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Im Streit mit Freundin: Mann bringt vor Wut Haustier um - ihm droht sogar Gefängnis

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Schongau/Bayern: Im Streit mit Freundin: Mann bringt Haustier um - danach droht ihm sogar Gefängnis
Im Streit brachte ein Mann aus Schongau das Haustier seiner Freundin um. (Symbolbild) © picture alliance / dpa / Jan-Philipp Strobel

Ein Mann aus Schongau rastete aus: Im Streit mit seiner Freundin brachte er ihr Haustier um. Die Konsequenzen, die ihm danach drohten, waren enorm.

Schongau – In einigen Situationen kann die Pflicht zum Tragen von Mund- und Nasenschutz-Masken auch ganz nützlich sein. Beispielsweise, wenn man sich ein Lachen verkniffen hätte und dies nun unter der Maske hemmungslos tun kann. Denn lachen musste man kürzlich in einer Gerichtsverhandlung in Sachen „Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“.

Im Saal 18 des Weilheimer Amtsgerichts herrschte Maskenpflicht. Amtsdirektor Lars Baumann hatte sich eine Art Schweißermaske ausgesucht, die nicht nur stylisch aussah, sondern ihn auch nicht so sehr beim Sprechen behinderte. Der Fall, der an diesem ersten einigermaßen normalen Verhandlungstag nach der Corona-Krise behandelt wurde, war einer, den man in die Schiene „Königlich Bayerisches Amtsgericht“ hätte einordnen können.

Schongau: Streit mit Freundin läuft vollkommen aus dem Ruder - Mann bringt Haustier um

Es ging um eine tote Maus. Besser gesagt um die laut Anklage „Tötung eines Wirbeltieres ohne triftigen Grund“ seitens eines Schongauers (45). „Es tut mir Leid um die Maus“, gab der Mann etwas geknickt zu Protokoll, der amüsanterweise auch noch angab, früher Tierpfleger habe werden wollen.

Der Abend im September vergangenen Jahres lief ein wenig aus dem Ruder. Der Mann trank beachtliche Mengen Alkohol, hatte Streit mit seiner damaligen Freundin, die jetzt seine Ehefrau und von ihm schwanger ist. „Sie wollte sich aus dem Fenster stürzen“, erklärte der Angeklagte.

Mann aus Schongau muss sich wegen Tötung eines Tieres verantworten - Es kommt zur Anzeige

Das sei ihm alles zu viel geworden und er sei ausgerastet, so der Mann. Ein Käfig mit vier Mäusen, die der Freundin gehörten, schlug er aus Frust vom Regal. Dabei ging nicht nur der Käfig zu Bruch (89 Euro), sondern man hatte auch den Tod einer Maus zu beklagen.

Das Ganze kam zu einer Anzeige. Erschwerend für den Angeklagten war dabei die Tatsache, dass er in offener Bewährung stand und sich keine weitere Straftat leisten konnte, ohne dass er Gefahr lief, ins Gefängnis zu wandern.

Im Streit mit Freundin: Mann bringt vor Wut Haustier um - danach droht ihm sogar Gefängnis

Eine Geldstrafe wäre in seinem Fall also äußerst gnädig seitens des Gerichts gewesen. Und genau das sagte ihm der Vorsitzende Richter Lars Baumann auch, nachdem der Angeklagte in seinem letzten Wort vor dem Urteil bekundete: „Ich drehe durch bei einer Geldstrafe.“ Das Problem seien die Vorstrafen, die der Schongauer angehäuft hatte, so der Richter: „Ein Tier ohne vernünftigen Grund zu töten, ist zu bestrafen.“

Das Kuriose an der ganze Geschichte gab der Angeklagte dann auch noch zu Protokoll: Die drei überlebenden Mäuse hätten sich in der Zwischenzeit weiter „vergnügt“. „Wir haben jetzt 15 neue Mäuse“, sagte der Mann und schüttelte den Kopf. Das Gericht verurteilte den 45-Jährigen zu einer Geldstrafe von 1600 Euro.

rwg

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