Schulweghelferin Manuela Manz kann bestätigen, dass sich die Lage seit dem Einfahrverbot erheblich verbessert hat.

Verkehrschaos am Schulzentrum

Nur noch wenige Unverbesserliche

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Vor zwei Monaten hat die Stadt in einem Akt der Verzweiflung die Fanschuhstraße zur Anliegerstraße erklärt und großflächig mit einem absoluten Halteverbot versehen. Eine erste Bilanz zeigt: Die Maßnahme zeigt Wirkung. Wenn auch nicht bei allen.

Schongau – Bereits kurz nach Schuljahresbeginn hatte Ulla Heitmeier, Leiterin der Schongauer Staufer-Grundschule, Alarm geschlagen: Wegen der Baustelle gibt es nur noch einen Schul-Zugang in der Fanschuhstraße, und dort kutschieren täglich dutzende Eltern ihre Kinder per Auto hin. Die Folge war nicht nur ein Verkehrschaos, weil es keine Wendemöglichkeit gibt und rein- und rausfahrende Fahrzeuge sich in die Quere kamen, sondern auch gefährliche Situationen für Schüler, die zu Fuß kamen. Sie mussten aufpassen, nicht unter die teilweise über den Gehweg fahrenden Autos zu geraten. Weil die Lehrer auch noch beschimpft wurden, wenn sie Eltern baten, nicht direkt vor den Eingang zu fahren, gab es Aufrufe von Polizei, Schule und Bürgermeister – die allesamt nur bedingt fruchteten.

Deshalb machte die Stadt Anfang Februar Nägel mit Köpfen und erklärte die Fanschuhstraße zur Anliegerstraße. Gleichzeitig wurde ein absolutes Halteverbot vor dem Grundschul-Eingang erlassen. „Seitdem hat sich die Lage beruhigt“, sagt Schulleiterin Heitmeier. Das bestätigt auch Manuela Manz, die dort als Schulweghelferin tätig ist. „Vorher war der Rückstau so lange, dass die Autos bis zu meinem Übergang standen und die Schüler nicht mehr über die Straße kamen. Jetzt ist es spürbar besser geworden“, auch wenn das ohnehin schon große Chaos auf dem Parkplatz am Köhlerstadel noch größer geworden sei und viele ihre Kinder einfach weiter vorne, an der gesperrten Zufahrt zur Bürgermeister-Lechenbauer-Straße, herauslassen.

Willkommen im absoluten Halteverbot: Diese Fahrerin ließ Kinder direkt vor dem Eingang aussteigen.

Nur noch geschätzt zehn Unverbesserliche fahren weiterhin bis direkt vor den Eingang der Grundschule, so Manz. Sie spreche die Eltern durchaus an oder deute auf das Anlieger-Schild. „Manche erklären dann, dass ihr Kind auf Krücken geht, andere ignorieren mich“, sagte Manz.

Auch Heitmeier hat sich sagen lassen, dass es immer die gleichen Eltern sind, die weiter einfahren. Möglicherweise könnte man auf diese Eltern direkt zugehen, so die Überlegung.

Die Polizei könne da kaum tätig werden, sagt Verkehrsexperte Udo Mewes – man müsste schließlich jedem nachweisen, dass er wirklich kein Anliegen in der Fanschuhstraße habe, was schwer sei. Doch bei den regelmäßigen Kontrollfahrten habe man festgestellt, dass sich die Situation entspannt habe

Udo Mewes hat vielmehr einen neuen Brennpunkt ausgemacht, nämlich die Straße hoch zur Lechsporthalle. Offenbar nutzen Eltern die enge Zufahrt und die Wendemöglichkeit vor der Halle, um ihre Kinder anzuliefern, obwohl das befahren von 7 bis 14 Uhr verboten ist.

„Es gab Klagen von Lehrkräften, auch weil dort viele Kinder unterwegs sind“, sagt Verkehrsexperte Mewes. Deshalb habe man dort kontrolliert und bereits zahlreiche Verkehrssünder aufgeschrieben.

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