Die Schongauer Polizei hat die Kiminalstatistik für das Jahr 2019 vorgelegt
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Die Schongauer Polizei hat die Kiminalstatistik für das Jahr 2019 vorgelegt

Kriminalstatistik 2019

Polizei Schongau: „Bei uns kann man sicher leben“

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Die Kriminalstatistik 2019 belegt: Zwar gibt es im Bereich der PI Schongau etwas mehr Delikte als im Jahr zuvor, aber der Bürger kann sich sicher fühlen. 

Schongau – Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg kann ganz zufrieden sein. Die sogenannte „Kriminalitätsbelastung“ ist so gering, wie sie im ländlichen Bereich sein sollte. 3298 Straftaten je 100 000 Einwohner wurden für das Jahr 2019 gezählt, im Vergleich dazu beträgt diese Häufigkeitszahl für den Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd 4264. „Bei uns kann man sicher leben“, fasst es Kieweg zusammen, der die Kriminalstatistik vorlegte – unterteilt in verschiedene Bereiche.

Ziemlich gleichbleibend ist die Anzahl der Körperverletzungsdelikte im Jahr 2019. Mussten im Jahr 2018 insgesamt 309 Körperverletzungsdelikte bearbeitet werden, waren es 2019 eines weniger (308 Delikte). Mitgezählt werden hier auch die Fälle häuslicher Gewalt. Kieweg nennt für 2019 74 Fälle. Im Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung gab es 2019 im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Steigerung um drei auf 61 Delikte. Dabei waren fast alle Täter bekannt oder konnten ermittelt werden, die Aufklärungsquote betrug 96,1 Prozent.

Schongauer Kriminalstatistik 2019: Mehr Diebstähle, weniger Wohnungseinbrüche 

Ein paar Langfinger mehr waren im vergangenen Jahr unterwegs. Waren 2018 noch 306 Delikte zur Anzeige gebracht worden, so wurden 2019 mit 323 Delikten 17 Delikte mehr registriert, das ist ein Plus von 5,6 Prozent, rechnet Kieweg vor. Die Aufklärungsquote betrug im Jahr 2019 41,8 Prozent (plus 5,5 Prozent). Deutlich angestiegen ist die Zahl der Ladendiebstähle (68, ein Plus von 28,3 Prozent). Auch 43 Diebstähle von Fahrrädern (plus 2,4 Prozent) waren von der Polizeiinspektion Schongau zu bearbeiten. Während man die Ladendiebe meistens zu fassen bekommt, bleibt der Diebstahl von Rädern öfter mal unaufgeklärt.

Erfreulich: Die Zahl der Wohnungseinbrüche bzw. der Versuche ist deutlich gesunken. Im Jahr 2019 mussten acht Fälle aufgenommen werden, im Vergleich zu 2018 sieben Fälle weniger. „Wir machen viel Präventionsarbeit, dies scheint sich bemerkbar zu machen“, so die Einschätzung Kiewegs. Auch Türen und Fenster würden immer sicherer. Allerdings wird nur jeder vierte Aufbruch einer Wohnung auch aufgeklärt.

Schongauer Kriminalstatistik 2019: Fast gleich viele Betrugs- und Sachbeschädigungsdelikte wie im Vorjahr

Mit 127 Betrugsdelikten und 209 Sachbeschädigungsdelikten waren fast gleichbleibend viele Straftaten wie 2018 zu verzeichnen. Bei den Betrugsfällen waren laut dem Schongauer Polizeichef beispielsweise Internetkriminalität oder auch Sozialleistungsbetrug. Auch Warenkreditbetrug wurde zur Anzeige gebracht, wo etwa ein Handwerker noch mit einer Leistung beauftragt wurde, obwohl klar war, dass man die Rechnung nicht mehr würde begleichen können.

Was die Rauschgiftdelikte angeht, kann man natürlich nicht ganz zufrieden sein, aber zumindest handelte es sich auch im vergangenen Jahr beim Großteil der Verstöße um den Besitz oder den Handel mit Cannabisprodukten. 134 Mal wurde deshalb ein Polizeibericht verfasst (2018 waren es 135 Delikte).

