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Fachkräfte würde sich Einrichtungsleiterin Gisela Mair (2.v.li.) gerne backen. Im Bild links Monika Nirschl (Compassio), rechts von Mair stehen Stefan Schiessl (WOB Immobilien), Toni Trojer (Firma M. Haseitl), Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Bürgermeister Falk Sluyterman, Kreiskämmerer Norbert Merk und WOB-Geschäftsführer Herbert Schiessl.

Neues Seniorendomizil in Schongau kann bald bezogen werden 

Marie Eberth: Offenes Haus für die ganze Stadt

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Schlüsselübergabe für das Seniorendomizil Haus Marie-Eberth. „Die eigenen vier Wände spielen im Alter eine immer größere Rolle“, so Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

SchongauAndrea Jochner-Weiß zeigte sich begeistert von den hellen, freundlichen Räumen des neuen Seniorendomizils, das nun nicht mehr unter der Ägide des Landkreises steht. Die Landrätin wägte in ihrer Rede zur Schlüsselübergabe die Begriffe Alt und Neu ab. Das 1965 erbaute Marie Eberth-Heim sei mit seinen 55 Jahren bereits ein altehrwürdiges Gebäude und über die ganze Zeit hinweg von hochqualifiziertem Personal geführt worden. Jochner-Weiß lobte an dieser Stelle stellvertretend für alle Mitarbeiter die Einrichtungsleiterin Gisela Mair, die das Haus auch für den neuen Betreiber „Compassio“ führt. „Heimat wird immer wichtiger“, so Jochner-Weiß. „Hier kann jeder, wenn ihm was stinkt, die Türe hinter sich zu machen. Aber es ist auch keiner isoliert, denn es gibt wunderbare Gemeinschaftsräume“, lobte sie. Bei guter Sicht könne man von der Dachterrasse aus sogar bis auf die Zugspitze sehen.

Auch Bürgermeister Falk Sluyterman bei der Schlüsselübergabe 

Dass auch Bürgermeister Falk Sluyterman zur Schlüsselübergabe gekommen sei, wertete sie als Zeichen, dass das Marie Eberth-Haus „Teil von Schongau wird“. Es sei unter vielen Aspekten nicht ganz einfach für die Stadt Schongau gewesen, so Sluyterman. Vor ein paar Jahren habe es so ausgesehen, als würden die 111 Plätze zur Konkurrenz um die Bewohner. Schließlich betreibt die Stadt Schongau mit dem Heiliggeist-Spital ein eigenes Altenheim. Heute stehe man eher in Konkurrenz um die wenigen Pflegekräfte am Arbeitsmarkt. „Aber als Bürgermeister habe ich auch den Auftrag, nicht nur für Bürger in Schongau eine Versorgung zu schaffen, sondern auch im Ammer-Lech-Land“, so Sluyterman. „Da, wo wir können, werden wir gerne kooperieren“, versprach er. Auch hoffe er auf Synergieeffekte etwa über ein gemeinsames Angebot für die Senioren, man habe schon Gespräche in diese Richtung geführt.

Einrichtungsleiterin Gisela Mair äußerst gerührt über ihr Geschenk

Äußerst gerührt war die Einrichtungsleiterin Gisela Mair, die aus den Händen von Stefan Schiessl, beim Bauträger WOB Immobilien für Vertrieb und Verwaltung zuständig, bereits einen Brot- und Pizzaschieber überreicht bekam. In Kürze sollte auch der 500 Kilo schwere Holzbackofen eintreffen, ein Brotbackofen, der nach einer kleinen Testphase auch in größerer Runde zum Einsatz kommen soll. Auch extern soll der Backofen genutzt werden können, so wie das Haus insgesamt ein offenes Haus sein solle – etwa für Vereine und Gruppen. „Ich bin stolz wie ein Pfau“, betonte Mair, die allerdings bedauerte, dass ihr noch die passenden Förmchen fehlen würden, um sich „Fachkräfte zu backen“.

Dem Betreiber ist ein offenes Haus wichtig

Wie wichtig auch dem Betreiber des Altenheims, der Firma Compassio, ein offenes Haus sei, hatte im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten auch Monika Nirschl betont, die bei Compassio den Geschäftsbereich Bayern leitet. Nicht zuletzt sei ein offenes Haus auch das beste Instrument der Qualitätssicherung – „wir brauchen auch die Angehörigen und das Ehrenamt, das sichert den Bewohnern mehr Kontakte und eine größere Teilhabe.“ Bayernweit führt Compassio mit Stammsitz in Ulm ab dem 1. Mai kommenden Jahres 20 Einrichtungen. „Auch als Arbeitgeber müssen wir uns nicht verstecken“, so Nirschl.

Spatenstich war am 15. Juni 2018

Spatenstich für die Seniorenresidenz in Schongau war am 15. Juni 2018. Herbert Schiessl, Geschäftsleiter bei WOB Immobilien, sieht das Haus Marie-Eberth auch als Referenzobjekt, „wir werden dieses Haus auch in Zukunft zeigen“. Oft habe man auch Häuser, bei denen alles „nur knirsch und knapp“ sei, Schongau dagegen sei eine „sehr großzügige Geschichte“. 18 Millionen Euro hat WOB insgesamt investiert.

Einen Monat ist nun Zeit für die Mitarbeiter, sich mit den neuen Räumlichkeiten vertraut zu machen, am Sonntag, 1. September, erfolgt mit den 50 Bewohnern der Umzug. Ziel ist die Belegung mit insgesamt 111 Bewohnern, in die Apartments im 3. Obergeschoss können auch Paare einziehen, die maximale Belegung sind 121 Bewohner. Dies solle aber keinesfalls von heute auf morgen sein, sondern peu à peu, und hängt an der Zahl der Mitarbeiter. Laut Mair soll der derzeitige Mitarbeiterstamm verdoppelt werden.

Umzug für Senioren am 1. September  

Nach dem Umzug wird das alte Marie Eberth-Heim zeitnah abgerissen. Die Außenanlagen samt Parkplatz und Feuerwehrumfahrung fürs Krankenhaus sollen noch heuer fertig werden.

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