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Der erste Wahlabend ist überstanden (von rechts): Bürgermeister Falk Sluyterman und Hans Rehbehn gehen in die Stichwahlen. Daniela Puzzovio holte 14,1 Prozent. Für Geschäftsleiterin Bettina Schade war der Abend noch lang.

Kommunalwahl 2020

Sluyterman und Rehbehn in Schongau in der Stichwahl

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Wie vor sechs Jahren gibt es in Schongau eine Stichwahl: Der amtierende Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD), zunächst weit über 50 Prozent, rutschte beim Auszählen der Briefwahlen auf 48,9 Prozent ab. Mit ihm in die Stichwahl geht Hans Rehbehn (CSU) mit 37,0 Prozent. Daniela Puzzovio (ALS) kam auf 14,1 Prozent und bezeichnete sich als „Zünglein an der Waage“.

Schongau Fast unheimliche Stille herrschte am Sonntagabend im Rathaussaal: Alle drei Bürgermeisterkandidaten waren vor Ort, wegen Corona aber ohne Publikum. Bürgermeister Falk Sluyterman hatte aber seine Frau Cordula dabei, und auch die drei Söhne waren aus Köln und Augsburg angereist, um Daumen zu drücken. Als Verstärkung von Daniela Puzzovio (ALS) war Siegfried Müller mitgekommen. Und Hans Rehbehn musste sich am Wahlabend zerreißen zwischen Arbeitsstelle Landratsamt Weilheim und Rathaus.

Als er etwas verspätet mit seiner Frau Sabine in Schongau eintraf, waren die ersten Wahlbezirke bereits ausgezählt und Sluyterman lag noch deutlich vorne. Forchet I, II, III war der erste ausgezählte Wahlbezirk von insgesamt 17, davon acht Briefwahlbezirke. 63 Prozent für Sluyterman hieß es da, 25,9 für Rehbehn, 11,1 für Puzzovio. Schlag auf Schlag kamen die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke herein. Ganz anders sahen dann wenig später die Ergebnisse im Wahlbezirk Altstadt aus: Sluyterman nur noch bei 42,6 Prozent, dafür Hans Rehbehn bei 37,6 Prozent, und ebenfalls deutlich stärker Daniela Puzzovio bei 19,8 Prozent. Im Laufe des Auszählens der Briefwahlbezirke stehen die Zeichen dann bald ganz auf Stichwahl, Sluyterman kommt am Ende nicht mehr über die 50 Prozent-Marke.

Puzzovio: „Es war eine spannende Zeit“

Vorbei sind die Bürgermeisterwahlen 2020 für Daniela Puzzovio. „Ich habe mir gesagt, alles ist möglich“, so Puzzovio. Sie habe die unterschiedlichsten Rückmeldungen im Wahlkampf bekommen, „an guten Tagen habe ich mir auch mal gedacht, warum nicht auch durchmarschieren“. Vom persönlichen Ergebnis nun einmal abgesehen, sei sie sich aber sicher, „dass ich zumindest das „Zünglein an der Waage für die Stichwahlen war“. Puzzovio: „Es war eine spannende Zeit, ich habe viel gelernt.“

Rehbehn: „Ausgang war völlig offen“

Auch für Hans Rehbehn sei der Ausgang völlig offen gewesen. „Jetzt freue ich mich, dass ich die Stichwahl erreicht habe und wir in die Verlängerung gehen.“ Was den weiteren Wahlkampf anbelangt, werde es nun mit dem Hintergrund von Corona schwierig. „Mal sehen, was möglich ist – öffentliche Veranstaltungen wird es nicht geben.“ Er wolle nun online aktiv werden, habe auch noch kleinere Ideen. Vor allem bedankte er sich bei seiner Familie, die ihn bis hierher so gut begleitet hätte, bei den beiden Kandidaten und nicht zuletzt bei der CSU, „die das überhaupt erst ermöglicht hat“.S

Sluyterman: Hatte gehofft, es geht ohne Stichwahl

Wie eine Stichwahl funktioniert, das hat Falk Sluyterman ja bereits 2014 erleben dürfen. „Ich hatte anfangs gehofft, es könnte auch ohne Stichwahlen gehen“, blickt er auf den Wahlabend zurück. „Aber ich stelle mich den Herausforderungen und bin guter Dinge.“ Sluyterman wünscht sich, die Bürger so weit zu mobilisieren, auch unter erschwerten Bedingungen ihre Stimme abzugeben – es wird nur noch Briefwahlen geben. Hausbesuche werde es nicht mehr geben, „und nun liegen in puncto Corona auch erst einmal ganz andere Themen vor uns.“

Gleichermaßen enttäuscht zeigen sich alle Kandidaten über die Wahlbeteiligung: Diese lag bei nur 53,7 Prozent. „Wenn es der Hälfte der Schongauer Bürger egal ist, wer im Rathaus sitzt, ist das schade“, formuliert es Sluyterman. Für 2014 vermeldet Geschäftsleiterin Bettina Schade eine Wahlbeteiligung von 57,3 Prozent, im Jahr 2008 waren es sogar 61,1 Prozent. An Corona allein könne dies nicht liegen, das sei bitter, so Sluyterman. 110 Wahlhelfer waren im Einsatz, bis spät in die Nacht hinein sollte ausgezählt werden. Den längsten Abend hatte Schade als Wahlleiterin vor sich, „Wenn ich um 2 Uhr zuhause bin, waren wir schnell.“

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