Schongauer Kriminalstatistik 2019: Viele Straftaten wurden unter Alkoholeinfluss begangen

Ob Betrug, Diebstahl oder ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: 969 Tatverdächtige hat die Polizei Schongau 2019 ermittelt, darunter befanden sich 23 Kinder und 166 Jugendliche oder Heranwachsende.

300 Tatverdächtige waren nicht deutscher Herkunft, das entspricht einem Anteil von 31 Prozent. Bei den Tatverdächtigen handelte es sich um 770 Männer und 199 Frauen. 179 Tatverdächtige – das sind 18,5 Prozent – standen bei der Tatbegehung unter Alkoholeinfluss. „Gerade bei der Körperverletzung spielt Alkohol eine große Rolle“, bedauert Kieweg: „Alkohol enthemmt.“

Die Verkehrsunfallstatistik für die Polizeiinspektion Schongau

Zwei Verkehrstote muss die Polizei Schongau 2019 in ihrer Statistik führen. Im Jahr zuvor waren es sogar fünf, „aber jeder Tote ist einer zu viel“, so Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg. Bei einem Unfall im Oktober verunglückt eine 79-jährige Radfahrerin aus Altenstadt. Beim Überqueren der B 472 im Westen von Schongau übersah die Frau ein Auto mit Anhänger und stürzte. Sie starb noch an der Unfallstelle. 

Bereits im Juli war ein 27-jähriger Mann aus dem Landkreis Dachau bei Bernbeuren tödlich verunglückt. Der Autofahrer hatte auf der Kreisstraße von Lechbruck kommend die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der Wagen überschlug sich. Dabei wurde der nicht angeschnallte Fahrer aus dem Auto katapultiert. 

Mehr Unfallfluchten im Schongauer Land

Im Jahr 2019 bearbeitete die PI Schongau insgesamt 1269 Verkehrsunfälle. Gegenüber 2018 sind dies 16 Unfälle mehr. Bei 160 Verkehrsunfällen (2018 216 Unfälle) wurden 221 Personen (2018 307 Personen) verletzt. „Gehörig gestiegen“, so Kieweg, sind die Verkehrsunfälle mit anschließender Unfallflucht. Diese nahmen von 244 auf 290 Fälle zu. Dies entspricht einem Plus von 18,9 Prozent. 

Unter den Unfallfluchten seien viele „Parkplatzrempler“, wie Kieweg es bezeichnet. „Es kann ja mal passieren, dass man beim Ein- oder Ausparken ein anderes Auto beschädigt, aber das lässt sich auch mit der Versicherung ganz einfach regeln“, äußert der Polizeichef sein Unverständnis. Wenn der Fahrer des beschädigten Fahrzeugs nicht vor Ort ist, reiche ein Anruf bei der Polizei schon aus. Dank aufmerksamer Passanten, die sich bei der Polizei meldeten oder eine Nachricht mit Kennzeichen des Unfallverursachers hinter den Scheibenwischer klemmten, ließen sich im Nachhinein 116 Unfallfluchten aufklären. 

Schongauer Land: Weniger Unfälle unter Alkoholeinfluss

Gesunken ist dafür die Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Von 28 Unfällen im Jahr 2018 verringerte sich die Zahl 2019 auf 13. Im Rahmen von Verkehrskontrollen wurde bei insgesamt 81 Verkehrsteilnehmern ein unzulässiger Alkoholwert oder vorheriger Drogenkonsum festgestellt. Gegen diese Personen wurde entweder ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr oder ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Immerhin 80 Mal wurden im vergangenen Jahr Fahrer ohne Führerschein erwischt.

Lesen Sie auch: Knapp fünf Monate nach der Festnahme von zwei mutmaßlichen Brandstiftern in Thaining (Landkreis Landsberg) ist noch nicht klar, ob und wann die Männer vor Gericht gestellt werden.

Außerdem interessant: Schongauer Abiturienten wollten am Lido feiern: Jetzt droht ihnen Bußgeld

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