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Fragerunde: Die Landtagsabgeordneten Florian Streibl (li.) und Ludwig Hartmann stehen Rede und Antwort. 

Planspiel an der Pfaffenwinkel-Realschule

Jugendliche sollen politisch Flagge zeigen

Mit Hilfe des Planspiels „Der Landtag sind wir!“ durchliefen zwei zehnte Klassen der Pfaffenwinkel-Realschule den Gesetzgebungsprozess. Im Anschluss standen ihnen die Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann und Florian Streibl Rede und Antwort. Die beiden Politiker forderten die Jugendlichen auf, politisch Flagge zu zeigen.

Schongau – Wie wird eigentlich ein Gesetzentwurf auf den Weg gebracht? Wer stimmt darüber ab, und wann tritt der Entwurf als Gesetz schließlich in Kraft? Um den Gesetzgebungsprozess besser verstehen und nachvollziehen zu können, bewarben sich zwei zehnte Klassen der Pfaffenwinkel-Realschule um das Planspiel „Der Landtag sind wir!“. Dieses Kooperationsprojekt wird vom Bayerischen Landtag und der Forschungsgruppe Jugend und Europa organisiert. Zum wiederholten Male konnte sich die Schongauer Realschule nun die Zusage für das begehrte Planspiel sichern.

Und so rückten drei Mitarbeiter des Bayerischen Landtages, die den Gesetzgebungsprozess mit den Schülern durchspielten, an und luden obendrein noch die beiden Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Florian Streibl (Freie Wähler) zu einer gemeinsamen Diskussionsrunde ein.

Los ging es bereits um 7.45 Uhr

Es galt, Fraktionen zu bilden und innerhalb dieser einen Gesetzentwurf hervorzubringen. Behandelt werden sollte das Pro und Contra einer gesteigerten allgemeinen Videoüberwachung, und die Vor- und Nachteile der Speicherung dieser Daten. Nachdem die einzelnen Schüler-Fraktionen ihre Gesetzesentwürfe beim Landtagspräsidenten einreichten, setzte dieser den Entwurf auf die Tagesordnung der folgenden Vollversammlung.

Nach einer Ersten Lesung (in der Vollversammlung) des Gesetzentwurfes, den die Schüler erarbeitet hatten, diskutierten sie in zwei Ausschüssen die Thematik eingehender. In der Zweiten Lesung fand eine allgemeine Aussprache statt und Änderungsanträge flossen mit in den ursprünglichen Entwurf ein. In der Schlussabstimmung einigten sich die Zehntklässler beinahe einstimmig auf ihren selbst erarbeiteten Gesetzentwurf.

„Ein solches Ergebnis, das gäbe es im Landtag so wohl nicht“, meinte Ludwig Hartmann schmunzelnd – dem pflichtete Florian Streibl amüsiert bei. Die beiden Politiker wissen, wie hart es ist, die eigenen Standpunkt vor anderen darzulegen und zu verteidigen. Diese Erfahrung machten auch einige Schüler, die im Planspiel einer kleinen Fraktion angehörten. Sie klagten: Da sitzt man dann beispielsweise nur zu zweit in einem Ausschuss und soll die große Mehrheit überzeugen? Ganz schön schwierig.

Politisches Engagement ist sinnvoll und wichtig

Dass es sinnvoll und wichtig ist, sich politisch zu engagieren, gaben die Landtagsabgeordneten den Realschülern unmissverständlich zu verstehen: So hat sich Hartmann in seiner Jugend in Landsberg dafür eingesetzt, dass die Stadt Flächen für Graffitis ausweist und einen Skatepark einrichtet – beides gibt es in der Stadt am Lech heute noch.

Welcher Partei man sich anschließe, spiele keine Rolle. Doch wurde eindringlich vor Bewegungen wie Pegida und speziell vor der AfD gewarnt. „Da seid Ihr gefragt. Denn wer nicht handelt, wird behandelt“, appellierte Florian Streibl an die Jugendlichen.

Franziskus Reich

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