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Direkt in der Mensa können die Karten abgeholt werden. Von den Eltern muss diese via Überweisung mit einem Guthaben aufgeladen werden.

Holpriger Start

Schongauer Schulzentrum: Mensa-Card liegt Eltern schwer im Magen

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Herzogsägmühle hat die große Mensa und die Versorgung des Schongauer Schulzentrums übernommen. Aber es gibt Anlaufschwierigkeiten. Offensichtlich gibt es Vorbehalte gegenüber dem bargeldlosen Bezahlsystem. Und die Gymnasiasten sind alles andere als erfreut, dass sie doch nicht mehr in „ihrer“ Mensa essen können.

Schongau – Die Gymnasiasten hatten mit allen Bandagen darum gekämpft,dass „ihre Herzogsägmühle“ die Mensa weitermachen kann. Viele Jahre lang war das integrative Projekt der Herzogsägmühle eine Erfolgsgeschichte, und eigentlich sind die Voraussetzungen, dieses so weiterzuführen, alle geschaffen worden. In der großen Mensa in der neuen Grundschule werden seit September die Grundschüler und die Realschüler direkt versorgt. Auch die Hortkinder haben ihre Essenszeiten. Die Mittelschüler und die Gymnasiasten hingegen sollten in ihren eigenen Kantinen essen – auch der Pausenverkauf erfolgt an den Schulen jeweils separat.

Der Start der Mensa ist etwas holprig, was, wie alle betonen, keinesfalls an der Qualität des Essens liegt. Auch das Personalkonzept blieb unverändert – sieben Beschäftigte plus vier Betreuer aus den Herzogsägmühler Werkstätten versorgen die Schüler. Doch vor allem die laut Ausschreibung vorgegebene bargeldlose Zahlung mit rechtzeitiger Vorbestellung der Speisen kommt nicht so gut an, berichten Daniel Löscher, in Herzogsägmühle Fachbereichsleiter der Abteilung Arbeit für Menschen mit Behinderung, und Mensa-Leiter Helmut Müller. Und sie haben auch Zahlen: Während man von 210 bis 260 Essen für alle Schulen ausgegangen ist, wurden am Montag gerade mal 30 vorbestellte Essen ausgegeben, zusätzlich rund 50 nicht georderte.

Online oder an einem Terminal kann man das Menü wählen, zeigen Helmut Müller (links) und Daniel Löscher.

Zwar wurden auch bisher am Gymnasium rund zehn Prozent an Essen vorgehalten – „bei uns muss niemand hungern“ (Müller) –, aber für die Mitarbeiter der Mensa sei die aktuelle Situation unglaublich aufwendig. Einerseits wegen der Bestellung der Waren, andererseits in der Vorbereitung, wie Müller erklärt: „Die Kollegin kocht ins Blaue hinein.“ Auch an der Kasse bilden sich lange Schlangen, weil die Schüler derzeit noch bar bezahlen können. „Die Belastung für die Mitarbeiter ist hoch, es herrscht ein ständiges Chaos“, beschreibt es Müller. Dabei ist nichts so kompliziert, wie es aussieht (siehe Kasten).

Am meisten Zurückhaltung herrscht offensichtlich am Gymnasium. Von dort seien in den vergangenen Tagen im Schnitt nur vier Bestellungen eingegangen, weshalb die Mensa-Leitung reagiert hat und auch die Gymnasiasten mittags in die Grundschulräume zum Essen bittet – die Lieferung ans Gymnasium sei aus „ökologischen und personellen Gründen nicht vertretbar“, hieß es in einem Aushang.

„Die Bestellungen bei den Schülern ist an einer Hand abzählbar, auch bei den Kollegen ist das deutlich zurückgegangen“, weiß Schulleiter Bernhard O’Connor. Er macht das Problem jedoch nicht allein an dem neuen Bezahlsystem fest, sondern daran, dass man sich vorab festlegen müsse, wann man welches Menü essen wolle. „Das Spontane fällt dabei völlig weg.“

Bisher habe man noch vormittags rasch eine Essensmarke holen können, die Mensa sei immer besetzt gewesen, jetzt ist der Verkauf nur noch zu den Pausen und für das Mittagessen geöffnet. O’Connor hofft, dass ein Weg gefunden wird, dass auch bei wenigen bestellten Essen die Gymnasiasten trotzdem ihre eigene Mensa nutzen können. „Das war so ausgemacht und auch in unserem Sinne, wenn das wieder klappt, dann steigt auch die Akzeptanz“, ist er sich sicher.

Gut findet die zentrale Schulmensa, in der alle Schüler der vier Schularten plus Hort speisen, dagegen Armin Eder, Rektor der Pfaffenwinkel-Realschule. Dies sei auch ursprünglich so angedacht gewesen, erinnert er. „Mich freut, wenn jetzt der Gedanke des Schulcampus umgesetzt werden kann.“ Eder ist angetan vom Angebot. „Es entspricht voll dem, was wir erhofft hatten.“ Allerdings müsse eine Mensa-Ordnung eingeführt werden sowie die Aufsicht gewährleistet sein.

„Das Mensa-Team in Schongau bemüht sich wirklich sehr, das kommt bestimmt ins Laufen“, ist sich Frank Pfaffenberger, Leiter der Mittelschule Schongau, sicher. Rund 65 Schüler sind außer am Freitag ganztags im Haus. Das Kartensystem sei ein Lernprozess, auch eine zentrale Mensa für alle Schüler sieht Pfaffenberger unproblematisch. „Es müssen alle aufeinander achten, dann wird es schon funktionieren.“

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