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Ammer-Lech-Mark soll das neue Regiogeld sein

Aus dem Stadtrat

Schongau: Mit Regiogeld die lokalen Strukturen stärken

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Mit Regiogeld die lokale Wirtschaft fördern, dies wünscht sich die UWV. Treibender Motor ist  Ralf Schnabel. Was fehlt, ist seit Meike Petro ein Ansprechpartner.

Schongau – Mit Regiogeld die lokale Wirtschaft zu fördern, dies wünscht sich Ralf Schnabel (wir berichteten). Der UWV-Stadtrat beantragte für seine Fraktion, dass die Stadt die lokale Währung einführt. Die Idee dahinter ist, den lokalen Einzelhandel zu beleben und gleichzeitig lokale Vereine zu unterstützen. Zwei bis drei Prozent könnte den Vereinen und Institutionen gutgeschrieben werden, dieser Betrag ist bereits im Preis der Produkte, die die Bürger erwerben, enthalten.

„Fühle mich wie ein Visionär“

„Ich fühle mich ein bisschen wie ein Visionär“, hatte Schnabel seinen Vortrag in der jüngsten Sitzung eingeleitet. Als Hintergrund für seinen Vorstoß, eine Komplementärwährung in Form einer Ammer-Lech-Mark einzuführen, nannte er die „Durchdringung des Online-Handels“. Global agierende Konzerne wie Amazon, Ebay oder Alibaba würden zwar Milliarden-Nettogewinne erzielen, aber kaum Steuern zahlen. Gleichzeitig würden deshalb aber gewachsene Einzelhandelsstrukturen vor Ort kaputtgehen und es kleinen wie mittelständischen Unternehmen zunehmend schwerer gemacht zu existieren. Dadurch hätten es aber auch die Kommunen schwerer, die freiwillige kommunale Aufgabe zu leisten, nämlich die Vereine vor Ort zu unterstützen, führte Schnabel aus. Die zunehmende Bürokratisierung – Stichwort „Bonpflicht“ – tue ihr übriges. „All diese Erkenntnisse machen mich als Bürger und Kommunalpolitiker wütend“, so Schnabel. Sein Wunsch sei es zu reagieren, im Interesse der Heimat, der lokalen Gewerbebetriebe und der ehrenamtlichen Vereine.

Nutzen der Regionalwährung ist vielfältig

Der Nutzen der Regionalwährung sei vielfältig, warb Schnabel, zumal jeder Konsument selbst entscheiden könne, an wen die Unterstützung gehen soll. Der Einzelhandel sei ebenfalls mit im Boot, der seine Werbemaßnahmen über das Regiogeld gezielt einsetzen könne. Auch die Kommunen und Gewerbetreibenden könnten einen Teil der Löhne in Regiogeld auszahlen. Schnabel verwies auf die große Info-Veranstaltung zum Thema am Samstag, 25. Januar, im Ballenhaussaal (19.30 Uhr).

„Der Ansatz ist gut“

„Die Intention ist deutlich geworden, das ist ein guter Ansatz“, lobte Bürgermeister Falk Sluyterman. Er verwies außerdem darauf, dass das Regiogeld ein Thema für einen Standort- und Wirtschaftsförderer der Stadt Schongau sei, aber man habe diese Stelle derzeit nicht besetzt. Er sei sich aber sicher, dass sich der neue Stadtrat des Themas annehmen werde. Der Stadtrat beschloss, sich näher zu informieren.

Bis vor einem Jahr war Meike Petro für die Wirtschaftsförderung zuständig

Meike Petro an ihrem Arbeitsplatz in Neuried

Bis vor knapp einem Jahr war Meike Petro bei der Stadt Ansprechpartnerin für alles rund um Wirtschaftsförderung. Gegen Ende März 2019 war Meike Petro, damals seit fast einem Jahr für Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit eingestellt, für die Presse von jetzt auf gleich nicht mehr als Ansprechpartnerin erreichbar gewesen. Bis heute gab es seitens der Stadt keinerlei tiefgehendere Begründung für das Ausscheiden Petros. Es hießt lediglich äußerst wortkarg und nichtssagend, man habe die Zusammenarbeit „einvernehmlich beendet“. Weitere offizielle Abschiedsworte welcher Form auch immer hatte man für die junge Frau indes nicht.

Einigung auf ordentliche Kündigung vor dem Arbeitsgericht in Weilheim

 Wie den Schongauer Nachrichten bekannt wurde, hatte man sich bereits im Mai vergangenen Jahres vor dem Arbeitsgericht Weilheim auf eine ordentliche Kündigung geeinigt, Petro bezog ihr Gehalt ganz regulär ein halbes Jahr weiter. Zwischenzeitlich hat sie sich an ihrer neuen Arbeitsstätte offensichtlich auch gut eingearbeitet: Die ehemalige Schongauer Wirtschaftsförderin arbeitet in gleicher Position in ihrem Heimatort Neuried und wird von der Lokalzeitung regelmäßig als „Rathaus-Sprecherin“ zitiert. 2018 hatte Petro das Amt in Schongau angetreten. Sie war auf Yvonne Voigt gefolgt, die wegen eines persönlichen Schicksalsschlags gekündigt hatte. Ihr Vorgänger Martin Soyka hatte es auch nur eineinhalb Jahre ausgehalten in Schongau. Ob die Stelle des Wirtschaftsförderers nachbesetzt wird, soll nach den Wahlen der neue Stadtrat entscheiden.

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Hier wird noch Näheres über die Ammer-Lech-Mark erklärt

Meike Petro ist in Neuried freundlich empfangen worden

Endlich Grünes Licht für barrierefreien Ausbau am Schongauer Bahnhof

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