Rutsche im Spaßbad Plantsch
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Nur noch geimpft oder genesen ins Plantsch? Das Schongauer Spaßbad plant, die strenge 2G-Regel umzusetzen.

Gilt auch für Schwangere

Nur noch geimpft oder genesen: Spaßbad in Bayern plant strenge 2G-Regel - ab nächster Woche und ohne Ausnahme

  • Boris Forstner
    VonBoris Forstner
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Markus Söder hatte bereits vorausgesagt, dass es bald heftige Diskussionen um die 2-G-Regel geben werde. Auch das Schongauer Plantsch zieht mit - ohne Ausnahme.

Schongau – Die Mail, die Plantsch-Chef Andreas Kosian am Montagvormittag über den Verteiler schickte, hat sofort für viele Diskussionen gesorgt. Darin weist er darauf hin, was aufgrund der Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz ab nächster Woche gilt: Kinder bis zum 6. Geburtstag benötigen keinen Test, Kinder von 6 bis 12 Jahren schon – und alle älteren nach der gestrigen Entscheidung der Impfkommission eigentlich eine Impfung.

„Da planen wir aber eine Übergangsphase bis zum Ende der Ferien, in der parallel auch noch negative Testnachweise akzeptiert werden“, sagt Kosian. Für Erwachsene jedoch soll ab nächster Woche nur noch Einlass erhalten, wer genesen oder geimpft ist – ein negativer Test reicht nicht mehr aus. Der Plantsch-Verwaltungsrat um Bürgermeister Falk Sluyterman muss dem am Donnerstagabend noch zustimmen.

Impfgegner machen ihrem Zorn Luft: „Wer Menschen so diskriminiert, gehört weg“

Kosian weiß, dass er sich damit den Zorn vieler Impfgegner zuzieht. Zumal interne Dokumente offenbar schon im Vorfeld der Sitzung an die Öffentlichkeit geraten sind und auf der Plantsch-Facebookseite unter anderem zu lesen war, dass es dort „demnächst Diskrimierungsaufgüsse“ in der Sauna geben werde. „Wäre es nicht schön, wenn der Geschäftsführung auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben entzogen wird?“ Und ein anderer schrieb: „Wer Menschen so diskriminiert, gehört weg.“

Doch Kosian lässt sich nicht beirren, er steht zu seiner Haltung. „Ein negativer Test ist eine Momentaufnahme und nicht so genau. Deshalb gibt es als Möglichkeit, sich und andere bestmöglich zu schützen, die Impfung.“

2-G-Regel im Spaßbad Plantsch in Schongau: Auch keine Ausnahmen für Schwangere

Nur durch eine ausreichend große Herdenimmunität könne sich die Situation normalisieren, ohne ständig neue Varianten heranzuzüchten. „Wenn die Zahlen so weitergehen wie bisher, laufen wir früher oder später in einen neuen Lockdown rein, das ist für mich sicher“, sagt Kosian. „Da muss man sich deutlich fragen: Wie lange überlebt das Plantsch weitere Lockdowns?“

Man denke sich so eine Regelung nicht zum Spaß aus, um Gäste auszuschließen, „sondern weil ich mich in der Verantwortung sehe, für meine Angestellten und Gäste die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten“. Natürlich gebe es eine kleine Gruppe wie Schwangere, die sich nicht impfen lassen können. Für die tue es ihm leid, doch das sei eine kleine Gruppe: „Schwangere dürfen auch neun Monate keinen Alkohol trinken, dann müssen sie eben auch aufs Schwimmbad verzichten“, sagt Kosian, der eine klare Botschaft hat: „Impft euch, um weiter am öffentlichen Leben teilzunehmen.“

Auch im Peißenberger Freibad Rigi Rutsch’n ist die Mail von Kosian angekommen und hat sofort für interne Diskussionen gesorgt. Doch Werner Jungwirth von den Gemeindewerken, die das Bad betreiben, wollte zu dem Thema noch nichts sagen, zumal Leiterin Ingrid Haberl am Montag erst aus dem Urlaub gekommen sei. „Wir werden das Thema sicher besprechen und auch schauen, was das Gesundheitsamt dazu sagt“, so Jungwirth.

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