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Ein Bild an seinem Arbeitsplatz erinnert an Michael Gretschmann.

Redaktion trauert um Michael Gretschmann

Nachruf in eigener Sache: „Mach’s gut, Gretschi!“

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Er war die Zuverlässigkeit in Person, ein wunderbarer Mensch und Kollege: Mit 62 Jahren ist Michael Gretschmann, langjähriger Redakteur der Schongauer Nachrichten, überraschend verstorben. Ein Nachruf.

Schongau/Oberammergau– Michael Gretschmann kommt zu spät in die Arbeit? Undenkbar. Der 62-Jährige war ein Muster an Pflichtbewusstsein, er kam sogar einmal nach einem sonntäglichen Radlunfallmit Verletzungen in die Redaktion. An einen Krankheitstag kann sich niemand erinnern.

Deshalb klingelten bei den Kollegen der Schongauer Nachrichten die Alarmglocken, als „Gretschi“ am Mittwoch nicht wie geplant in die Redaktion kam. Tags darauf wurden die schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Michael Gretschmann ist tot. Nicht nur seine Lebensgefährtin steht unter Schock, auch die Redaktion, die einen wunderbaren Menschen und Kollegen verloren hat.

Michael Gretschmann hat am 1. Oktober 1977 bei den Schongauer Nachrichten angefangen. Da waren die meisten seiner heutigen Kollegen noch gar nicht geboren oder im Babyalter. Unter dem damaligen Chefredakteur Georg Hertle wurde er ausgebildet und zwei Jahre später als Redakteur übernommen. Gretschmann war so universell einsetzbar wie kaum ein anderer – Recherche von Politik bis Landwirtschaft, Seiten produzieren oder Sportberichte erstellen, er konnte alles, und zwar zuverlässig und in atemberaubendem Tempo.

Mancher Gesprächspartner musste ihn bremsen, wenn der rastlose Gretschmann ihn mit Fragen eindeckte. Aber er war auch ein guter und ruhiger Zuhörer, wenn er etwa mit Angehörigen von Verstorbenen zusammensaß, um einen Nachruf zu verfassen.

Dem rasanten Wandel des Journalismus passte er sich klaglos an – Gretschmann, der in seiner Anfangszeit noch täglich zum Polizeirevier marschiert war, um in der Vor-Fax-Zeit die Presseberichte per Hand abzuschreiben, eignete sich problemlos Online-Fertigkeiten an und war jahrzehntelang ein idealer Vize-Redaktionsleiter.

Überhaupt war er der unkomplizierteste Kollege, den man sich vorstellen kann: Er arbeitete an Sonntagen, „wenn’s gewünscht wird“, so sein Standardsatz. Seine eigenen Interessen stellte er immer zurück. Sein hintergründiger Humor, mit dem er auch manche Leser am Telefon hereinlegte, und seine Witze sorgten immer für Lacher, an seine liebenswerten Schrullen wie die ausgelatschten Sandalen oder seine Babygläschen-Mahlzeiten werden sich die Kollegen ewig erinnern.

Die Berge waren seine Leidenschaft

Früher ein hervorragender Fußballer, waren seit Jahrzehnten die Berge seine Leidenschaft. Nahezu täglich marschierte der topfitte Gretschmann, der ein gebürtiger Böbinger war, aber seit Jahren mit seiner Lebensgefährtin in Oberammergau lebte, auf Aufacker und Laber, und zwar so früh, dass er trotzdem schon um 7.30 Uhr weit vor allen anderen in der Schongauer Redaktion saß. Seit Monaten plante der 62-Jährige freudig seinen Rentenbeginn im nächsten Jahr, bis ihn plötzlich der Tod ereilte. Wir können es nicht fassen – er wird eine nicht zu schließende Lücke hinterlassen. Gretschi, wir werden Dich nie vergessen!

Die Beerdigung von Michael Gretschmann findet am Dienstag, 3. Dezember, um 10 Uhr in Oberammergau statt.

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