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Der Mehrzweckraum im Kindergarten Regenbogen wird kurzfristig umfunktioniert in einen Schlaf-und Wickelraum. Nach Elternprotesten soll nun aber so rasch wie möglich ein Container aufgestellt werden.

Kindergarten Regenbogen in Schongau

Nach Elternprotesten kommt Container

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Über die Notlösung am Kindergarten Regenbogen waren die Eltern entsetzt. Damit der Mehrzweckraum bald wieder nutzbar wird, kommt nun ein Container.

Schongau – Zuletzt hatte sich der Schongauer Stadtrat in seiner Sitzung Ende Juni, ebenfalls auf Antrag der CSU-Fraktion, mit dem Thema Kindergärten befasst. Wie Geschäftsleiterin Bettina Schade in diesem Zusammenhang ausführte, hatte man mittlerweile eine Lösung für alle 25 Kindergarten- und Krippenkinder gefunden, die bis dato ohne Platz dastanden (wir berichteten Anfang Juni). In enger Absprache mit dem Landratsamt sollen ab Herbst zwei Notgruppen in der Außenstelle des Kindergartens Luftballon in der Benefiziumstraße eingerichtet werden. Eine dritte Notgruppe kommt in die Räumlichkeiten des Kindergartens Regenbogen in der Bahnhofstraße.

Mehrzweckraum soll Schlaf- und Wickelraum werden

Dort wird der Mehrzweckraum umfunktioniert – und zwar in einen Schlaf- und Wickelraum für Krippenkinder. Mittelfristig sei ein Ergänzungs- oder Erweiterungsbau notwendig. Bis auf die Fassaden-Sanierung und die Funkrauchmelde-Anlage, die jetzt in den Sommerferien montiert werden soll, seien alle 2014 in einer Voruntersuchung und 2017 dann priorisierten Verbesserungen erledigt, hieß es damals in der Sitzung. Nach dem Bau des „Haus für Kinder“ seien die Maßnahmen für den „Regenbogen“ allerdings an den Bedarf einer zweigruppigen Nutzung angepasst worden.

Darstellung der Verwaltung „sehr beschönigend“

„Nunmehr wird klar, dass die Darstellung der Verwaltung sehr beschönigend war und wichtige Informationen den Rat nicht erreichten“, so Kornelia Funke. Nach den Ausführungen der CSU-Fraktion in ihrem Antrag seien die Mängel laut Gutachten aus dem Jahr 2014 noch nicht vollständig beseitigt. Und jetzt komme mit der Notgruppe eine weitere Verschlechterung für die Kinder. Die CSU fordert daher, dass der Stadtrat eine Lösung finden solle, ohne einzelne Kinder zu benachteiligen.

Alles andere als begeistert hatte nämlich der Regenbogen-Elternbeirat auf die Pläne der Notgruppe reagiert und dies auch in einem Schreiben an die Stadt formuliert. Kritisiert wurde laut Schade die Umfunktionierung des Mehrzweckraums und die räumliche Situation (siehe Text unten). Der Brief liege den Unterlagen zur Sitzung aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht bei. Eine klassische Containerlösung solle es nicht geben, sondern eher dauerhafte Mietmodule, führte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich aus. „Aber es ist allen klar, dass das nicht bis September geht, ein gewisser Zeitraum muss da mit temporären Maßnahmen überbrückt werden.“ Bedarfszahlen seitens des Landratsamtes lägen mittlerweile vor und würden derzeit intern ausgewertet. Schade: „Dann kann der Stadtrat seine Zahlen bekommen.“

Engagement des Elternbeirates gelobt

Funke lobte das Engagement des Elternbeirates. Wenn die Containerlösung rasch auf den Weg gebracht werde, könne der Mehrzweckraum auch schnell wieder zur Verfügung stehen – „mit allem, was dazugehört“.

SPD-Fraktionssprecherin Ilona Böse fand: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Eine deutliche Kritik richtete Böse in Richtung CSU. Sie ärgerte sich über den Beitrag „Kinderbetreuungseinrichtungen – Stadt verschläft schon wieder“ auf der aktuellen Homepage des Ortsverbandes. „Das schockiert mich wirklich, da habe ich einen dicken Hals gekriegt“, so Böse. Mit solchen Mitteilungen schüre man nur Ängste bei den Eltern. Verursacher der Misere sei aber nicht die Stadt, sondern die Problematik Korridor-Kinder. „Der Freistaat legt uns das als Kommune vor die Füße. Das haben nicht wir geschaffen.“ Der Appell hingegen, dass man den Elternbeirat vorab zeitnah hätte informieren müssen, sei angekommen.

Auch Bürgermeister Falk Sluyterman ärgerte sich

Bürgermeister Falk Sluyterman ärgerte sich über die Formulierung „beschönigend“. „Da wird zu Themen nachtarockt, die hier gar nicht zur Debatte standen.“ Funke möchte dagegen genauer hinsehen und forderte nun alle Unterlagen zu den Kindergärten der letzten Jahre. Sie wolle einen Blick auf Beschlüsse und Argumente werfen, sehen, wie alles ins Rollen gekommen ist. Dies kam bei den Ratskollegen gar nicht gut an: „Das Rauskramen von alten Entscheidungen kann jeder für sich machen, da sollten wir die Verwaltung außen vor lassen.“ So argumentierte auch Friedrich Zeller (SPD). Er betonte, dass es eine Amtsperiode für Kinder und Familien gewesen sei. Nach der Generalsanierung der Mittelschule könne man weitermachen. Der Container wurde mit einer Gegenstimme beschlossen.

Und das sagt der Elternbeirat

Sandra Wölfle, Vorsitzende des Elternbeirats im Kindergarten Regenbogen, verfolgte gemeinsam mit den Beiratsmitgliedern Dominika Hooge, Elisabeth Sack und Sarah Leschinger die Sitzung. „Wir fühlen uns angehört“, so Wölfle im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten im Anschluss an die Entscheidung. Die Sitzung sei recht positiv verlaufen, auch die Gespräche im Kindergarten selbst. Vorab sei eine Abordnung aus der Stadt und auch der Fraktionen im Kindergarten gewesen und habe sich informiert, es seien konstruktive Gespräche gewesen. Mit der Lösung, baldmöglichst einen Container aufzustellen, könne man gut umgehen, „wir haben das Versprechen, dass er spätestens bis Dezember/Januar steht und wir dann unseren Mehrzweckraum wieder nutzen können“, so Wölfle. Zunächst hatten die Eltern des Kindergartens sehr erschrocken reagiert, zumal der Mehrzweckraum für die Kinder offenbar gerade erst wieder nutzbar wurde. Knapp zwei Jahre hatte man auf die Turngeräte gewartet, die für eine Spende der Firma UPM angeschafft wurden. „Jetzt sind sie gekommen und werden gleich wieder eingelagert“, erklärt Wölfle, die hofft, dass seitens der Stadt alle Versprechen eingehalten werden. Im Kindergarten weiß man nämlich durchaus, was eine Notgruppe auch bedeuten kann. Wölfle: „Die letzte Notgruppe war 17 Jahre im Mehrzweckraum.“

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