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Laden zur Pflegenacht in die Schonauer Klinik (v.l.): Sandra Buchner, Klaus Fenzl, Anne Ertel und Claudia Koch.

Krankenschwestern und -Pfleger gesucht

Schongauer Klinik lockt Personal mit magischer Nacht

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Im harten Wettbewerb um neue Pflegekräfte zieht die Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau alle Register. Unter anderem beweist ein pfiffiger Social-Media-Auftritt, dass die Verantwortlichen am Puls der Zeit arbeiten. Per Facebook konnten schon neue Kräfte gewonnen werden. Jetzt folgt eine Bewerbernacht samt „Job-Speed-Dating“.

Landkreis– Anne Ertel stellt sich jeden Tag aufs Neue dem Kampf um neues Personal. „Er wird schärfer“, sagt die Pflegedienstleiterin der Krankenhäuser in Schongau und Weilheim mit Blick auf die Konkurrenz in Landsberg, Kaufbeuren, Murnau oder Garmisch-Partenkirchen.

80 000 unbesetzte Stellen in der Pflege beklagen die Kliniken deutschlandweit. Den Mangel an Schwestern und Pflegern bekommen auch die Häuser in der Region zu spüren. Wobei in Weilheim und Schongau alle Stationen besetzt sind, betonen die Verantwortlichen. In Weilheim habe man sogar eine neue aufgemacht.

Auch Pflegeschule kann nicht mehr aus dem Vollen schöpfen

Dass sich daran nichts ändert, dafür sorgt vor allem die hauseigene Pflegeschule der Krankenhaus GmbH in Schongau, die den Nachwuchs ausbildet. Allerdings kann auch die längst nicht mehr so aus dem Vollen schöpfen wie noch in den 1990er Jahren. Damals habe man für die zu vergebenen 30 Plätze noch 300 bis 400 Bewerbungen erhalten, berichtet Schulleiter Klaus Fenzl. „Jetzt kriegen wir knapp 100.“

Fachkräfte aus dem Ausland und Social-Media-Offensive helfen

Neben der Schule hat sich die Pflegedienstleitung mittlerweile noch zwei weitere „Recruitingwege“ fürs Personal aufgebaut. Einer davon ist die Gewinnung ausländischer Kräfte aus Tunesien, den Philippinen und Serbien, ein anderer der Social-Media-Bereich, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

„Mia san Pflege Weilheim-Schongau“ heißt die Facebook-Seite, die die Pflegedienstleitung mit immer neuen Bildern und Informationen aus den Häusern in Weilheim und Schongau bespielt und gezielt Bewerber anspricht. „Unsere topmodern ausgestattete Unfallchirurgie in der Klinik Weilheim freut sich zum nächstmöglichen Zeitpunkt über Zuwachs im Pflegeteam durch examinierte Pflegekräfte“, hieß es zum Beispiel diese Woche auf der Seite. Das Prozedere ist einfach und unbürokratisch. Die Bewerber wählen die angegebene Telefonnummern, über die sie direkt beim richtigen Ansprechpartner landen.

Viel Platz nimmt auf der Facebook-Seite seit ein paar Tagen die neueste Idee ein, die das Damen-Trio ausgeheckt hat: Die Pflegedienstleiterinnen laden für kommenden Montag, 16. September, zu einer Bewerbernacht in die Schongauer Klinik ein. Was die rund 100 Interessierten, mit denen die Klinik rechnet, von 20 bis 0 Uhr dann alles erwartet, wird noch nicht verraten. Aber die Einladung klingt schon mal spannend: „Es ist Vollmond, und es gibt ein Candle-Light-Dinner“, heißt es.

Bei Vetragsabschluss winkt ein zweites Dinner

Bei Führungen durch das Krankenhaus erleben die Besucher „magische Momente“. Und in einem „Speed-Job-Dating“ könne gleich getestet werden, ob die Chemie stimme. Wer will, darf auch gleich Nägel mit Köpfen machen und bekommt dafür eine kleine Belohnung: „Bei Vertragsabschluss winkt ein weiteres Dinner an einem Überraschungsort.“

Prämienzahlungen werden fürs Erste eingestellt

Von einem anderen Recruitingweg wird sich die GmbH dagegen Ende Oktober verabschieden. Geld-Prämien für Bewerber und Vermittler werden erst einmal keine mehr bezahlt, verrät Pflegedienstleiterin Ertel. 1500 Euro durfte sie zuletzt noch für jede neue Kraft ausgeben. Viel ist das nicht. Andere Häuser zahlen ihren Angaben nach bis zu 10 000 Euro für neue Krankenschwestern und -pfleger.

Die Krankenhaus GmbH sieht sich aber auch ohne Prämien bestens gerüstet. Zuletzt wurde ein Kino-Spot geschaltet, mit dem Social-Media-Kanal „mia san Pflege“ bei Facebook und Instagram ist die Geschäftsleitung hoch zufrieden: Er sei „ein echter Treffpunkt“, heißt es.

Dieser und die komplette Übernahme aller Schüler des diesjährigen Abschlussjahrgangs Gesundheits- und Krankenpflege würden zeigen, „dass in der Krankenhaus GmbH alles stimmt – von dem Lernen in der Schule, über die Praxiseinheiten auf den Stationen, das Miteinander und die Fortbildung“.

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Für eine Woche haben Schüler der Krankenpflege die Station 1 im Schongauer Krankenhaus übernommen. Trotz vieler Herausforderungen waren alle von dem Praxisprojekt begeistert.

Seit April ist Prof. Reinhold Lang Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Weilheimer und Schongauer Krankenhaus. Verschiedene Zentren innerhalb der Klinik sollen der besseren Patientenversorgung dienen.

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