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Der Schongauer Stadtrat hat mit den neuen Pflastersteinen auch einen Fingerzeig in Richtung künftige Stadtentwicklung gegeben.

Künftige Stadtentwicklung

Neue Pflaster für Schongau: Fingerzeig in Richtung künftige Stadtentwicklung

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Der Schongauer Stadtrat hat jüngst nicht nur die Pflastersteine für die Freiflächen rund um das Münzgebäude ausgesucht, sondern damit auch einen Fingerzeig in Richtung künftige Stadtentwicklung gegeben. Die gleichen Steine sollen dann nämlich für den barrierefreien Ausbau der Münz- und Weinstraße verwendet werden.

Schongau – Bereits der Schongauer Bauausschuss befasste sich eingehend mit dem Thema „Natursteinbelag“ für die Freianlagen beim Münzgebäude. „Das wird die künftige Gestaltung der Schongauer Altstadt nachhaltig bestimmen“, betonte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich die Wichtigkeit dieser Entscheidung.

Nicht nur die bisherige Wiese im Süden des Münzgebäudes soll als Vorplatz neu gefasst werden – mit ausreichender Schutzmaßnahme für den erhaltenswerten Baum. Auch der Platz im Osten, wo derzeit die Baufahrzeuge geparkt sind für die großen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in dem historischen Gebäude, wird neu gestaltet. Gepflastert wird etwa die Fahrbahn zu den rückwärtigen Parkplätzen, die aber wiederum offenporig mit Rasengittersteinen gestaltet werden.

Drei verschiedene Gesteinsmuster hatte der Schongauer Stadtrat zur Auswahl

Diverse Steinmuster lagen in den vergangenen Wochen im Rathausfoyer zur Besichtigung aus. Vonseiten der Unteren Denkmalbehörde und des Kreisheimatpflegers kamen Empfehlungen für drei verschiedene Gesteinsmuster: jeweils ein beiger und ein grauer Bayerwaldgranit sowie ein Naturstein aus Spanien. Auch diverse Steine aus China standen zur Wahl, wobei sich Helmut Schmidbauer für die Verwendung von heimischem Naturstein ausgesprochen hatte.

Dies sahen die Mitglieder des Bauausschusses ähnlich, letztlich ging es nur darum, wer eher den wärmeren Beigeton oder das kühlere Grau bevorzugt. „Keine Entscheidung ist falsch, es sind beides gute und passende Farbtöne“, kam noch der Hinweis von Stadtbaumeister Dietrich. Mit 7:2 stimmte das Gremium für den beigen Bayerwaldgranit, im Stadtrat fiel die Entscheidung mit 19:4 für Beige.

So unterschieden sich die Pflastersteine preislich

Zuvor hatte Gregor Schuppe (ALS) noch die genauen Preise abgefragt, denn nimmt man Münz- und Weinstraße mit ins Visier, kommen doch diverse Quadratmeter zusammen. Der beige Granit kostet netto zwischen 120 und 140 Euro ohne Verlegung, der graue zwischen 110 und 120 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der Spanische liegt bei 135 und die chinesischen zwischen 75 und 120 Euro pro Quadratmeter.

Zeitlich möchte man Grünfläche und Außenanlagen am Münzgebäude im Frühjahr 2020 angehen, wenn es witterungsbedingt geht, vielleicht eher, hieß es auf Nachfrage im Schongauer Bauamt. Für den behindertengerechten Ausbau der Münz- und Weinstraße hingegen sei noch eine längere Vorbereitungsphase notwendig. „Wir hoffen, dass wir das in der nächsten Legislaturperiode umsetzen können“, so Martin Blockhaus vom Städtischen Bauamt. Da dies eine der wichtigsten Maßnahmen für Schongau der nächsten Jahre sei, brauche der dann neu gewählte Stadtrat aber genügend Zeit, sich einzuarbeiten, Blockhaus geht von mindestens ein bis zwei Jahren Vorbereitungszeit aus, bis man mit der Umsetzung starten könne. „Vorbehaltlich der Zustimmung des neuen Gremiums natürlich“, so Blockhaus.

Pläne für die Schongauer Münz- und Weinstraße liegen seit vielen Jahren in der Schublade

Die Pläne für die Münz- und Weinstraße liegen seit vielen Jahren in der Schublade. 1999 war der Architekt Jochen Baur von der Stadt beauftragt worden, zu prüfen, ob man unter der Münzstraße eine Tiefgarage bauen könne. Zeitgleich hatte er eine mögliche Neugestaltung der Münz- und Weinstraße vorgestellt – beides wurde aus Kostengründen nicht verwirklicht. 2013 wurden die Ideen erneut präsentiert – 2014 bekam Baur dann den Auftrag für die Neugestaltung. Eine erste Planung wurde im Sommer 2015 im Stadtrat vorgestellt: alles barrierefrei, keine Kanten zwischen Fahrbahn und Gehweg, Aufwertung des Rathauses durch einen Vorplatz.

Bei einer öffentlichen Info-Veranstaltung Ende 2015 gab es viel Lob, aber auch Kritik zur Vorentwurfsplanung. Hinterfragt wurde u.a. die Parkplatzplanung. Denn vor allem die mittleren Parkplätze in der Münzstraße sollten wegfallen. Der Ausbau der Münz- und Weinstraße sollte 2017 starten, insgesamt über drei Jahren hinweg gebaut werden. Erste grobe Kostenschätzung damals: rund 2,8 Millionen Euro. Das Projekt wurde im Haushalt 2016 gestrichen und auf nach 2020 verschoben.

Lesen Sie auch: Es ist noch gar nicht lange her, da entfachte ein Lagerfeuer an der Schnalz bei Böbing einen Waldbrand. Trotzdem werden dort schon wieder illegale Feuerstellen angelegt.

Außerdem interessant: Am Mittwoch um 16.40 Uhr kommt die Nachricht: Ralf Schnabel ist am Nordkap angekommen. Mit dem E-Bike war der Schongauer 28 Tage lang unterwegs - fürs Gemeinwohl. 

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