.

Deshalb startet im Dezember ein Pilotprojekt zusammen mit einem externen Institut und einer kleinen Gruppe von Landwirten, die Hochland beliefern, um herauszufinden, wie der CO2-Fußabdruck in der Milchwirtschaft ist und welche Maßnahmen helfen könnten.

Ursula Fröhlich


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