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Die kleinen Einlagen von Gauklern wie Dr. Bombastus machen den Charme des Historischen Marktes in Schongau aus, kosten aber auch viel Geld.

Grundsatzentscheidung steht an

Kostet der Historische Markt bald Eintritt?

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Schongau –  Der Verein Schongauer Sommer hat 2016 dank des erneut toll gelaufenen Historischen Markts, aber vor allem wegen des erfolgreichen Henkerstochter-Schauspiels das beste Jahr seit Langem hingelegt. Trotzdem steht eine extrem wichtige Richtungsentscheidung an: Kostet der Markt künftig Eintritt?

Er hat oft mit seinem Ausstieg kokettiert, doch Manfred Wodarczyk bleibt – bereits seit 16 Jahren im Amt – weitere drei Jahre Vorsitzender des Vereins Schongauer Sommer. Auch die weitere Führungsmannschaft mit Vize Beate Fiedler, Kassier Robert Notz und Schriftführerin Gabriele Hanickel, ist unverändert. „Das Vertrauen ist da“, freut sich Wodarczyk, und das ist nach dem vergangenen Jahr kein Wunder. Das Wagnis, mit der jungen Truppe des Schongauer Theatervereins Treibhaus eine Weltpremiere des Bestsellers „Die Henkerstochter“ auf die Bühne zu bringen, hat sich ausgezahlt: „Es war das beste Jahr seit 2007“, sagt Wodarczyk.

Denn mit den Freiluft-Festspielen hat er schon einige Bruchlandungen erlebt. Der zwar künstlerisch gelobte, aber vom Publikum nicht angenommene „Faust“ brachte 2010 ein dickes Minus, auch der „Medicus vom Orient“ schrammte 2013 nur knapp am Minus vorbei. Selbst der Auftritt von Corvus Corax war 2014 ein Zuschussgeschäft. Bei der Henkerstochter dagegen, deren Aufwand bei immerhin 100 000 Euro lag, blieben dank acht ausverkaufter Aufführungen „einige tausend Euro übrig“, so Wodarczyk. Das gab es zuletzt beim Hexen-Schauspiel 2007. „Sonst musste der erfolgreiche Markt immer das Schauspiel mitfinanzieren. Dieses Mal hat es sich selbst getragen und wir können uns ein Polster anlegen, das bei den Summen, mit denen wir als kleiner Verein umgehen, gut tut.“

Viele Besucher könnten wegbleiben

Denn auch der Historische Markt, der mittlerweile weit über die Grenzen des Schongauer Lands bekannt ist, wird immer teurer. Für Musik, Security, Zelte, Wasser, Strom und nicht zuletzt die Künstler gibt der Verein mittlerweile 85 000 Euro aus – ohne Eintritt zu verlangen. „Selbst die Musiker und Schausteller fragen mich, wie ich das schaffe. So was gibt es nämlich in ganz Deutschland nicht bei einem Mittelalter-Markt dieser Größe und mit diesen Attraktionen, der von keinem Kulturfonds oder Ähnlichem gefördert wird“, sagt Wodarczyk. Andernorts werden acht bis zwölf Euro verlangt, beim Frundsbergfest in Mindelheims Altstadt werden laut Wodarczyk sogar die Anwohner zur Kasse gebeten. Letzteres wäre in Schongau undenkbar.

Wodarczyk will auch gar nicht in diese Richtung gehen, aber ihm bleibt nach eigener Aussage keine Wahl. Am Bierpreis hat er vor zwei Jahren schon gedreht und einen mittleren Volksaufstand ausgelöst, da ist keine weitere Erhöhung drin. Und die unschönen Vorfälle mit Asylbewerbern im Vorjahr hätten gezeigt, dass viel mehr in die Sicherheit investiert werden müsse. „Wer kann ausschließen, dass man nicht bald wie auf der Wiesn einen Zaun braucht und die Rucksäche abgeben muss?“, fragt Wodarczyk. Kinder würden auf jeden Fall kostenlosen Zutritt haben, Erwachsene höchstens zwei bis drei Euro berappen müssen, schwebt Wodarczyk vor. Und er betont: „Für dieses Jahr gilt das sicher noch nicht. Das müssen wir erst noch im Verein besprechen.“

Sollte in Zukunft tatsächlich Eintritt verlangt werden, dürften die Besucherzahlen abnehmen, das weiß auch Wodarczyk. „Das könnten schon 30 Prozent weniger sein, das muss man realistisch sehen.“ Aber nur mit Mehreinnahmen könnten weitere hochkarätige Künstler engagiert werden, die das Flair des Marktes ausmachen. Das sei die Richtungsentscheidung, die man bald treffen müsse: „Gibt man mehr Geld aus, um zusätzliche und auch andere Künstler zu holen? Oder bleibt man stehen mit der Gefahr, dass die Leute sagen: Das ist langweilig, das kenne ich schon alles?, fragt Wodarczyk.

Online-Abstimmung

Soll der Historische Markt in Schongau weiter kostenlos bleiben, auch wenn es möglicherweise weniger Attraktionen geben sollte? Oder würden Sie einen moderaten Eintritt von zwei Euro für Erwachsene für mehr und neue Schausteller in Kauf nehmen? Über diese Frage können Sie im Internet unter www.schongauer-nachrichten.de abstimmen.

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