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Neubau-Plan rund um Josefsheim steht

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Von: Boris Forstner

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Der Bereich rund um das große Josefsheim in der Bildmitte dieser West-Ansicht soll neu bebaut werden. Mit im Bebauungsplan sind auch das kleine Gebäude rechts hinter der Grünfläche sowie links das rosa Gebäude, das wie die in der Linie dahinter nicht im städtischen Besitz ist. © Archiv Herold

Die Stadt hat den Weg freigemacht für eine Neubebauung im Bereich des Josefsheims in der Liedlstraße. Statt des sanierungsbedürftigen Klotzes, in dem zuletzt die Arbeitsagentur untergekommen war, und den umliegenden Gebäuden sollen laut Bebauungsplan acht Wohnhäuser entstehen, die sich ins Altstadt-Ensemble einfügen.

Schongau – Es war Gesundheitsamt, beherbergte die Arbeitsagentur und sollte eigentlich längst abgerissen sein, um einem Neubau der Arbeitsagentur zu weichen: Die Rede ist vom Josefsheim in der Liedlstraße. Doch die Pläne zur kompletten Neuentwicklung des Quartiers mit Wohnungen, Geschäften und zusätzlichen Räumen für die Sparkasse waren vor Jahren am Widerstand der nördlichen Grundstücksnachbarn gescheitert, die Arbeitsagentur zog in die Meisenhöfe an der Marktoberdorfer Straße.

Auch jetzt hat die Stadt für den Bebauungsplan die nördlichen Nachbarhäuser mit überplant. Aber nur, um einem Investor zu zeigen, was möglich wäre. „Man kann alles getrennt angehen, man muss die Nachbar-Bauten nicht sofort miteinbeziehen“, sagte Architekt und Stadtplaner Till Fischer im Schongauer Bauausschuss.

Bei der Vorstellung der ersten Überlegungen vor rund einem Jahr hatte es noch Kritik an den starren Vorgaben gegeben, doch daran hielt Stadtbaumeister Ulrich Knecht fest – der Denkmalschutz lasse kaum andere Möglichkeiten zu, als dass es der „Systematik der Altstadt entspricht“. Denn das Josefsheim selbst, laut Fischer „ein ziemlicher Apparat“, sei es mit den stark prägenden Kastanien nicht, sondern eine Besonderheit in der Altstadt – man orientiere sich da eher an den Häusern gegenüber.

Das starke Gefälle spiele eine Rolle, trotzdem werden die Neubauten mit zwei Vollgeschossen plus Dachgeschoss niedriger als das jetzige Josefsheim. In den beiden nördlichen Häusern, die nicht auf städtischem Grund entstehen sollen, sind laut Fischer zwölf Wohnungen vorgesehen, in den städtischen Wohnungen 18 inklusive einiger Maisonetten. Der Abstand zur Jochergasse im Süden und damit zur Nachbarbebauung soll deutlich größer ausfallen als bei der früheren umstrittenen Arbeitsagentur-Planung. Unter dem vorgesehenen Innenhof soll eine Tiefgarage entstehen, deren Zufahrt von der Amtsgerichtsstraße erfolgt. „Wenn man dort Duplex-Stellplätze einbaut, bekommt tatsächlich jede Wohnung einen Stellplatz“, betonte Fischer. was selbstverständlich klingt, ist es nicht, wie er erinnerte: „Beim geplanten Neubau der Arbeitsagentur hatte man die Zahl der erforderlichen Stellplätze auf Null heruntergerechnet.“

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So könnte die Bebauung auf der Fläche ausschauen (Ansicht von Süden). © Akfu Architekten

Die Kastanien, so schön sie auch sind, müssten aber in jedem Fall weichen. Sonst würden sich erhebliche Verluste beim Wohnraum ergeben. „Bäume in dieser Größe sind für die Altstadt aber ohnehin atypisch“, sagte Fischer.

„Das Projekt tut der Altstadt gut“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD), auch sein Parteikollege Friedrich Zeller fand es „Altstadt-typisch passend“. Paul Huber (CSU) dagegen grantelte wie schon vor einem Jahr, man solle das Grundstück nicht verkaufen, ein Investor halte sich ohnehin nicht an die Pläne, weil er eigene Vorstellungen habe. Die Befürchtungen von Michael Eberle (CSU), die Feuerwehr könne nicht im Innenhof löschen, entkräftete Fischer mit dem Argument, das sei überall in der Altstadt so. „Die Löschmöglichkeit von der Straße aus reicht.“ Doch bei einem Betreuten Wohnen, das sich für den Standort anbiete, gehe es um Retten, nicht nur um Löschen, blieb Eberle hartnäckig. „Das klären wir noch mit der Feuerwehr“, so Fischer.

Bettina Buresch (ALS) fand die Pläne „ganz ansprechend“, betonte aber, dass eine Grünanlage vor dem Haus auch für die Altstadt nicht so ungewöhnlich sei, wie Fischer behauptet habe. „Früher war das Krankenhaus in der Münzstraße mit einem Park davor“, sagte sie. „Die Altstadt war nicht immer so dicht bebaut.“ Deshalb finde sie es schade, dass die Kastanien fallen müssen. Bei der Abstimmung hob sie trotzdem die Hand, nur Huber sorgte beim 8:1 für die einzige Gegenstimme.

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