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Markus Söder (Luitpold Braun) bei der Rettung der Bavaria (re., Anna Eberle): Das Singspiel am Schockerberg begeisterte.
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Tosender Applaus für das Ensemble

Ferkel-Hubsi und Boris Johnson:  Singspiel am Schongauer Schockerberg begeistert

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Jedes Jahr wieder schafft es die Schongauer CSU, das Singspiel beim Schockerberg auf einem extrem hohen Niveau zu halten. Dieses Jahr wurde die Bavaria auf Reisen geschickt.

Schongau – Wer will in der heutigen Zeit schon allein auf einer Almhütte wohnen? Auf jeden Fall nicht die Bavaria (Anna Eberle), da können sie auch Angela Merkel (Lena Eberle) und Alm-Öhi Horst Seehofer (Benjamin Keltsch), die auf ihrer Austragsbank über Griechenland- und Flüchtlingskrise sinnieren, nicht davon abhalten. Zur Musik von „I wui ham nach Fürstenfeld“ singt Bavaria unter dem Gelächter des Publikums „Ich will raus, gebt’s mir a Geld“ – typisch heutige Jugend eben. Überhaupt ist die Titel-Text-Auswahl wieder überragend, ebenso das nuancenreiche Spiel von Anna Eberle, die neben ihrem Gesangstalent auch immer wieder Spontanität zeigt, etwa bei der einen oder anderen Mikro-Panne.

Mit der magischen Milchkanne nach München

Mit ihrer magischen Milchkanne reist die Bavaria erst einmal nach München, wo sie von einer hyperaktiven Natascha Kohnen (Julia Keltsch) umgarnt wird („Ein rotes Bayern, das würd’ ich feiern“) sowie Grünen-Chef Ludwig Hartmann (Thomas Henneke), der das Blaue vom Himmel verspricht, aber so schief singt, dass sich einem die Zehennägel aufstellten – vermutlich gibt’s genau deshalb besonders viel Applaus.

Als Hubert Aiwanger schleppt danach Michael Reith unter dem Gesang von „Modl, i hol die mit meim Traktor ab“ einen selbstgebauten Schweinchen-Bulldog auf die Bühne – die Szene ist so genial, da müssen die Darsteller selber lachen. Reith, bisher nie groß aufgefallen, blüht als Aiwanger regelrecht auf, zeigt eine tolle Leistung und begeisterte das Publikum. Nachdem ausgerechnet Michael Eberle, im Hauptberuf Richter, als streng seitengescheitelter AfD-Scherge Runwald mit „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ aufmarschierte und die Bavaria gleich mitnehmen will, muss Markus Söder (Luitpold Braun) eingreifen: Mit einem Riesengewehr stürmt er die Bühne und verteidigt sie vor (partei)-fremden Einflüssen. Dabei kennt sie ihn nicht einmal, was ihn zur Weißglut treibt: „Ich werde überall der große Maggus genannt.“ Nach Söders furiosem Lied „Jeder weiß, dass die Macht nicht auf den Wiesen wächst“ zum Goisern-Hit „Brenna tuats guat“ gibt es zurecht Riesenapplaus.

Darsteller des Schongauer Schockerberg-Singspiels sehr überzeugend

Es folgen Bavarias Reisen in ferne Länder – zwar nicht neu, aber extrem witzig, weil die Darsteller so überzeugend sind. Als Theresa May gibt Katharina Braun eine überzeugende

Premiere, nur wird ihr von ihrem Schoßhündchen Boris Johnson (Florian Stögbauer) die Show gestohlen: Nur mühsam an der Leine gehalten, geifert er ständig die Bavaria sowie die EU-Fahne an und zerlegt dabei fast das komplette Bühnenbild. Genialer Gag: Als er so tut, als pinkele er ins Publikum, macht Stögbauer die Besucher mit einer kleinen Wasserspritze nass. Kein Wunder, dass die Bavaria da schnell wieder weg will.

Doch bei Saudi-Machthaber Mohammed bin Salman (Thomas Schleich) wird es nicht besser. Dem sagt Bavaria gar nichts – wobei, doch: „Kraus-Maffei, große Panzer, Superklasse“, freut sich der Machthaber, der danach noch Besuch von seinem blutbespritztem Koch (Dr. Oliver Kellermann) bekommt – eine gelungene Anspielung auf den Kashoggi-Mord.

Und dann noch ein Besuch bei Putin

Um nicht selbst im Gulaschtopf zu landen, flüchtet Bavaria via Milchkanne nach Russland. Doch auch bei Wladimir Putin (Max Bertl) ist es nicht toll – während er vor dem Publikum den starken Mann macht, säuft sie ihm heimlich die halbe Magnumflasche Wodka weg und kommt reumütig zurück auf die Almhütte, wo sich Söder und „Ferkel-Hubsi“ Aiwanger gegenseitig ihr Leid klagen und ebenfalls dem Schnaps hingeben, mit einem witzigen Dialog über Aiwangers Dialekt und den „Tannen-Tonnen-Schnaps“. Zur Musik von Heidi singen sie „Bayern, Bayern, komm doch heim, find’ Dein Glück, komm doch wieder zurück“ – und da steht sie wieder, die Bavaria.

Der gemeinsame Schlusssong mit der kompletten Besetzung lautet schließlich zu DJ Ötzis Hit, „Bayern ist toll, Bayern ist schön, viel zu schön um wegzugehen“ – ein herrliches Bekenntnis zur Heimat. Wieder einmal eine überragende Leistung des Ensembles, das zurecht tosenden Applaus erhält.

Lesen Sie auch:

Ordentliches Sitzfleisch brauchte man für das gesamte Programm des 22. CSU-Starkbieranstichs

Und wer nochmal nachlesen möchte, wie das Singspiel 2018 gewesen ist - den Text dazu finden Sie hier

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