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Einsam und hilflos zwischen Autos und Lkw: Radfahrerin Bettina Buresch an der breiten Einfahrt zur Schönlinder Straße, für die sie gerne eine Überquerungshilfe hätte.

Pläne liegen seit Jahren vor

Das lange Warten auf Querungshilfen

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Seit Jahren wird in Schongau diskutiert, das Überqueren einiger breiter Straßen mit Überquerungshilfen für Fußgänger sicherer zu machen. Doch aus verschiedenen Gründen ist nichts passiert. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Sache.

Schongau – „Mehr Sicherheit fürs Bahnhofs-Umfeld“ hieß der Artikel in den Schongauer Nachrichten. Darin führt der Schongauer Stadtbauamts-Mitarbeiter Alexander Joseph im Bauausschuss aus, wie die breite Einfahrt in die Hermann-Ranz-Straße mit einem sogenannten Tropfen, also einer Querungshilfe in der Mitte, für Fußgänger sicherer gestaltet werden kann. Außerdem sollen Markierungen oder mobile Randsteine verhindern, dass Autofahrer wie bisher mit hoher Geschwindigkeit von der Bahnhofs- in die Ranz-Straße einbiegen. Das Staatliche Bauamt Weilheim, das für die Bahnhofstraße zuständig ist, habe die Arbeiten zugesagt.

Wer sich bei den Mitarbeitern der Stadt Schongau auskennt, wird sich fragen: Alexander Joseph? Ist der nicht längst vom städtischen Bauamt zu den Stadtwerken gewechselt? Stimmt. Denn der Artikel stammt vom 26. März 2012, ist also mehr als fünf Jahre her. Ein Jahr später fragten die SN noch mal nach, warum dort nichts passiert ist (Titel: „Noch immer grüßt der Asphalt-See“), und beim Staatlichen Bauamt Weilheim hieß es: Man hatte die Maßnahme fest vor, wollte sie mit anderen Arbeiten miterledigen, weil sich eine eigene Baustelle für das kleine 5000 Euro-Vorhaben nicht lohne. Das habe aber aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert. „Aber 2013 werden wir das hinbekommen“, sagte der Mitarbeiter damals. Ergebnis: bekannt.

„Das ist unglücklich gelaufen“, gibt Martin Dondl vom Staatlichen Bauamt zu. Das Problem ist über die Jahre das gleiche geblieben: „Wir versuchen immer, kleine Maßnahmen mit großen zu verbinden.“ Doch das habe sich nie ergeben. Man habe sogar der Stadt angeboten, sie solle die Arbeiten ausführen und das Staatliche Bauamt die Kosten übernehmen, doch auch das sei nicht zustande gekommen. „Dieses Jahr ist es aber wirklich fix vorgesehen“, betont Dondl, denn es seien große Projekte in Schongau geplant. Zum einen die Sanierung der Peitinger Straße, zum anderen die Ertüchtigung der Ampeln an Bahnhof- und Marktoberdorfer Straße.

Diese Themen dürften auch angesprochen werden, wenn Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamts, am heutigen Montag nach Schongau kommt und sich vor Ort mit Bürgermeister Falk Sluyterman zahlreiche Probleme anschaut. Zum Beispiel die oft diskutierten Einfahrten in die Lechvorstadt oder bei UPM.

Weiter Weg für Fußgänger: Die Einfahrt von der Bahnhofstraße in die Hermann-Ranz-Straße.

Die Stadt Schongau hat ein ähnliches unerledigtes Projekt Querungshilfe. Es geht um die Einfahrt von der Marktoberdorfer in die Schönlinder Straße, die extrem breit ist. Bettina Buresch (ALS), leidenschaftliche Radlerin, hatte nach einer Stadtratssitzung bemängelt, dass dort nichts passiert, obwohl dringender Handlungsbedarf bestehe: „Das ist der offizielle Radweg in die Stadtmitte, man muss sich dort gefährlich durch Autos durchschlängeln.“ Ihr schwebt eine einfache Lösung vor, die rund um die bestehende Markierung Radfahrern und Fußgängern das Überqueren erleichtert.

Das Gegenargument vom städtischen Bauamt klang ähnlich dem des Staatlichen Bauamts: Man habe dort größere Pläne mit dem Radweg-Ausbau, außerdem wolle man das gleichzeitig mit der nötigen Fahrbahn-Sanierung der Marktoberdorfer Straße in dem Bereich erledigen. Der Haken daran: Bereits im August 2012 war eine dringende Sanierung der Straße Thema im Bauausschuss, weil am Rößlekellerberg der Asphalt hinüber sei und die Straßenbeleuchtung erneuert werden müsste. Im Zuge der Radweg-Planung wurde im November 2013 auch eine Lösung für die Querungshilfe an der Schönlinder Straße präsentiert, die als „aufwendig, aber machbar“ bezeichnet worden war.

Doch mit den Radweg-Plänen verschwand auch dieser Teilaspekt in der Schublade. Und die so dringende Straßen- und Laternen-Erneuerung ist ebenfalls noch nicht gemacht worden. Im aktuellen Haushalt steht bei der Vorplanung nur drin „Erneuerung der Deckschicht dringend erforderlich, Lichtmasten verrostet, Standsicherheit zum Teil nicht mehr gewährleistet, laufende Überprüfung notwendig“. Auf SN-Nachfrage sagte das städtische Bauamt zu, das Thema Querungshilfe nochmal zu prüfen – vielleicht gebe es eine einfache Übergangslösung, hieß es.

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