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Über einen „städtebaulich toll aufgewerteten Platz“ und einen öffentlichen Bürgerschrank für Schongau-West freute sich Bürgermeister Falk Sluyterman in seiner Ansprache.

Buntes Fest auf „Brahmsplatz“

Neuer Treffpunkt für 76 Nationen in Schongau-West

  • Jörg von Rohland
    VonJörg von Rohland
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Ein buntes Fest für und mit Menschen aus 76 Nationen durfte Schongau-West am gestrigen Freitag auf dem so genannten Brahmsplatz feiern. Gut hundert Neugierige kamen zu dem neuen Treffpunkt und befüllten sogleich zwei gestiftete neue Bücherschränke.

Schongau – „Der größte Sponsor ist die Stadt Schongau“, bedankte sich Peter Haggenmiller von der „Bürgerinitiative Schongau-West“ artig bei der Eröffnung des neuen Treffpunkts. Den kleinen, dreieckförmigen Park zwischen Georg-Friedrich-Händel-, Richard-Strauß- und Johann-Brahms-Straße hatte die BI schon länger im Auge. Der Wunsch nach einem schönen, öffentlichen Platz, auf dem sich die Anwohner aus 76 Nationen aufhalten und zusammenkommen können, war groß. Im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ (ISEK) wurden Fördergelder beantragt. Doch bis das Geld fließt, dauert es noch. Man beschloss, auf Kosten der Stadt schon mal mit der Aufhübschung zu beginnen.

Vor den neuen Sonnenschirmen, die zu einem Pavillon zusammengeschoben werden können, erinnerte Bürgermeister Falk Sluyterman an die verschiedenen Schritte, die schon gemacht wurden. Und er bedankte sich bei Peter Kraus von den Lechwerken, die zwei Bücherschränke für den neuen Treffpunkt gestiftet haben. Die ehemaligen Verteilerschränke sind wetterfest und bieten Platz für jeweils 100 bis 150 Bücher. Den Auf- und Umbau hatte der Bauhof der Stadt unterstützt, die künstlerische Gestaltung übernahm der Verein „Schongau belebt“. Um die Pflege der Schränke werden sich ab sofort die Mitglieder der „Bürgerinitiative Schongau-West“ kümmern.

Bürgermeister wählt besonderen Titel für Bücherschrank

Rathauschef Sluyterman legte als erster ein Buch hinein. Er wählte den Title „Nirgendwo ist Poenichen“ von Christine Brückner. „Es handelt von einer Familie, die aus Pommern flüchtete“, sagte der Bürgermeister. Und er erinnerte daran, dass viele Vertriebene damals auch nach Schongau gekommen waren – vor allem nach Schongau-West.

Die von den LEW gestifteten und von „Schongau belebt“ gestalteten Schränke wurden sogleich befüllt.

Beatrice Amberg (Schongau belebt) und Peter Kraus (LEW) zitierten Cicero, der sagte: „Hast du einen Garten und eine Bibliothek, dann hast du alles, was du brauchst.“ Beides hat jetzt auch Schongau-West.

Die CSU, die bekanntlich den Antrag gestellt hatte, mit der Platzgestaltung schneller loszulegen, hatte ebenfalls ihren Auftritt. Kornelia Funke und der parteifreie Bürgermeisterkandidat Hans Rebehn überreichten Peter Haggenmiller einen Zwetschgenbaum für den Park.

In dem wird in Zukunft aber noch viel mehr wachsen und gedeihen. Neben Bücherschränken und geschützter Sitzgruppe entsteht ein „interkultureller Garten“ mit essbaren Blüten, Gemüse, mit Nussbäumen und Beerensträuchern. „Gartenlose Pflanzenliebhaber, Regenwurmschützer, Nachwuchsgärtner, Rosenflüsterer und Radieschenversteher“, heißt es, sind jetzt aufgerufen, den Garten zum Blühen zu bringen und zu ihrem Treffpunkt zu machen.

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