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Schongaus Hegeringleiter Erwin Löw appelliert an die Hundebesitzer, ihre Tiere anzuleinen. 

Dringender Appell

Hundeattacken auf Rehe: Hegeringleiter äußert dringenden Appell

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Nach den erschütternden Bildern der jüngsten Hundeattacke auf ein Reh in Schongau, hat sich nun der Schongauer Hegeringleiter zu Wort gemeldet.

Schongau – Unweit der Wohnbebauung in der Dornau hatte Stadtförster Klaus Thien vor kurzem mal wieder den Kadaver eines Rehs gefunden, das vermutlich von einem Hund gerissen worden war. Nach den Funden von mehreren gerissenen Rehen in den letzten Monaten appelliert nun auch der Hegeringleiter von Schongau, Erwin Löw, an die Hundehalter, unfolgsame Hunde doch bitte anzuleinen. „Gleich mehrere Male haben in letzter Zeit wildernde Hunde im Schongauer Land Rehe oder Hasen bis zur völligen Erschöpfung gehetzt oder gar gerissen“, so Löw. Daher sein Appell: „Hundebesitzer sollen ihre Hunde nur dann beim Spazierengehen auf Wegen frei laufen lassen, wenn diese so gut erzogen sind, dass sie jederzeit gehorchen – auch wenn ein Reh, ein Hase oder andere Wildtiere in ihre Sichtweite kommen.“ Erfahrungsgemäß hätten aber nur die wenigsten Hundebesitzer ihre Tiere so gut im Griff, weiß der Peitinger, der in Schongau für 18 Reviere verantwortlich ist. „Es kostet enorm viel Arbeit mit dem Hund und ist meistens nur mit Hilfe eines guten Hundeausbilders oder einer Hundeschule zu schaffen.“

Löw empfiehlt Schleppleine für den Waldspaziergang

Das Anleinen muss dabei weder für den Hundehalter, noch für das Tier eine Einschränkung bedeuten. Man müsse den Hund ja nicht an die übliche kurze Leine legen, Löw empfiehlt für den Waldspaziergang eine so genannte Schleppleine. Diese gibt es in unterschiedlichen Längen von fünf bis 50 Meter. „Damit hat der Hund das Gefühl, er laufe frei, und sein Besitzer hält dennoch die Notbremse in der Hand“, so der Schongauer Hegeringleiter. Löw erklärt noch einmal eindringlich, was es für die Wildtiere bedeutet, von Hunden gehetzt zu werden. Denn gerade in den Wintermonaten könne dies fatale Auswirkungen haben, denn die Überlebensstrategie der Tiere heiße in dieser Zeit Energiesparen. „Da Wildtiere im Winter viel weniger Nahrung finden, benötigen sie viel Ruhe“, so Löw. Er bedauert, dass sich viele Hundebesitzer nicht belehren ließen und auf ihrem Recht beharren, ihre Tiere frei laufen zu lassen. Er wünscht sich Hilfe und Unterstützung seitens der Bevölkerung, um die Problematik in den Griff zu bekommen – im Sinne der Wildtiere.

Hundeattacken auf Rehe: Ruhezonen im Wald einrichten?

Von der großen Uneinsichtigkeit vieler Hundehalter hatte auch der Schongauer Jagdpächter Thomas Mayr berichtet. Sein Vorschlag im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten: Im Wald zumindest temporäre Ruhezonen einzurichten, um dem Wild einen Rückzugsraum zu bieten.

Dies würde auch die Verbissschäden drastisch reduzieren, da sich die Wildtiere zum Äsen dann nicht von den Wiesen in den Wald zurückziehen müssten. „Diese Ruhezonen haben bei uns keinen Wert, die Waldflächen sind viel zu gering“, so die Einschätzung Löws. Im Gegensatz zum weiträumigen Ammerland könne man dies im Forchet oder im Doswald nicht machen.

Vorsichtig und umsichtig in der Natur bewegen

„Ich bin da ganz bei Herrn Mayr, gewisse Gebiete könnte man für das Wild ausnehmen“, meint dagegen Michael Wäsle, Jagdvorsteher in Schongau und Vertreter der hiesigen Waldbesitzer. „Man sollte wirklich mal einen runden Tisch machen mit dem Bürgermeister.“ Auch eine Jagdgenossenschaftsversammlung sei ein guter Rahmen, um dieses Thema anzusprechen. Auch Wäsle appelliert im Übrigen klar an die Hundebesitzer, sensibler mit dem Thema umzugehen. Fraglich sei beispielsweise, ob man unbedingt an der Lechhalde entlanggehen müsse „oder zum Schwammerlsuchen in den hintersten Winkel des Waldes“, so Wäsle. Er richte sich an jeden Naturliebhaber und Freizeitliebenden mit der Bitte, sich vorsichtig und umsichtig in der Natur zu bewegen.

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