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Verwaist ist derzeit das Schongauer Bad

Wegen Corona

Plantsch in Schongau öffnet frühestens Anfang August

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Corona wirft auch im Plantsch sämtliche Planungen durcheinander. Weil unklar ist, wann das Bad wieder öffnen kann, will Plantsch-Chef Andreas Kosian alle für Herbst geplanten Arbeiten vorziehen. Diese dauern bis Ende Juli, mit Start der Sommerferien könnte, falls erlaubt, geöffnet werden – vorher aber nicht. Der Neubau der Rutsche verschiebt sich auf nächstes Jahr.

Schongau– Schon bei den Beratungen für den Haushaltsentwurf 2020 in der jüngsten Sitzung des Stadtrats im Jakob-Pfeiffer-Haus hatte Kämmerer Werner Hefele klar gemacht: Sparen und Projekte aufschieben, wo es nur geht. Denn die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind wie der sprichwörtliche Blick in die Glaskugel. Bad-Chef Andreas Kosian stellte in der gleichen Sitzung klar: „Auch im Plantsch fahren wir auf Sicht, aber bei uns ist der Nebel noch deutlich dicker als in anderen Branchen, weil wann die Bäder wieder geöffnet werden dürfen, erfährt man nicht.“ Kosian hofft auf einen Termin ab Beginn der Sommerferien.

Der Schaden soll so gering wie möglich gehalten werden

Mit Wirkung zum 15. März hatte man Bad und Saunaland geschlossen, man habe alles heruntergefahren, was man herunterfahren könne. Zunächst sei man davon ausgegangen, Ende April wieder öffnen zu dürfen, schon jetzt rechne man frühestens mit Mai, aber sicher sei eben nichts. Die Idee Kosians: Die Schließungszeit optimal zu nutzen. Die sonst für nach den Sommerferien geplante rund achtwöchige Revision soll vermieden werden, alle Arbeiten, vor allem der Ersatz der Badwassertechnik, sollen so rasch umgesetzt werden. „Wenn wir diesen Schritt gehen, vermeiden wir vielleicht einen Schaden von rund 200 000 Euro“, rechnete Kosian den Stadträten vor. Selbst auf die Gefahr hin, dass man am Ende doch früher öffnen dürfte, hielt etwa Stephan Hild die Nutzung des jetzigen Zeitfensters als ein Muss.

Eine frühere Öffnung der Saunawelt sei laut Kosian denkbar, müsse dann aber geprüft werden. Sobald das beliebte Bad wieder öffnen kann, könnte es bis Herbst 2021 durchgehend genutzt werden.

Die Schließungszeit wird bereits fleißig genutzt

Die Zeit im Plantsch wurde schon bisher gut genutzt, es wird fleißig repariert und verschönert. Auf die Gäste wartet mit der Wiedereröffnung beispielsweise eine neue Infrarot-Saunagrotte in der großen Schwimmhalle, die bereits im Saunaland gerne angenommen wird. Außerdem wurden im Kleinkinderbereich und über dem Speed-Soccer-Court im Freibad neue Beschattungsanlagen installiert. „Das Plantsch-Team hofft, dass sie im Sommer 2020 noch einige Wochen genutzt werden können“, so Kosian. Weitere Änderungen gibt es im Bereich der Duschen, in denen eine kleine Sanierung stattgefunden hat. Die eigentliche Grundsanierung der Duschanlage muss hingegen noch etwas warten. „Auch im Bereich der Kassentechnik wurde modernisiert, neben einem neuen Info-Terminal für die Gäste-Chips wurde für den Kassenbereich ein zweites EC-Zahlungsterminal installiert“, so Kosian.

Was ein Blick in den Haushaltsentwurf für 2020 leider auch verrät: Die Erneuerung der Großwasserrutsche kann in diesem Jahr nicht angegangen, muss ins nächste Jahr verschoben werden. Fördergelder sind aber bewilligt, daher werde das Projekt auch in der Krise voraussichtlich weiter verfolgt und im Idealfall im Frühjahr 2021 umgesetzt.

Jahresdefizit vermutlich höher als angenommen 

Während man im Dezember noch von einem Jahresfehlbetrag von knapp 950 000 Euro ausgegangen war für den Wirtschaftsplan 2020, hat der Verwaltungsrat die Zahlen nun auf ein Jahresdefizit von voraussichtlich 1,2 Millionen Euro korrigiert. Darin enthalten ist bereits der Aufstockungsbetrag für die Mitarbeiter auf bis zu 95 Prozent der Netto-Lohnlücke. Kosian warb in der Sitzung eingehend um Zustimmung des Stadtrats, denn 30 der 35 von der Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter würden im „existenziell niedrigen Bereich“ arbeiten. „Sie gehen mit 500 bis 1000 Euro heim. Das ist keine Bitte, jemandem das Leben leicht zu machen, wo alle anderen Abstriche machen müssen, sondern es geht darum, Existenzen zu sichern.“ Bis 30. Juni beläuft sich dafür der monatliche Maximalbetrag auf 16 500 Euro. Wie Kosian berichtete, hatte das Personal dafür angeboten, auf Sonderleistungen wie Bonuszahlungen zu verzichten.

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