Ex-1860-Präsident Dieter Schneider laut Medienbericht gestorben

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Hubert Pfeffer versteckt sich nicht. Er beobachtet das Leben und auch das Sterben aus seinem ganz eigenen Blickwinkel und steht dazu. Ungeschminkt, ehrlich, manchmal knallhart. 

Hubert Pfeffer stellt im Stadtmuseum aus

Rebell, Kämpfer und Provokateur

„C´est la vie“ nennt der Künstler Hubert Pfeffer seine Ausstellung, die vom 1. bis zum 30. Juli im Stadtmuseum Schongau zu sehen ist. Pfeffer hat über das Leben und Sterben viel nachgedacht und seine Gedanken auf Papier festgehalten. 70 Karikaturen und Collagen sind daraus entstanden. Diese geben wieder, wie eben das Leben ist. Knallhart, aber auch wunderschön. Auf alle Fälle zum Nachdenken.

Schongau/Peiting – Er ist wieder da. Obwohl, weg war er doch eigentlich gar nicht. Hat nur etwas pausiert. Alltagsszenen erfasst, Gedanken geordnet. Hubert Pfeffer hat diese in den vergangenen Monaten aufgearbeitet und bildlich in Karikaturen und Collagen ausgedrückt. So wie man es von ihm gewohnt ist. Er zwingt förmlich, um die Ecken zu denken. Und Pfeffers Ecken sind manchmal ganz schön gesalzen.

Pfeffer ist keinesfalls ein Rambo, der wild um sich schlägt und vernichten will. Er ist ein Kämpfer mit dem Florett, der immer kleine Stiche setzt. Stiche die reizen, Stiche die provozieren. So muss es sein, sonst gäbe es nur Märchenszenen von der ach so heilen Welt. Schleimer gibt es zuhauf, Pfeffer mag die Ehrlichkeit. Auch wenn man dabei manchmal tief Luft holen muss.

Drei große Ausstellungen hat Pfeffer bisher seit dem Jahr 2000 im Stadtmuseum organisiert. Da war am Anfang mit der Ausstellung „Die andere Seite“ seine ganz eigene Interpretation der Bibel. Oder erinnern wir uns mit „Niemandsland“ an die Bilder gegen das Vergessen, wo sich Pfeffer mit der DDR auseinandergesetzt hat. 2012 erinnerte er an die Kindheit mit „Ich wünsche mir mein Schaukelpferd zurück“.

Tolle Atmosphäre im Stadtmuseum

Nach fünf Jahren also wieder eine Ausstellung im Stadtmuseum, von dem er geradezu schwärmt. „Ich liebe das Stadtmuseum wegen seiner Atmosphäre, vor allem den ersten Stock“, klingt schon fast wie eine Liebeserklärung von ihm. Und dort wird er seine Werke ausstellen. Die sind eine Mischung zwischen Karikatur und Malerei. Auf alle Fälle mit gespitztem Bleistift gezeichnet, dann mit Pastellkreiden oder Buntstiften ergänzt. Quasi von der Hausmannskost zur Delikatesse verfeinert. Politisch, vor allem aber gesellschaftskritisch.

„Wer etwas Großes leisten will, muss tief eindringen, scharf unterscheiden, vielseitig verbinden und standhaft beharren“, sind Gedanken von Friedrich Schiller. Als ob er damals schon an Pfeffer gedacht hat?

Auf alle Fälle dringt Pfeffer tief in die Materie ein und unterscheidet scharf. Dabei trennt er das Nebensächliche ab, lässt das Wichtige wirken. Wie bei seiner Version von „Dahoam ist dahoam“, wo er sich mit dem „König Ludwig Event“ oder einem „Weißwurst Brunch“ auseinandersetzt. Von der „Wallfahrt für Kids“ ganz zu schweigen.

Dass Hubert Pfeffer die Steilvorlage von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit Handkuss angenommen hat, ist glasklar. Man will sie in der Truppe hängen sehen. Natürlich im Bilderrahmen. Da muss ein anderer weichen. Auf alle Fälle „räumt die Bundeswehr auf“, zumindest bei Pfeffer. Daneben ein weiterer Denkanstoß als Collage. Da hängt der „Friedensengel“ als Ölgemälde im Museum. Streng bewacht durch bewaffnete Soldaten.

Pfeffer macht auch nicht halt vor dem Friedhof von Lampedusa. Dort empfangen die Totengräber die neu ankommenden Flüchtlinge. „Lieber in Europa sterben... oder doch zurück?“ Knallhart, der Realität doch so nah. Dagegen lädt die Szene in einem Beerdigungsinstitut zum Schmunzeln ein, in der ein Trauernder zur Seebestattung mit Schwimmflossen erscheint.

Und wenn sich bei Pfeffer dann noch die Steuerflüchtlinge bleistiftgezeichnet unter Kriegsflüchtlinge mischen, versteht man, warum er die Ausstellung „C´est la vie“ genannt hat. Auf alle Fälle absolut sehenswert, Diskussionen erwünscht.

Vernissage

ist Samstag, 1. Juli, 19.30 Uhr im Stadtmuseum in Schongau. Dauer der Ausstellung: 1. Juli bis 30. Juli, jeweils Mittwoch, Samstag und Sonntag zu den Öffnungszeiten 14 bis 17 Uhr.

Hans-Helmut Herold

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