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Die Mittelschule Schongau (rot) im Schulzentrum mit dem geplanten Neubau 1 (dunkelrot links) und dem Neubau 2 (dunkelrot rechts). Der sanierungsbedürftige Altbestand ist hellrot dargestellt

Vorentwurf für die Generalsanierung - Kosten insgesamt 24 Millionen Euro

Mittelschule: Kämmerer kurz vorm Koma

  • Elke Robert
    VonElke Robert
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Der Vorentwurf Generalsanierung Mittelschule bereitet Stadtkämmerer Werner Hefele „nicht nur Kopfzerbrechen, es war eine vorübergehende Komalage“. Leicht machten sich die Stadträte die Entscheidung nicht, zumal die Pläne durch die Bank gelobt wurden. Betont wurde auch, dass an der Mittelschule nicht gespart werden dürfe.

Schongau – Dass die Generalsanierung der Mittelschule anders ausfällt als bisher vorgesehen, ist verschiedenen Faktoren geschuldet. Angeschoben worden war die Fassadensanierung mit später nachfolgender Generalsanierung vor einem Jahr. Im Auge hatte das Stadtbauamt Schongau damals einen hohen Fördersatz aus dem Kommunal-Investitionsprogramm für Schulinfrastruktur (KIP-S). Die Vorplanung mit Bauuntersuchungen förderte nun allerdings viele Schwierigkeiten zutage. Unter anderem wegen Bausünden aus den 70er Jahren, muss das Gebäude komplett entkernt werden. Auch brauchen die rund 500 Schüler in den 24 Klassen deutlich mehr Platz. In einem ersten Bauabschnitt soll nun der Altbestand saniert und dort angebaut werden, nach dem Vorbild der Lerneinheiten an der Grundschule soll in einem zweiten Bauabschnitt ein weiteres Modul hinzukommen. Erste Kostenschätzung inklusive Interimslösung: knapp 24 Millionen Euro.

Hefele: Im neuen Haushalt alles auf den Prüfstein stellen

Kämmerer Werner Hefele hielt mit seiner Einschätzung nicht hinterm Berg: „Wir müssen im neuen Haushalt sämtliche Vorhaben auf den Prüfstein stellen.“ Auch Bürgermeister Falk Sluyterman verwies darauf, dass man Projekte, die keine kommunalen Aufgaben seien, hinten anstellen müsse.

„Wenn mir der Finanzvorstand eines Unternehmens sagt, wir sind an der Grenze, dann müssen wir sehr genau überlegen“, warnte UWV-Fraktionsführer Stephan Hild vor einer übereilten Entscheidung.  „So schön das Projekt ist, wir dürfen nicht den Fehler machen, uns in Schieflage zu bringen.“ Hild verwies auf die vielen Projekte, die schon lange geschoben worden seien. Sluyterman bat darum, die Haushaltsdebatte nicht vorzuziehen und verwies auf die kommunale Pflichtaufgabe, die Stadt ist Sachaufwandsträger. „Dieser Aufgabe müssen wir uns stellen und den Weg gehen, auch wenn er steinig ist.“

Das Vorhaben wird in zwei Bauabschnitte aufgeteilt 

Stadtbaumeister Sebastian Dietrich hatte vorgeschlagen, das Vorhaben in zwei Bauabschnitte zu teilen und ließ keine Zweifel am Handlungsbedarf. „Von der Schadstoffthematik bis zum Brandschutz – da ist seit 40 Jahren nichts gemacht worden.“ Allerdings drängt auch die Zeit ein wenig, denn die Fördergelder für die Fassadensanierung können nur abgerufen werden, wenn dieser Bereich bis zum 31. Dezember 2022 fertiggestellt ist.

„Das Ding ist am Ende“, machte es Friedrich Zeller (SPD) kurz und sprach sich klar für eine Generalsanierung aus. „Außerdem darf nicht ausgerechnet die Mittelschule zum Schluss kommen, an dieser Schulart darf man nicht sparen.“ Helmut Hunger (CSU) sah dies anders, die Mittelschule sei keineswegs Schlusslicht, die Grundschule sei in Teilbereichen viel älter gewesen. „Aber wir müssen klug vorgehen und eventuell die Bremse reinhauen“, so Hunger, der wissen wollte, ob es nicht günstiger wäre, ein neues Gebäude zu bauen an die Stelle des C-Blocks der Grundschule, denn auch für einen Neubau gebe es gute Fördergelder. „Ein vergleichbarer Ersatzneubau würde aus dem Bauch raus fünf bis sechs Millionen Euro mehr kosten“, so Architekt Franz Balda. Aufgenommen wurde aber im Beschluss der Zusatz, dass die Stadt handlungsfähig bleiben muss.

Regierung von Oberbayern muss sich noch äußern

Mit der Regierung von Oberbayern wird nun geklärt, ob die Generalsanierung auch nach dem Ergebnis der Vorplanung weiterhin gefördert wird. „Wenn nicht, geht die Marschrichtung doch zum Neubau“, so Bürgermeister Sluyterman.

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