+
Auf diesem Gewerbegrundstück sollen nun Wohnungen entstehen, doch über die Festsetzungen im neuen Bebauungsplan muss noch einmal diskutiert werden. 

Vorgaben zu eng?

Neue Wohnungen sollen im Forchet entstehen: Diskussion über Freiraum für Planer

  • schließen

22 bis 23 Wohnungen könnten auf der Fläche der Schongauer Autolackiererei Langhammer entstehen. Die Vorgaben im neuen Bebauungsplan sind Ilona Böse viel zu eng.

Schongau – Die Autolackiererei Langhammer verlagert den Betrieb in das Gewerbegebiet „Ehemaliges Deponiegelände“ zwischen Boneberger und Glaser Huber. Dort entsteht derzeit ein Neubau, Firmenchef Robert Langhammer hofft, dass dieser im April fertiggestellt ist. Das bestehende Gewerbegrundstück zwischen Amsel- und Drosselstraße soll neu bebaut werden, das derzeitige Mischgebiet wird Wohngebiet.

Planer Dietmar Hörner stellte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses die Details für den neu aufzustellenden Bebauungsplan vor. Auf der 2300 Quadratmeter großen Fläche soll maximales Baurecht geschaffen werden. Nach den Vorstellungen der Stadt könnten zwei große Baukörper für Geschosswohnungsbau entstehen und ein etwas kleineres Haus. 22 bis 23 Wohneinheiten könnten in den Gebäuden mit drei Vollgeschossen und Satteldach untergebracht werden. „Es ist sinnvoll, das Maß so weit auszureizen, wie es städtebaulich möglich ist“, so Hörner. Auch eine Tiefgarage ist geplant.

Ilona Böse plädiert dafür, den Bauherrn in Schongau  keine Grenzen zu setzen

Die Festsetzungen für den neuen Bebauungsplan waren Ilona Böse bereits im Bereich der Gartenhäuser zu eng. Wie schon in vielen Bauausschusssitzungen zuvor, plädierte sie dafür, den Bauherrn keine Grenzen zu setzen, etwa in Sachen Dachform. „Wenn wir nichts reglementieren, haben wir rasch Auswüchse von Gartenhäusern“, warnte Hörner, laut Bayerischen Bauordnung wäre ein Rauminhalt von 50 Kubikmeter Rauminhalt erlaubt statt der geplanten sechs Quadratmeter Fläche (rund zwölf Kubik).

Böse ging es aber um viel mehr: „Warum die Festsetzung der Gebäudeform, warum ein Satteldach?“ Wieder baue man wie vor 30 Jahren. „Es gibt heute ganz andere Wohnbedürfnisse. Warum nicht auch optimal mit kleinen Grundstücken umgehen?“, wollte Böse wissen. Begrenzungen könne man allein anhand von Wand- und Giebelhöhen vorgeben. Sie plädierte dafür, alles andere dem Bauherrn offen zu lassen. Seitens der Stadt sei da „Fantasie gefragt“, so Böse, die während der Diskussion auch den Blickkontakt zu ihrem Sohn suchte. Sebastian Böse, selbst Architekt, saß im Publikum direkt neben dem Bauherrn, ist aber, wie Langhammer auf SN-Anfrage betont, nicht dessen Architekt. Auch Schwiegertochter Esra Böse, ebenfalls Architektin, verfolgte die Sitzung.

Schongauer Stadtbaumeister hat klare Haltung zu Bauprojekten: „Man kann nicht überall alles machen“

Stadtbaumeister Sebastian Dietrich hatte eine klare Haltung im Sinne des Städtebaus: „Man kann nicht überall alles machen, das ist das falsche Objekt für diese Entscheidung“, so Dietrich. Es gebe Gebiete, die ihren eigenen Charakter hätten. „Wenn wir dem jetzt nachgeben, kommt etwas raus, das für alle Parteien unbefriedigend ist“, so seine Befürchtung. Bei neuen Baugebieten – als nächstes steht der erste Bereich Schongau Nord an – sei dann Raum für große Würfe. Höchstens über ein Staffelgeschoss könne man diskutieren, was aber insgesamt weniger Platz für Wohnraum biete. Hörner: „Man muss die Konsequenzen genau durchrechnen.“

Bettina Buresch sah dies ähnlich: „Ich verstehe zwar den Ruf nach gestalterischer Freiheit durchaus, aber für Neuerungen ist ein Gebiet mit mehr Raum geeigneter.“ Auch Helmut Hunger gab zu, „dass Schongau wohntechnisch absolut langweilig ist“, hinterfragte jedoch, warum man dieses Vorhaben so intensiv diskutiere, da es doch offensichtlich mit dem Investor abgestimmt sei.

Neue Wohnungen für Schongau: Langhammer hatte andere Vorstellung von Projekt

Langhammer, dem Rederecht erteilt worden war, erläuterte, dass seine Wunschvorstellungen tatsächlich eher im Etagenbau lägen. Auf Nachfrage nannte er als Beispiel die Meisenhöfe. „Aber ich bin an einer schnellen Umsetzung interessiert“, machte er deutlich. „Wenn es sich nicht so einrichten lässt, würde ich mich zu der jetzigen Bauform überreden lassen.“

Der Bauausschuss beschloss einstimmig, eine weitere Variante mit Staffelgeschoss planen zu lassen. Diese soll voraussichtlich im März diskutiert werden.

Lesen Sie auch: Christian Hacker (27) aus Schongau nahm an der RTL-Dating-Show „Take me out“ teil und erlebte Verrücktes. Die Kommentare einiger Kandidatinnen hatten es in sich.

Außerdem interessant: Polizei sucht vermissten Jogger (37) - in seiner Wohnung macht sie ganz anderen brisanten Fund

Und hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schongau-Newsletter: Hier geht es zur Anmeldung
Unser brandneuer Schongau-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Schongau - hier geht es zur Anmeldung. 
Schongau-Newsletter: Hier geht es zur Anmeldung
Mut zur Veränderung, aber „gegessen wird zu Hause!“
Auf dem Landfrauentag 2020 in Schwabbruck wurde nicht nur gefeiert. Mit zahlreichen Beiträgen von Ehrengästen, die die Arbeit der Bäuerinnen wertschätzten, war auch eine …
Mut zur Veränderung, aber „gegessen wird zu Hause!“
Alternativstandort offenbar vom Tisch: Neubau des Marienheim am Bühlach oder nichts
Es wird spannend in Sachen Marienheim: In der nächsten Sitzung am morgigen Dienstag entscheidet sich, ob der Peitinger Gemeinderat endgültig grünes Licht für den Neubau …
Alternativstandort offenbar vom Tisch: Neubau des Marienheim am Bühlach oder nichts
Nach langem Tüfteln: Realschüler entwickelt einen Rehkitz-Retter am Mähdrescher
Erik Meier kennt Mähdrescher. Er hilft selbst auf dem Feld beim Ernten. Eine Situation beim Mähen lässt ihn Grübeln - und zum Erfinder werden.
Nach langem Tüfteln: Realschüler entwickelt einen Rehkitz-Retter am Mähdrescher

Kommentare