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Witzige Einlage: Die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle bei ihrem „Schippendales“-Auftritt.

Gleich sechs Auftritte beim CSU Starkbieranstich in Schongau

Mammutprogramm beim Schockerberg: Umfangreich, aber nicht umwerfend

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Ein wenig Sitzfleisch brauchte man schon beim CSU-Starkbieranstich in Schongau: Fast fünfeinhalb Stunden dauerte das Programm des Schockerbergs in Schongau.

Schongau – Als „super-umfangreichen Schockerberg“ kündigte Maria Scholz, die zusammen mit dem Penzberger CSU-Ortsvorsitzenden und Antenne Bayern-Moderator Nick Lisson die Moderation übernommen hatte, den diesjährigen Schockerberg an – und vom Programm her war das nicht gelogen. Gleich sechs Auftritte waren bei der 22. Auflage des CSU-Starkbieranstichs eingeplant, mehr als je zuvor. Leider bedeutet umfangreich dieses Mal nicht umwerfend, denn bei vielen Programmpunkten taten sich die Protagonisten schwer.

„Masochistische Selbsthilfegruppe im Oberland“

Zu Beginn sorgte Lisson für die ersten Lacher, als er den Promi-Tisch mit CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer und Peitings CSU-Ortsvorsitzenden Peter Ostenrieder als „masochistische Selbsthilfegruppe im Oberland“ bezeichnete, weil sie sich gleich einiges anhören müssten – doch so schlimm wurde es für die Politiker nicht.

Bürgermeister Falk Sluyterman aufs Korn genommen

Nach dem Anstich des ersten Fasses Schockerbock, das Ortsvorsitzender Dr. Oliver Kellermann wie immer souverän mit einem Schlag erledigte („Lisson: „Das schaut kraftlos aus, aber das Bier fließt“), trat Bruder Okulus alias Robert Kassebaum zur Fastenpredigt an. Er nahm unter anderem Bürgermeister Falk Sluyterman aufs Korn, machte sich über Peitings Debatte über ein Haus der Liebe lustig und über das Sonnenschirm-Desaster am Schongauer Sommer. Treffend war sein Gag, in der Schongauer Altstadt eine bayerische Mahlzeit zu bekommen: „Wenn man da einen Schweinsbraten bestellt, wird man gefragt: ,Mit allem und scharf?‘“, sagte er unter dem Gelächter des vollbesetzten Saals. Stark war Okulus‘ Rausschmeißer, sein traditioneller Blick in die Zukunft, wenn er sinnierte, dass das Lechfloß bald einen Düsenantrieb bekommt und dann im 15-Minuten-Takt fährt oder Rene Repper sein Domizil an den ruhigen Märchenwald verlegt, weil ihm nach der Wiederöffnung des Marienplatzes für den Verkehr dort zu viele Autos unterwegs sind. Doch hatte man Okulus schon besser gesehen.


Baustelle an der Kanalbrücke ein Lieblingsthema 

Nach längerer Pause gab Manfred Haslinger ein Comeback als Josef Birnhuber von der Schongauer Verkehrsleitzentrale, der mit fiktiven Anrufern Gespräche führte. Es hatte Längen, war aber durchaus witzig, wenn er die vielen Baustellen aufs Korn nahm und die Ortsfremden auf riesige Umleitungsstrecken schickte. Die Kanalbrücken-Baustelle war übrigens – neben Rene Repper und Dauer-Leserbriefschreiber Peter Blüml – Lieblingsthema der Akteure auf der Bühne.

Marianne Porsche-Rohrer als Kobold

Marianne Porsche-Rohrer trat dieses Mal als Kobold aus dem Rathaussaal auf, hatte einige Seitenhiebe für Wirtschaftsförderin Meike Petro („Sie ernst zu nehmen, fällt uns schwer“) und hatte auch für Dobrindt mahnende Worte parat („kein Fettnapf ist ihm groß genug. So mancher fragt sich: Ist das klug?“). Markus Wühr schließlich sinnierte in seiner Paraderolle als Luigi aus Südtirol wie immer über die Frauen, die Menschheit an sich – im skurrilen Gespräch mit einem Außerirdischen namens Herwig, der bei ihm wegen eines Fahrwerkschadens mit seinem Ufo notlanden musste. Die Auftritte waren grundsätzlich in Ordnung, hatten gute Momente, doch bis auf wenige Ausnahmen wollte der Funke nicht so recht aufs Publikum überspringen.

Fischer teilt wie immer kräftig aus

Die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle schließlich gab nach dem Singspiel den Rausschmeißer, und die Organisatoren rächten sich schon prophylaktisch für die Schongauer Beschimpfungen von Frontmann Jürgen Fischer, indem sie seiner Truppe den Vorhang nicht öffneten – ein herrlicher Überraschungsmoment gleich zu Beginn. Klasse der Auftritt der „Schippendales“, die mit einem sexy Schaufeltanz das Schongauer Schneeräumproblem sprichwörtlich auf die Schippe nahm – „die verräumen wirklich alles“.

Dem scheidenden Stadtkapellen-Chef Marcus Graf wurde nachgetrauert („er hat bei uns schon vorgespielt, aber da hätte es für ihn nur zum Taferlbua gereicht“) und ihm eine Karriere als CSU-Bürgermeisterkandidat prophezeit. Fischer teilte gewohnt hart, aber nicht beleidigend aus, das Mitmachspiel mit umgedichteten Songs auf Schongau („Auf der Repperbahn nachts um halb eins“) war eine gute Idee und gelungen, die Imitation bekannter Persönlichkeiten nur zum Teil. Das Fazit nach fast fünfeinhalb Stunden: Es hat sich wieder gelohnt, aber die Veranstalter müssen sich überlegen, das Programm etwas zu straffen.

Auf hohem Niveau war auch heuer wieder das Singspiel.

Auch das war damals eine tolle Aufführung 2017

Und das ist der aktuelle Stand bei den Schongauer Baustellen samt Kanalbrücke

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