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Verfahren eingestellt

Schraubenzieher am Hals: 30-Jähriger wollte Nachbarn nur Angst einjagen

Ein 30-jähriger Türke aus Schongau musste sich jetzt vor dem Amtsgericht Weilheim wegen Bedrohung verantworten. Er kam mit einem blauen Auge davon, denn das Verfahren gegen ihn wurde ohne Geldauflage eingestellt.

Schongau/Weilheim – Das Haus in Schongau, in dem der Türke mit weiteren Mietern lebt, ist den Schongauer Polizeibeamten wohlbekannt. Häufig sind sie dort wegen tätlicher Auseinandersetzungen im Einsatz. „Es ist ein Narrenhaus hier“, sagte ein Mitbewohner bei seiner Zeugenbefragung.

Der Angeklagte schilderte ganz freimütig den Vorfall, der sich im November vergangenen Jahres zugetragen hat. Von seinem Nachbarn, der unter ihm wohnt, wollte er sich eine Kehrschaufel ausleihen. Der Nachbar öffnete aber nicht seine Tür. Also ging der Angeklagte zurück in seine Wohnung.

Rabiater Nachbar bekannt für exzessiven Alkoholgenuss und Aggressivität

Dann hörte er aber seinen Nachbarn plötzlich die Treppe heraufkommen und schreien. „,Scheißtürke’ hat er gebrüllt und gegen meine Tür getreten“, sagte der Angeklagte. Das bezeugte auch ein weiterer Mitbewohner, ein 62-jähriger Rentner. „Der hat gebrüllt wie zehn Regimenter. Ein Narrenhaus ist das hier“, sagte der. Der rabiate Nachbar ist bekannt für seinen exzessiven Alkoholgenuss und die damit verbundene Aggressivität. „Der ist ständig besoffen“, sagte der Rentner.

Nachbar nur leicht am Hals verletzt

Der kräftig gebaute Angeklagte öffnete an dem Tag seine Tür, rang den Nachbarn zu Boden und setzte ihm einen Schraubenzieher an den Hals. „Ich wollte ihm Angst einjagen“, erklärte der 30-Jährige. Der Nachbar wurde dabei leicht am Hals verletzt. Außerdem äußerte der Türke sich noch mit den Worten „Verpiss Dich aus meiner Wohnung, oder ich bringe Dich um“. Die alarmierten Polizeibeamten trafen kurze Zeit später ein und nahmen den Fall auf.

Richter: Bedrohter Nachbar ist selbst eine Bedrohung für andere

Solche Art Bedrohungen wird natürlich strafrechtlich verfolgt. Aber in diesem Fall berücksichtigte der Vorsitzende Richter Lars Baumann einen wichtigen Punkt: Der bedrohte Nachbar ist selbst eine Bedrohung für andere. Satte 32 Eintragungen hat er im Bundeszentralregister, darunter immer wieder schwere Körperverletzungen, die er im Rausch begangen hat. Zum Gerichtstermin wurde er vorgeführt. Denn: Nach seiner letzten Straftat, bei der er einen Unschuldigen verletzt hat, indem er ihm einen schweren Aschenbecher über den Kopf geschlagen hatte, wurde er in eine Entziehungsanstalt zwangseingewiesen, in der er sich nun befindet.

Vorbestrafter Angeklagter im Glück: Verfahren ohne Auflagen eingestellt

Das vermeintliche Opfer bestätigte vor Gericht den Vorfall, belastete den Angeklagten aber nicht weiter. „Die Aggression ging sehr stark vom Geschädigten aus“, sagte Baumann. Daher stellte er das Verfahren ohne jegliche Auflagen ein.

Dabei hatte der junge Türke Glück, denn auch er ist bereits fünf Mal vorbestraft und steht derzeit noch bis ins Jahr 2020 unter Führungsaufsicht. „Aufpassen, lassen Sie es sich eine Warnung sein“, warnte Baumann den 30-Jährigen noch, ehe er die Verhandlung schloss.

REGINA WAHL-GEIGER

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Ein kurioser Fall von gefährlicher Körperverletzung ereignete sich im Februar dieses Jahres im Weilheimer Real-Supermarkt. Das Sonderbare daran war die Tatwaffe – eine gefrorene Ente.

Ein Peitinger hat über die Internetplattform ebay mehrmals iPads angeboten. Doch die Kunden warteten vergeblich. Jetzt stand der Mann vor Gericht.

Weil sie Polizisten mehrfach drastisch beleidigt hat, stand nun eine Schongauerin vor Gericht. Doch die 62-Jährige zeigte sich vollkommen uneinsichtig.

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