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Mühsames Unterfangen: In dieser Woche wurden die in den Boden gerammten Stahlpfeiler wieder aus dem Erdreich gezogen. Der Verkehr lief nur über die Behelfsbrücke, die Behinderungen waren groß. 

Geduldsprobe

Mühlkanal-Brücke wird sechs Monate später fertig als geplant 

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Wenn im Frühling die Bäume blühen und die Vöglein zwitschern, soll es endlich soweit sein: Die neue Brücke über dem Mühlkanal wird ein halbes Jahr später als geplant für den Verkehr freigegeben. Aktuell brauchen die Autofahrer an der Baustelle wieder mal viel Geduld.

Schongau – Es ist einiges zusammengekommen an Pleiten, Pech und Pannen an und auf der Baustelle über dem Mühlkanal. Sogar Sachgebietsleiter German Abenthum vom Staatlichen Bauamt in Weilheim hat seine Mühe, alle Widrigkeiten aufzuzählen, die zu den Verzögerungen geführt haben. Angefangen von einer Zufahrt zur Behelfsbrücke, die zu eng geplant war, über einen betonierten Stützpfeiler, der aufgrund von Rissen wieder abgerissen und neu errichtet werden musste, bis hin zu den Einsätzen des Kampfmittelräumdienstes, der Weltkriegsmunition aus dem Kanal fischte: Rund sechs Monate Zeitverlust sind es jetzt bereits, räumt Abenthum ein.

„Man baut nicht auf der grünen Wiese“, nennt der Sachgebietsleiter einen der Gründe. Auch die Firma habe gemeint, „es würde schneller gehen“, sagt Abenthum, der das Unternehmen aber in Schutz nimmt. So hatte es zum Beispiel nach dem Malheur mit dem Stützpfeiler das Personal aufgestockt und sogar samstags gearbeitet, um die verlorene Zeit wieder wett zu machen.

Derzeit laufen die Arbeiten auf Hochtouren

Derzeit laufen die Arbeiten auf Hochtouren, die Autofahrer merken das an dem Stau, in dem sie zuletzt täglich ausharren mussten. Diese Woche stand ihnen meist nur die eine Spur der Behelfsbrücke zur Verfügung, weil vor dem neuen Bauwerk ein Autokran im Einsatz war. Er zog die für die Abstützung des Erdreichs eingetriebenen Stahlträger wieder aus dem Boden. Wie von der Baustelle zu hören war, war es ein mühsames Unterfangen, mehrere Träger steckten sehr fest. Bis Freitagabend sollten die Arbeiten aber abgeschlossen sein.

Nächste Woche schon wieder Verkehrsbehinderungen

Am Wochenende und Anfang nächster Woche dürfen sich die Pendler zwischen Peiting und Schongau wieder über zwei Fahrspuren freuen. Von langer Dauer wird die Freude aber nicht sein. Schon Mitte nächster Woche schieben die Arbeiter die Behelfsampel wieder auf die Straße, der Autokran rollt erneut an. Er wird nach Angaben Abenthums dann die Träger für die zweite Brückenhälfte einheben. Auch diese Arbeiten nehmen wieder mehrere Tage in Anspruch, rund um die Uhr rollt der Verkehr nur über die Behelfsbrücke. Im Berufsverkehr empfiehlt es sich daher dringend, auf die Umgehung auszuweichen.

Arbeiter gehen vor Weihnachten in die Winterpause

Bis Weihnachten wird nach Auskunft des Sachgebietsleiters am Mühlkanal noch gearbeitet, das Traggerüst für den Überbau der zweiten Brückenhälfte soll bis dahin stehen. „Dann gehen wir in die Winterpause“, kündigt Abenthum an. Fortgesetzt werden sollen die Arbeiten dann im Januar, wenn es die Witterung zulässt, heißt es.

Im April, spätestens im Mai hat die Leidenszeit der Autofahrer dann voraussichtlich endlich ein Ende: Laut Abenthum erfolgt die Verkehrsfreigabe des neuen Bauwerks. Behinderungen soll es dann nur noch vereinzelt im Zuge des Rückbaus der Behelfsbrücke geben, verspricht er.

Kosten für Kampfmittelräumung trägt der Steuerzahler

Und im Staatlichen Bauamt dürfte dann auch fleißig gerechnet werden, wer welche Mehrkosten zu tragen hat. Am Steuerzahler werden die Räumungsmaßnahmen für die Kampfmittel hängen bleiben. Der Einsatz von Personal und Bagger schlägt laut Abenthum allein mit 50 000 Euro zu Buche. Der Aufwand für die Bauzeitenverlängerung wegen der Weltkriegsfunde kommt noch dazu. Die übrigen Mehrkosten wird die Baufirma beziehungsweise deren Versicherung tragen.

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