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In der Kritik: Der für Autos gesperrte Marienplatz in Schongau, auf dem häufig Veranstaltungen angeboten werden. 

Fußgängerzone 

Schmährufe bei Facebook lassen Stadt kalt

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René Repper ist bekanntlich alles andere als ein Freund der Schongauer Fußgängerzone. Seinem Unmut lässt der Hausbesitzer und Ladeninhaber am Marienplatz derzeit vor allem im sozialen Netzwerk Facebook freien Lauf. Ein augenscheinlich von ihm bespieltes Profil schießt jedoch jetzt über das Ziel hinaus.

Schongau – „Ja zu Schongau Erleben“ heißt das Profil im sozialen Netzwerk Facebook, das vor allem der Schongauer René Repper bespielt. Gut 270 „Freunde“ verfolgen die Einträge, die vor einigen Wochen aus dem Ruder gelaufen waren. So könnte man einen Eintrag vom 6. März genau genommen als Aufruf zu einer Straftat verstehen: Zu sehen ist ein Video mit Randalierern, die durch das italienische Florenz ziehen und Blumenkübel umstoßen, die dabei zu Bruch gehen. „In Schongau stehen auch noch ein paar selten dumm positionierte Blumenkübel. Es wäre auch hier schön, wenn die mal einer wegräumt“, steht darüber.

Repper, der am Marienplatz wohnt und ein Geschäft betreibt, distanziert sich nicht von dem Facebook-Eintrag. Im Gegenteil: „Mich tät’s freuen, wenn in der Freinacht die mal jemand wegräumt“, sagt er mit Blick auf die Blumenbehälter in der Fußgängerzone. Die Stadt habe die Kübel mit Fleiß aufgestellt, damit der Lieferverkehr behindert werde, behauptet er.

Die Facebook-Seite ist voll mit Anschuldigungen: „Die herrliche Altstadt von Schongau stirbt an ihrem schönsten Platz jeden Tag ein bisschen mehr“, heißt es. „Und all das nur, weil Politiker Fehler gemacht haben und ihre Fehler jetzt nicht eingestehen wollen.“ Die Stadtvater hätten Aufschwung und Verbesserung versprochen. Das Gegenteil sei eingetreten. „Dieser Wahnsinn muss ein Ende haben“, heißt es weiter. Und: „Ja zum offenen Schongau. Nein, zur Fußgängerzone!“

René Repper unterschreibt das alles: „Der Platz ist zu Tode beruhigt“, erklärt er gegenüber den SN. Die Stadt habe eine Frequenz-Verbesserung versprochen, doch alle hätten Umsatzrückgänge. „Das ist komplett am Ziel vorbei“, schimpft Repper, der sich obendrein von der Stadt „teilenteignet“ fühlt. Denn außerhalb der erlaubten Liefer-Zeiten dürfe er mit seinen privaten Einkäufen nicht mehr vors Haus fahren. Er sei dabei, eine Kampagne vorzubereiten, erklärt Repper. Man wolle „einen Bürgerentscheid machen“, kündigt er an. Wer seine Mitstreiter sind, verrät der Schongauer aber nicht.

Beatrice Amberg, Vorsitzende der Aktionsgruppe „Schongau belebt“, quittiert die Facebook-Einträge mit einem Kopfschütteln. „Was soll man dazu sagen?“, fragt die Agenturleiterin, die bekanntlich zusammen mit ihren Mitstreitern versucht, Schongau Schritt für Schritt attraktiver zu machen. „Solche Miesmuscheln“ würden Schongau nicht weiterbringen. „Die Fußgängerzone ist nun mal da!“

Bürgermeister Falk Sluyterman sieht derweil einem möglichen Bürgerentscheid „absolut gelassen entgegen“, sagt er auf Anfrage. Zu den Veröffentlichungen bei Facebook erklärt er: „Wir werden nicht über jedes Stöcken springen, das uns hingeworfen wird.“ Das Video finde der Rathauschef nicht gut, es schieße über das Ziel hinaus. „Aber so sind die sozialen Netzwerke halt“, bedauert der Bürgermeister. „Die Fußgängerzone ist unsere gute Stube und wird von der Bürgerschaft gut angenommen“, macht Sluyterman einmal mehr klar. Wenn die Frequenz am Marienplatz zu gering sei, „müssen sich die Einzelhändler auch fragen, ob es nicht auch ein Stück weit an ihnen liegt“, so das Stadtoberhaupt, das auf „konstruktiven Dialog setzt“.

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