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Ohne das beliebte Singspiel soll es heuer am Schockerberg gehen, genügend Einlagen sind aber allemal geplant.

Jakob-Pfeiffer-Haus

Schongau: Schockerberg diesmal ohne Singspiel

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Der 23. Schockerberg wird etwas anders aussehen, nämlich ohne traditionelles Singspiel. Weil es privat und beruflich für einige Protagonisten zu eng wird – weder Luitpold Braun jun. noch Julia Keltsch und Anna Eberle können heuer so viel Zeit investieren – geht man andere Wege. Spannend wird es vom 6. bis 8. März in jedem Fall, denn die Steilvorlagen sollen die Wahlen liefern.

Schongau Als „süffig mit charmantem Zungenschlag“ wurde bei der Starkbierprobe gerade der Schockerbock beschrieben, der Schockerberg bekommt seine Würze diesmal durch die Kommunalpolitik. Praktischerweise genau eine Woche vor den Kommunalwahlen platziert, kann die CSU Schongau bei ihrer Traditionsveranstaltung noch ein bisschen Schwung reinbringen in den Wahlkampf.

„Die erste Szene des Singspiels war schon geschrieben, als klar geworden ist, dass wir es nicht machen können“, berichtet Michael Eberle, treibende Kraft auf und hinter der Schockerberg-Bühne im Jakob-Pfeiffer-Haus. Der wohl wichtigste Mann des Schockerbergs, Regisseur Luitpold Braun jun., zieht sich zwar nicht ganz zurück, wie es zunächst hieß, möchte aber aus gesundheitlichen wie beruflichen Gründen ein Jahr pausieren. „Als Regisseur probt er nicht nur alle einzelnen Szenen mit, sondern ist auch für Musik und Kulissenbau verantwortlich, das ist mehr als ein Halbtagsjob“, so Eberle.

Als junge Eltern gerade weniger Zeit für die Bühne 

Zwar spielt Natascha Kohnen mittlerweile nicht mehr die ganz große Rolle, aber Julia Keltsch und ihr Mann Benjamin haben dafür eine viel wichtigere übernommen, nämlich im Oktober ein Baby bekommen. Auch bei Anna Eberle liegen die Prioritäten heuer eher beim erste Staatsexamen fürs Lehramt als beim Singspiel. Statt der „Bavaria“ gibt es heuer also eine kleinere Rolle.

Ein Schockerberg ohne sein so erfolgreiches Singspiel, geht das überhaupt? Muss. Sieben Einlagen sind jetzt jedenfalls geplant, die alles in allem bestimmt trotzdem abendfüllend sind, bedenkt man, dass im vergangenen Jahr sechs Einlagen plus Singspiel fünfeinhalb Stunden gedauert haben – so viel Sitzfleisch und Lachmuskeln hat gar nicht jeder.

Die „Dons der roten Nacht“ machen es schon jetzt spannend

Michael Reith, Anna und Michael Eberle bewegen sich mit den „Dons der roten Nacht“ in der Kommunalpolitik. „Ich will nicht zu viel verraten, aber es geht ein bisschen ins Zwielicht“, so Eberle. „Transparenz“ soll dabei eine Rolle spielen, lässt sich Eberle noch entlocken, mehr wird aber nicht verraten. Weiß er selbst doch auch nicht alles über die einzelnen Auftritte. „Marianne Porsche-Rohrer etwa, sie verrät nie etwas, das bleibt bis zum Schluss ein Geheimnis.“ Auch die Hohenfurcher Feuerwehrkapelle ist wieder dabei. „Wenn es da um Tonproben geht und jemand sonst im Saal ist, kriegt man keine Inhalte mit außer einem ,...und so weiter, und so weiter...’“, lacht Eberle. Klar sein dürfte, dass wie jedes Jahr die CSU Schongau hopsgenommen wird.

Diesmal kommt ein Stadtrat außerhalb der CSU-Kreise dazu

Wieder mit dabei ist Bruder Okulus alias Robert Kassebaum, auch Manfred Haslinger hat sich wohl wieder eine Rolle auf den Leib geschrieben. Und Markus Wühr ist diesmal nicht nur der Luigi aus Alto Adige, sondern tritt noch mit einem Partner auf. „Er hat sich einen Stadtratskollegen mit dazugeholt – nicht aus der CSU wohlgemerkt“, freut sich Eberle, der schon länger davon träumt, den Schockerberg zu öffnen und überparteiliche Stückerl aufzuführen. Dies sei früher vor allem daran gescheitert, weil es ohnehin schon ein Mammutprogramm gab.

Eine Woche vor der Kommunalwahl werden also wohl die Mitbewerber kräftig durch den Kakao gezogen. Ob dies die Wahl beeinflusst? „Ich glaube nicht“, meint hierzu Eberle. Der Wahlkampf liefere zwar gute Themen, aber ob jemand anders wähle, nur weil er am Schockerberg noch etwas gehört habe, kann er sich nicht vorstellen. „Es ist auch gar nicht unser Ziel, die Leute zu beeinflussen, wir haben auch bisher keine ,Infiltration’ gemacht.“ Sagt’s. Und macht vor, was die Leute stattdessen tun sollen: lachen. Eberle: „Das ist in Zeiten des Wahlkampfs gar nicht so verkehrt.“


Karten:

Karten für die Vorstellungen am 6. März und 7. März (19 Uhr) sowie 8. März (16 Uhr) gibt es bei Ingrid Steffek unter 08861/3614 oder steffek-schongau@t-online.de. Kartenabholung und Restkartenverkauf am 15. Februar von 14 bis 15 Uhr im CSU-Fraktionsbüro oberhalb der Bücherei am Münztor.

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