Im Stadtrat umstritten sind die Pläne für ein Grundstück in Schongau-West. Die Neuapostolische Kirche soll abgerissen werden. 
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Im Stadtrat umstritten sind die Pläne für ein Grundstück in Schongau-West. Die Neuapostolische Kirche soll abgerissen werden. 

Große Pläne

Noch mehr Wohnungen in Schongau-West

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Schongau-West wird sein Gesicht in den nächsten Jahren deutlich verändern. Nun wird ein weiterer Bereich an der Schönlinder Straße überplant. 

SchongauGing es gerade erst um die Aufstellung eines Bebauungsplanes östlich der Schönlinder Straße für elf neue Wohneinheiten, wird nun auch das Areal gegenüber Richtung Johann-Sebastian-Bach-Straße angepackt. Ein privater Investor hat das Grundstück mit Neuapostolischer Kirche, die seit längerem nicht mehr genutzt wird, gekauft. Inklusive angrenzender Flächen soll das Areal neu überplant werden, entschied der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung, allerdings mit vielen Gegenstimmen quer durch alle Fraktionen (16:9). Das Grundstück eigne sich für einen Mix aus mehrgeschossiger Bebauung sowie Reihen- und Doppelhäuser, erläuterte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich dem Gremium. Je nach Planung könnten dort 15 bis 25 Wohneinheiten entstehen.

Hans Rehbehn, der für die CSU im Stadtrat sitzt, hinterfragte, ob denn überprüft worden sei, ob man aus dem Kirchengebäude etwas entwickeln könne wie ein Mehrgenerationenhaus oder ein Haus der Begegnung. Auch die Punkte, ob dort Sozialer Wohnungsbau möglich sei und wer dort überhaupt baut, wollte Rehbehn geklärt haben. Das Kirchengebäude eigne sich nicht gut für eine Umnutzung, antwortete Dietrich, das habe man ebenfalls überlegt. Auch sei die Bausubstanz nicht sehr gut. „Der wirklich große Bedarf ist eine Wohnbebauung“, machte Dietrich die Intention auch der Stadt deutlich.

Umgestaltung von Grundstück in Schongau West: Investor sieht keine Möglichkeit für Sozialen Wohnungsbau

Gebaut wird nicht von der Stadt selbst. Und der Investor sehe dort keine Möglichkeit für Sozialen Wohnungsbau, wusste Dietrich ebenfalls zu beantworten. Stadtkämmerer Werner Hefele wies darauf hin, dass es auch Bedingung des Verkäufers gewesen sei, dem Investor die weiteren städtischen Flächen für eine mögliche Bebauung und bessere Überplanung zur Verfügung zu stellen. Hierbei handelt es sich um einen kleinen Fußweg quer durch das Grundstück, einen weiteren Weg vom Norden her bis zur Johann-Sebastian-Bach-Straße am westlichen Rand des Gebietes entlang und die angrenzende Grünfläche, auf der ein großer Baum steht. Dieser, eine Blutbuche, müsse unbedingt erhalten werden, forderte Kornelia Funke (CSU) an dieser Stelle.

Bettina Buresch kämpfte darum, dem Investor „nicht ohne Grund städtische Flächen zur Verfügung zu stellen“. Über diese Wegeverbindung dort hätten sich Planer mal viele Gedanken gemacht. „Diese zu zerstören, halte ich für eine negative Auswirkung“, so Buresch. Sie war vielmehr der Meinung, dass man alles dafür tun müsse, die Planung attraktiver zu machen.

Bürgermeister Falk Sluyterman verwies darauf, dass privatrechtliche Dinge zu diesem Zeitpunkt nicht zur Diskussion stünden. Friedrich Zeller (SPD) betonte, es ginge jetzt nur um die Frage, ob man den Bebauungsplan auf den Weg bringen wolle, oder nicht. „Die westliche Flanke Richtung Holltreppe darf nicht geschmälert, soll eher attraktiver gemacht werden“, so seine Meinung. Was den zweiten Fußweg mitten durchs Gelände anbelangt, könne man eventuell einen Ersatzweg entlang der Schönlinder Straße führen. Der Stadtbaumeister bestätigte, dass diese Frage im Rahmen der Bauleitplanung ausgehandelt werden könne.

Aufenthaltsqualität soll optimiert werden

Die Frage einer möglichen Sozialbindung der neuen Bebauung ließ Michael Eberle (CSU) keine Ruhe. „Warum sollten wir das dem Investor nicht für einige Wohnungen auferlegen?“, wollte er wissen und nannte Landsberg als gutes Beispiel, wo dies so gehandhabt werde. „Ich bin immer wieder überrascht, aber die schaffen das. Das wäre ein Entgegenkommen.“ Gregor Schuppe (ALS) war sich sicher, dass dieses Gebiet „die falsche Stelle für Sozialen Wohnungsbau“ sei, hatte aber Bauchschmerzen wegen des Baumes, von diesem solle man die Planung weghalten.

Ilona Böse (SPD) sah die Gesamtfläche inklusive städtischem Grund als Chance, anders planen zu können, etwa für moderne Modelle mit Innenhofcharakter und gemeinsam genutzten Gartenanlagen. „Das ist genau unser Ansinnen“, bestätigte Dietrich. Man habe einen Landschaftsarchitekten im Planungsteam, die Aufenthaltsqualität an dieser Stelle solle optimiert werden.

Der Bebauungsplan wird nach dem beschleunigten Verfahren aufgestellt. Weiter Entscheidungen übernimmt der Bauausschuss.

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