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An dieser Stelle soll der rund 20 Meter lange und 4,5 Meter breite Spielplatz entstehen.

Diskussion im Bauausschuss

Naturnaher Kinderspielplatz am Lido

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Die Aufwertung des Schongauer Lido geht weiter: Nachdem kürzlich die Liegebänke aufgestellt wurden und zuvor schon die Badeinsel mitsamt Steg, sollen nun Spielmöglichkeiten für Kinder geschaffen werden – möglicherweise noch in dieser Badesaison. Doch es gab bei der Entscheidung im Bauausschuss auch kritische Stimmen.

Schongau – Für einen prominenten Besucher wie den Ehrenringträger Peter Blüml wird schon einmal die Tagesordnung im Schongauer Bauausschuss umgeworfen. Weil der langjährige Stadtrat zur CSU-Delegiertenversammlung musste, der von ihm mitinitiierte Tagesordnungspunkt für eine Kinder-Spielerlebnisstation am Lido aber erst später geplant war, wurde er kurzerhand vorgezogen.

„Wir hatten die Anregung vor zwei Jahren schon einmal“, erinnerte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD), vorgeschlagen damals von seiner Parteikollegin Ilona Böse. Doch weil Plantsch-Geschäftsführer Andreas Kosian Bedenken wegen einer möglichen Konkurrenz zum Spaßbad hatte, sei das Thema zurückgestellt worden. Dieser Gedanke hat sich offenbar verflüchtigt, Kosian hat nichts mehr dagegen – „schließlich gibt es Familien, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht. Die freuen sich über ein verbessertes Angebot am Lido“, so Sluyterman über den erneuten Antrag, der dieses Mal von der CSU kam. „Wir sehen das Lido nicht als Konkurrenz zum Plantsch“, sagte auch CSU-Fraktionschef Michael Eberle.

Thomas Ola vom Stadtbauamt stellte die Überlegungen vor. „Grundsätzlich ist dort wenig Platz, das Gelände abschüssig und nicht im Besitz der Stadt“, sagte Ola. Mit dem Eigentümer, der Eon-Tochter Uniper, werde man aber sicher, wie schon in der Vergangenheit, eine unproblematische Lösung finden. Gebaut werden soll der Spielbereich auf einer Fläche von 4,5 auf 20 Metern nahe der Gaststätte, damit Eltern von dort ihren Nachwuchs im Blick haben.

Zwei mögliche Varianten hatte Ola vorbereitet. Zum einen ein relativ konventioneller Spielbereich mit Sandbaustelle, Hängemattenschaukel, Wipptier und Kletterturm, der insgesamt 11 000 Euro kosten würde und – weil die Geräte eben aufgestellt werden müssen – umfangreiche Erdarbeiten zur Folge hätte. Die zweite Variante wäre ein naturnahes Spielerlebnis mit viel Holz, etwa einem Lechfloß und verschiebbaren Elementen, bei dem die Fantasie im Vordergrund steht. „Da könnten die Lechpiraten ihr Unwesen treiben“, sagte Ola lächelnd. Schaukel und Rutsche könnten man auch errichten. „Der große Vorteil: Man bräuchte keinen großen Eingriff ins Gelände“, so Ola, die Geräte würden quasi direkt in die Wiese gestellt.

Warnung vor einer Überfrachtung

Die Kosten von 15 000 Euro könnten durch Bauhof-Arbeit gedrückt werden, im Haushalt habe man noch Geld aus einem anderen Posten übrig, der dafür verwendet werden könnte – „dann wäre der Spielbereich noch dieses Jahr umsetzbar, wenn auch zum Ende der Badesaison“, so Ola, der sich für Variante zwei aussprach.

Da gaben ihm die Stadträte Recht. „Ein Standard-Spielplatz passt nicht zum Lech“, sagte Martin Schwarz (SPD), dieser Meinung war auch Eberle. Während seine Parteikollegin Kornelia Funke auf einem der unheimlich beliebten Wipptierchen bestand, sagte Eberle, dass solche Geräte bei den vielen Feiern am Lech gerne auch zweckentfremdet werden. „Man kann sich eine Wippe überlegen, aber wir müssen nicht alles an jedem Spielplatz haben.“

Bettina Buresch (ALS) war ebenfalls für Variante zwei, hatte aber wie schon in der Vergangenheit ein Problem mit der Überfrachtung des Lido. „Vielen, vor allem älteren Leuten, wird der Trubel dort zu viel, die gehen nicht mehr hin“, warnte sie. Warum müsse dieser naturnahe Bereich unbedingt aufgemotzt werden, zumal die Straßen- und Parkplatzsituation mehr besucher gar nicht zulassen würden.

Sluyterman erwiderte, Ältere fühlten sich dort mit ihren Enkeln durchaus wohl, worauf Buresch von Älteren auf Alteingesessene präzisierte. „Allen Interessen gerecht zu werden, ist schwer“, so Sluyterman. Das Parkplatz-Problem sehe er durchaus, doch ob sich das durch den Spielplatz verschlimmere, bezweifle er. Der Beschluss fiel schließlich einstimmig.

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