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Profis unter sich: Wigald Boning vor der Kamera. Hinter ihm hängt das Bild Welfen der VI., den der Komiker in dem Image-Film verkörpert.

Welfen-Gymnasium 

Schüler drehen Imagefilm mit viel Pfiff

Das Schongauer Welfen-Gymnasium hat einen echten Coup gelandet: Lehrer und Schüler haben einen Image-Film produziert, der nicht nur die Schule vorstellt, sondern auch viel Spaß macht. Zu verdanken ist das einem pfiffigen Drehbuch und dem Hauptdarsteller Wigald Boning.

Schongau – Welf der VI. aus dem Geschlecht der Welfen wird aus dem 12. ins 21. Jahrhundert katapultiert und findet sich plötzlich im Schongauer Gymnasium wieder. Der Welf, alias Wigald Boning, wandelt im mittelalterlichen Kostüm durch das Schulhaus, bestaunt ein Chemie-Experiment und wird von einem Roboterauto über den Gang gejagt. Und er genießt den Englischunterricht: „Ich liebe die englische Sprache, sie ist so frisch und voller Elan. Schade, dass sie nur von Barbaren gesprochen wird. Das setzt sich nie durch“, sagt der Welf und hat die Lacher auf seiner Seite.

Wieviel Arbeit in dem sieben Minuten langen Streifen steckt, lässt sich für den Laien nur erahnen. Angefangen von dem Drehbuch, das die Lehrerinnen Corinna Konstas und Elisabeth Priewich gemeinsam mit den rund 30 Schülern der beiden Theaterkursen entwickelten, über die Kostümauswahl bis hin zu Dreharbeiten und Schnitt ist beinahe ein Jahr vergangen. Es sei der Wunsch des im Februar verabschiedeten Schulleiters Wolfgang Gebler gewesen, dass der Film „noch in seiner Zeit fertig wird“, berichteten Schüler und Lehrer nun nach der Veröffentlichung des Films auf Internetseite des Gymnasiums (www.welfen-gymnasium.de) und „YouTube“. Den Wunsch haben sie ihm erfüllt, und Gebler selbst war es noch, der mit Corinna Konstas zum Kostümverleih gefahren war und sich das Welfen-Gewand überstrich, das später Komiker Boning trug. „Es hat gepasst“, sagt Konstas und lacht.

Der als Komiker, Moderator, Komponist, Musiker und Autor tätige Boning lebte lange Zeit mit seiner Familie in Bernbeuren. Seine Zwillingssöhne besuchten das Welfen-Gymnasium und haben in Schongau auch ihr Abitur gemacht– so kam der Kontakt zustande. Trotz vollen Terminkalenders stellte sich Boning im November 2016 einen Tag lang zur Verfügung und nahm dafür keinen Cent: Als „kleines Dankeschön“ habe er „eine Wurstsemmel und einen Kaffee“ bekommen, erzählen Schüler und Lehrer, die von Boning begeistert waren: „Er war sehr zuvorkommend und professionell.“

Gespannt lauschte „Welf“ Wigald Boning dem Unterricht. Diesen würzte er auch mit amüsanten Kommentaren.

Am Ende hatten die jungen Filmemacher eineinhalb Stunden Material, das auf sieben Minuten eingedampft werden mussten. Da traf es sich gut, dass das Gymnasium einen zweiten Profi an der Hand hat: Dominik Ramsteck, der 2013 in Schongau „Abi“ gemacht hatte, studiert an der Hochschule in Ansbach „Multimedia und Kommunikation“. Vom Dreh mit Kamera, Licht und Ton bis zur „Postproduktion“ machte er aus dem Film ein professionelles Produkt. Doch der Input mit Schauspiel und Musik kam freilich von den Schülern: „Wir machen alles selbst“, sagen stellvertretend für alle anderen Natalie Konstantin, Theresa Preis, Katrin Ramsteck und Dennis Kugelmann.

Und was sagen die Chefs? Ex-Schulleiter Gebler sei sehr zufrieden gewesen, berichten die Schüler. Nur die buddhistischen Klangschalen im Haus, die zunächst dem Schnitt zum Opfer gefallen waren, wurden auf seinen Wunsch hin wieder im Film aufgenommen. Und Geblers Nachfolger Bernhard O’Connor ist ebenfalls voll des Lobes: „Aus historischer Sicht ironisch gebrochen“, sieht er den Schulalltag dargestellt.

Zu welchen Gelegenheiten und wem das Gymnasium den Film nun zeigen will, darüber habe man sich noch gar nicht so viele Gedanken gemacht, gaben die Macher diese Woche zu. Spontan kam ihnen dann die Idee, die Reise des Welfen durchs Schulhaus den zukünftigen Fünftklässlern beim Info-Tag zu zeigen. Sie und ihre Eltern sind für Mittwoch, 5. April, zur Schulhausführung ins Gymnasium eingeladen. Beginn: 14 Uhr.

Jörg von Rohland

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